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Fahrbericht
09/16/2019

Mitsubishi L200 Pick-up: Der Dreck heiligt die Mittel

Archaischer Gelände-Haudegen von echtem Schrot und Korn.

Trotz insistierender Bemühungen seitens der Hersteller ist es nicht wirklich gelungen, Pick-ups bei uns als rustikale Lifestyle-Alternative zu SUV’s zu positionieren. Wer jemals ein derartiges 5,30 Meter langes 2-Tonnen-Trumm auf der Suche nach einem Parkplatz durch Innenstadtgassen oder – noch ärger – in Tiefgaragen pilotiert hat, weiß was das heißt.

Als Arbeitstiere für Menschen mit Berufen, die solche Fahrzeuge brauchen, erfreuen sich diese dicken Dinger aber hoher Akzeptanz.

Eine der Fixgrößen in dieser kleinen Nische – wir reden da von einem Österreich-Absatzmarkt von grob 5500 Einheiten pro Jahr – ist der L 200, den Mitsubishi ziemlich genau zum 40. Geburtstag einer umfangreichen Überarbeitung unterzogen hat.

Auffälligste Änderung im Vergleich zum Vorgänger sind die um vier Zentimeter höhere Motorhaube, schmale, gleichzeitig höher positionierte Scheinwerfer, verbreiterte Radhäuser und Trittbretter sowie viel Chromschmuck rund um den Kühlergrill, womit sich nun die Fahrzeugfront all den anderen Mitsubishi-Geschwistermodellen angeglichen hat.

Innen fallen – unter anderem – eine neue Mittelkonsole, besser konturierte Frontsitze und zwei USB-Ports auf. Bei den Materialien dominiert nach wie vor leicht zu reinigendes Hartplastik, das aber sauber verarbeitet ist und daher die Atmosphäre an Bord nicht negativ beeinflusst.

Am Steuer

Bedeutender ist der Fortschritt unter dem Blech, wo ein neuer 2,2-l-Turbodiesel den in die Jahre gekommen 2,4-Liter-TD ablöst. Der aufgeladene Vollalu-Motor mit Direkteinspritzung leistet mit 150 PS und 400 Newtonmeter Drehmoment zwar etwas weniger als das bisherige Antriebsaggregat (181 PS/430 Newtonmeter), ist aber – und das ist das wirklich entscheidende – dank SCR-Kat und AdBlue-Einspritzung nun sauber und deshalb nach Euro 6d-Temp homologiert.

Der Diesel lässt nach dem Kaltstart keinen Zweifel an dessen Arbeitsprinzip aufkommen, kämpft mit dem hohen Gewicht des Nippon-Pick-ups, passt aber wegen des derb-bulligen Charakters zum archaischen L200.

Serienmäßig werden die Gänge in der (2+2-sitzigen) Klub-Kabine über ein 6-Gang-Getriebe geschaltet, für die viertürige und fünfsitzige Doppel-Kabine offeriert Mitsubishi eine neu entwickelte Automatik mit nunmehr sechs statt bis jetzt nur fünf Fahrstufen.

Größtes Atout war – und ist – der Allradantrieb, von dem zwei Varianten zur Wahl stehen: Bei der einfacheren Version muss der grundsätzlich heckgetriebene L200 mit Zuschalt-4WD (Easy Select) auskommen, während die technisch aufwendigere Ausführung (Super Select) permanenten Allradantrieb, Geländeuntersetzung, Bergabfahrhilfe und vier Offroad-Modi (Schotter/Schlamm und Schnee/Sand/Felsen) umfasst.

Für beide Antriebsvarianten steht außerdem eine 100-Prozent-Sperre für die Hinterachse zur Verfügung.

Der Verkauf des vorsteuerabzugsberechtigten L200 startet noch im September, los geht’s bei € 26.990,– .