Zweirad 04/11/2017

Honda SH125i/SH150i: Des Kaisers neue Kleider

Honda SH125i/SH150i: Des Kaisers neue Kleider
© Honda

Der meistverkaufte Roller Europas wird frisch gemacht: Mit Smart Key und feinen Design-Updates.

Die Zahlen sind eindrucksvoll: Über 26.000 Stück hat Honda im vergangenen Jahr vom SH125i und seinem Zwilling, den SH150i verkauft. Damit war der kleine Roller das meistverkaufte motorisierte Zweirad in Europa. Und im Mutterland der Rollerkultur – Italien – lag die SH-Familie (125, 150, 300) sogar geschlossen auf den ersten drei Plätzen.

Die Italiener dürften also entgegen ihrem Ruf doch um einiges pragmatischer sein, wenn es um die Wahl ihres Fortbewegungsmittels geht. Denn eines ist klar: Im Gegensatz zur südländischen Konkurrenz punktet der Honda nicht mit Geschichte, Lifestyle und Blechromantik, sondern mit dem Charme der Funktionalität: Die Radgröße sorgt für Stabilität und souverän-sicheres Fahrverhalten, der flache Durchstieg für leichtes Aufsitzen und Flexibilität beim Transport, die Verarbeitung ist fugenlos perfekt, die Ergonomie hondatypisch einwandfrei. Dazu gibt es serienmäßig ein ABS, ein superb funktionierendes Start-Stopp-System und ein Topcase, obwohl man seit dem letzten Generationswechsel im Jahr 2012 ohnehin auch einen Vollvisierhelm unter der Sitzbank verstauen kann.

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Wie verbessert man nun einen Roller, der seit 16 Jahren so erfolgreich ist und offenbar ohnehin alles richtig macht?

Zahlreiche Aufwertungen

Honda gibt 2017 die Antwort in Form eines umfassenden Updates, das vor allem zwei signifikante Neuerungen bringt: LED-Scheinwerfer samt LED-Tagfahrlicht und einen Smart Key. Der von vielen Autos und einigen Motorrädern bereits bekannte elektronische Schlüssel wird vom SH im Umkreis von zwei Metern erkannt. Damit wird der Drehknopf, der anstelle des Zündschlosses zu finden ist, automatisch entriegelt, die Lenkersperre lässt sich lösen, die Zündung aktivieren. Mit einem Druck auf den Startknopf kann die Fahrt beginnen.

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Parallel zu diesen beiden plakativen Neuerungen haben die Honda-Designer im italienischen R&D-Center die Karosserie und viele Komponenten neu gezeichnet – obwohl man, zugegeben, Experte sein muss, um dies zu erkennen, so moderat ging man zu Werke. Doch fast alle Plastikteile, die Spiegel, der Sattel (mit edler Doppelnaht und rutschfestem Bezug für den Sozius), sogar der Boden im Durchstieg, die Felgen und das Cockpit zeigen sich in neuer Form. Alles wieder ein Stück schöner – und im Zweifelsfall auch funktioneller.

Sparsam im Betrieb

Im Gegensatz dazu blieb die Technik nahezu unangetastet. Die Umstellung auf Euro 4 kitzelte noch ein halbes PS aus dem Motor (wir halten bei 12,2 PS und 11,5 Nm), die hinteren Federbeine wurden etwas softer abgestimmt, das war’s.Naturgemäß münden diese Änderung in kein gravierend unterschiedliches Fahrerlebnis. Der SH125i ist weiterhin souverän, stabil, funktionell und mit Start-Stopp-System auch sparsam; der WMTC-Verbrauch weist 2,1 l/100 km aus.

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© Honda

Wer wegen seines Führerscheins nicht auf 125er-Motoren angewiesen ist, könnte alternativ den SH150i ins Auge fassen. Das bis auf die unterschiedliche Zylinderbohrung völlig baugleiche Modell leistet 15 PS und 13,9 Nm, was vor allem im mittleren Drehzahlbereich eine deutlich knackigere Beschleunigung ermöglicht.

Das für Italien maßgeschneiderte Modell (125er sind auf Autobahnen verboten) wird bei uns zu einem Aufpreis von 300 Euro angeboten. Der in Österreich weitaus populärere SH125i kostet 3590 Euro.

(Kurier) Erstellt am 04/11/2017