Zweirad 05/03/2017

BMW K 1600 GT: Ein Reiseticket erster Klasse

BMW K 1600 GT: Ein Reiseticket erster Klasse
© BMW

Der Gran Turismo mit Sechszylinder wurde heuer deutlich überarbeitet und hochgestuft.

Luxustourer haben lange Lebenszyklen, das sieht man ja auch bei Hondas Gold Wing oder Harleys Electra Glide. Der bayerische Fernreise-Spezialist mit seinem einmaligen Reihen-Sechszylinder ist da keine Ausnahme: Sechs Jahre hat er fast unverändert abgedient, nun ist die Zeit aber reif für ein kleines, aber wichtiges Update.

Ursache dafür ist natürlich die Euro-4-Norm, der man mit einigen Änderungen im Motor gerecht wird. Die ursprünglichen Leistungswerte – stramme 160 PS und noch eindrucksvollere 175 Newtonmeter – bleiben davon zum Glück unberührt. Im Windschatten dieser Pflichtübung nutzte BMW die Gelegenheit, um auch andere Bereiche der K 1600 frisch zu machen. So wurde die Verkleidung mit dezenter Hand überarbeitet, zum einen, um dem Fahrer noch besseren Wetterschutz zu bieten, zum anderen um den Motor seitlich besser sichtbar zu machen und den einen oder anderen dynamischen Schwung in die Linie einzubringen.

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© BMW

Noch mehr Luxus

Wichtiger als dieser nur von Experten wahrnehmbare Feinschliff ist aber ein Zugewinn in der Ausstattung. Dynamic ESA, das semi-elektronische Fahrwerk, ist nun serienmäßig an Bord, was nur konsequent ist und dem Premium-Anspruch des Bikes entspricht.

Zwei andere Ausstattungen sind erstmals in diesem Jahr zu haben, allerdings gegen Aufpreise: die Rückfahrhilfe und der Schaltassistent Pro. Beide würden wir nach einem ersten Test empfehlen.

Die Rückfahrhilfe arbeitet auf elektrischer Basis, wird durch einen simplen Knopf aktiviert und dann per Druck auf den Starter gesteuert. So kann man sich sogar auf Steigungen (bis zu sieben Grad) aus misslichen Lagen retten. Man darf ja nicht vergessen: Die K 1600 GT wiegt schon ohne Koffer 319 Kilo – das kann beim Rangieren für einen allein leicht zu viel werden.

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Den Schaltassistenten Pro – vulgo Quickshifter – kennen wir bereits aus vielen BMW-Modellen und er funktioniert auch hier hervorragend. Im Zusammenspiel mit dem seidigen Sechszylinder, der nach dem Euro-4-Update sogar noch ein wenig direkter am Gas hängt und überaus geschmeidig reagiert, ergibt sich ein kongeniales Duo, das Schaltvorgänge zum lustvollen Akt macht.

Weltpremiere

Zudem integriert BMW in diesem Modell erstmals optional den "Intelligenten Notruf" – eine Premiere in der Motorradwelt. Das System wird in Österreich allerdings erst 2018 verfügbar sein und besteht aus einer eingebauten SIM-Card samt GPS- und Crash-Sensor. Registriert Letzterer einen Aufprall, wird die Position des Motorrads an ein Callcenter von BMW durchgegeben und die Rettungskette damit in Gang gesetzt.

Wird nur ein Ausrutscher registriert, fragt das Callcenter (immer in der Sprache des Fahrers) nach, was passiert ist. Kommt man selbst zu einer Unfallstelle, kann man das Callcenter über einen Knopf am Lenker direkt anrufen und auf diese Weise Hilfe holen.

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Wir haben’s bei unseren ersten Testfahrten übrigens unabsichtlich gleich live erlebt: Ein Kollege rutschte in einer spanischen Kurve aus, das System reagierte prompt. Zum Glück war weitere Hilfe nicht notwendig.

Aufgerüstet mit diesen Goodies – die sinngemäß auch für den noch pompöser ausstaffierte K 1600 GTL gelten – zementiert der große Tourer seine Vormachtstellung in diesem exklusiven Segment. Der neue Preis ist freundlicherweise nicht allzu weit in die Höhen gerutscht: 26.577 Euro markieren den neuen Einstieg in die Sechszylinder-Welt der Bayern.

(Kurier) Erstellt am 05/03/2017