News 02/26/2016

Mini Cabrio: In die Pubertät gekommen

Mini Cabrio: In die Pubertät gekommen
© /Werk

Der Generationswechsel wird jetzt auch beim offenen Mini umgesetzt. Wachstum in allen Belangen ist die Folge.

Groß ist er geworden. Nicht nur im Vergleich mit seinem Urahn aus den 70ern.

Auch gegenüber dem unmittelbaren Vorgänger hat der offene Mini der aktuellen Generation ordentlich zugelegt. Fast 10 cm in der Länge und 4,4 cm in der Breite bei den Karosserie-Abmessungen, aber auch bei Radstand (plus 2,8 cm) und Spurweite (vorne plus 4,2 cm, hinten plus 3,4 cm).

Das bringt natürlich mehr Platz im Passagierabteil und einen um 25 % größeren Kofferraum (160 bzw. 250 Liter je nach Verdeckstellung, erweiterbar via einer vergrößerten Durchladeöffnung), aber auch ein gewisses Designproblem. So wirkt das neue Mini Cabrio optisch wie ein in die Pubertät gekommener Jugendlicher, bei dem das plötzliche Wachstum diverser Körperteile noch nicht wieder zu einem proportional stimmigen Gesamtbild geführt hat.

Mini Cabrio…
© /Werk

Oder in der Sprache der Designer ausgedrückt: Es wirkt in dieser Hinsicht etwas "overdone", wie die Briten das in solchen Fällen so treffend bezeichnen. Das wird zwar die in die Wolle gefärbten Mini-Enthusiasten weiter verstören (nach dem Schock durch den Fünftürer), der Erschließung neuer, von der großen Markenhistorie unbelasteter Kundenschichten aber wohl keinen Abbruch tun.

Denn trotz der neuen Größe und Funktionalität fährt sich das Cabrio immer noch wie ein echter Mini. Und das bedeutet knackiges Gokart-Gefühl für unbändigen Fahrspaß auf den gewundenen Straßen des Lebens. Und das sogar dann, wenn diese so schlecht gewartet sind wie jene in den Hügeln oberhalb von Hollywood und Malibu. Dort traten die Entwickler der bayerischen Briten nämlich den Beweis an, dass sie der vierten Generation des Mini-Cabrio das agile Handling der Vorgänger erhalten und es zudem in Hinsicht eines speziell bei Cabrios wichtigen Punktes weiter verbessert haben.

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© Mini

Die Verwindungssteifigkeit der Karosse ist nämlich schlicht beeindruckend. Da wackelt nichts, da knarzt nichts, da zieht der offene Mini (bei der ersten Ausfahrt stand der 192 PS starke Cooper S zur Verfügung) wie auf Schienen ungerührt seine Spur, selbst wenn die von Wellen, Schlaglöchern, Kanten und Abstufungen übersäten Straßen erkennen lassen, warum die Amis so gerne mit großen SUV unterwegs sind.

Mit Schiebedach

Weitere Pluspunkte sammelt das solide Verdeck, dessen Schiebedach-Stellung erhalten geblieben ist, das in 18 Sekunden via Knopfdruck vollständig geöffnet und geschlossen werden kann – und das bei bis zu Tempo 30 auch im Fahren. Einmal offen, lässt es den Fahrtwind dank der steil stehenden, von Pilot und Beifahrer relativ weit entfernten Frontscheibe weitgehend ungehindert an die Frisuren der Besatzung. Der Sturm legt sich jedoch bei hochgefahrenen Seitenscheiben und zarter besaitete Gemüter haben auch noch die Option des jetzt etwas leichter zu montierenden Windschotts über den Rücksitzen.

Mini Cabrio…
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Diese bieten jetzt zwar etwas mehr Platz und Beinfreiheit (wenn es die Vorderleute zulassen), sind aber Erwachsenen weiterhin nur für Kurzstrecken zumutbar.

Im Cockpit selbst herrscht die aus dem normalen Mini der aktuellen Generation bekannte, reduzierte Verspieltheit. Das große zentrale Rundinstrument ist daher etwas kleiner ausgefallen und dient als Behälter für den Bordmonitor, über den die digitale Kommunikation der Besatzung sowohl mit dem Auto selbst, als auch mit der vernetzten Außenwelt abläuft. Bedient wird problemlos via zentralem Dreh-/Drück-Steller in der Konsole zwischen den Sitzen. Eher seltsam mutet es jedoch an, dass Cabrio-Spezifika wie eine auf die Verdeckstellung reagierende Klimasteuerung zwar vorhanden sind, aber als aufpreispflichtiges Extra bestellt werden müssen.

Das neue Mini Cabrio startet bei uns am 5. März. Vom Start weg verfügbar sind drei Benziner und zwei Diesel, alle mit Turbolader und kombiniert mit einem 6-Gang-Getriebe, wahlweise manuell zu schalten oder als Automatik (Steptronic).

Angetrieben werden wie gehabt die Vorderräder.

Bei den Benzinern stehen Dreizylinder für Mini One (102 PS) und Cooper (136 PS) und Vierzylinder für Cooper S (190 PS) und John Cooper Works (231 PS) zur Wahl. Die beiden Diesel bringen es auf 116 PS (Cooper D) bzw. 170 PS (Cooper SD).

Bei den Automatikmodellen steht die Segelfunktion zur Verfügung (Motor wird zwischen Tempo 50 und 160 abgekoppelt, wenn man vom Gas geht), spezielle Fahrprogramme (von Sport bis Eco) können als Extra geordert werden.

Die Preisliste spannt sich zwischen € 22.900,– für das Mini One Cabrio und € 36.650,– für das John Cooper Works Cabrio, das auf der New York Autoshow vor Ostern Weltpremiere feiern wird.

(Kurier) Erstellt am 02/26/2016