News 01/08/2012

Motorshow: Autobauer fahren voll auf USA ab

Motorshow: Autobauer fahren voll auf USA ab
© dapd(c) AP

Vor vier Jahren sind in den Vereinigten Staaten die Absatzzahlen eingebrochen. Jetzt gilt das Land als Hoffnungsmarkt.

Laut waren die Wehklagen der Autobranche, als im Zuge der Krise 2008 die US-Konsumenten kein Geld mehr für einen Neuwagen hatten. Die Verkäufe brachen in den folgenden Jahren auf bis zu 10,43 Millionen Pkw und Pick-ups ein. General Motors und Chrysler mussten Insolvenz anmelden. Von den Rekordzahlen früherer Jahre mit knapp 17 Millionen Neuzulassungen ist man zwar noch immer weit entfernt. Immerhin waren es im Vorjahr wieder 12,78 Millionen, heuer werden zwischen 13,5 und 14 Millionen erwartet.

Im Vorfeld der Montag beginnenden Detroit Motorshow ist durchaus eine Aufbruchstimmung festzustellen. "Die Kunden müssen ihre Autos ersetzen, weil die Wagen alt sind", sagt Ford-Sprecherin Ellen Hughes. Zudem hätten mehr Menschen wieder Geld dafür, da die Zahl der Arbeitslosen im Land rückläufig sei.

 

Porsche 911 Carrera Cabriolet: Europa-Premiere in Wien.
© Porsche AG

Anders das Bild in Europa: Die Schuldenkrise geht um, die Verkaufszahlen sind rückläufig. Ausnahme sind Deutschland und Österreich. Hier zu Lande werden für 2011 rund 355.000 Pkw-Zulassungen erwartet – ein Rekord (siehe Bericht unten).

Autoexperte Ferdinand Dudenhöffer vom CAR-Center in Düsseldorf rechnet heuer mit einem Absatzrückgang in Westeuropa von 670.000 Stück. Europas Autobauer müssen sich daher nach alternativen Märkten umschauen. "Detroit wird damit zu einem Hoffnungsträger für die Europäer", sagt Dudenhöffer. Die deutschen Autobauer könnten heuer bis zu 150.000 Autos in den USA mehr verkaufen. Damit würden sie den Absatzrückgang in Europa teilweise ausgleichen. "Das gilt aber nur theoretisch, da nicht alle, die in Europa verlieren, auch in den USA gewinnen", so der Experte. "Peugeot-Citroën etwa kann nicht auf die USA hoffen."

Fiat hingegen profitiere von seiner Beteiligung an Chrysler. Dudenhöffer: "Ohne Chrysler würde es für Fiat düster aussehen." Ähnliches gelte für Renault-Nissan. Der japanische Partner hat in den USA 8,2 Prozent Marktanteil.

 

Neue Werke

BMW fährt mit seiner neuen 3er-Limousine vor
© © BMW AG / Nur für Pressezwecke / For press purposes only - 09/2011

Dass die USA als Automarkt wieder die Poleposition einnehmen, zeigt auch deren Bedeutung als Produktionsstandort. VW hat eine Fabrik im Land eröffnet, BMW startete 2011 die Produktion des X3 vor Ort und Mercedes kündigte den Ausbau seines Werkes an. "Von den Deutschen fehlen nur noch Audi und Porsche. Darüber wird in Detroit sicher diskutiert", glaubt Dudenhöffer. Auch US-Autobauer investieren wieder. Chrysler etwa kündigte an, ein stillgelegtes Werk in Detroit in Betrieb zu nehmen.

Trotz aller Zuversicht für die USA lassen die Hersteller die großen Wachstumsmärkte China und Indien nicht außer Acht. Zwar sind die Steigerungsraten nicht mehr so groß wie in früheren Jahren, die Fabriken sind aber noch immer ausgelastet. Europas größter Autobauer Volkswagen etwa will daher bis 2016 in China 14 Milliarden Euro investieren.

Ein Nischendasein führen weiterhin Elektroautos mit weltweit rund 50.000 Verkäufen. Nissans Leaf wurde 10.000-mal verkauft, beim Chevrolet Volt, der baugleich mit dem Opel Ampera ist, waren es 7700 Stück.

Pkw-Anmeldungen: Österreich und Deutschland als Europameister

Das neue Stadtauto VW up!, das in Bratislava gefertigt wird.
© Achim Hartmann

Die Schuldenkrise in Europa hat auch dem europäischen Auto-markt einen Dämpfer versetzt: Die Konsumenten sparen angesichts unsicherer Zeiten, Pkw-Käufe werden verschoben. Während der Markt in den USA wieder boomt, ging in Europa die Zahl der Neuanmeldungen in den ersten elf Monaten 2011 (neuere Zahlen liegen noch nicht vor) um 1,4 Prozent auf 12,6 Millionen Fahrzeuge zurück.

Vor allem in Süd- und Osteuropa schrumpft der Markt, in Spanien etwa um 6,4 Prozent, in Italien um minus 9,2 Prozent.

Der einzige große Markt, der in Europa wächst, ist Deutschland: Laut offiziellen Zahlen stiegen die Neuzulassungen 2011 kräftig um neun Prozent auf 3,16 Millionen Pkw. Damit nähere sich der Markt wieder der Struktur vor der staatlichen Abwrackprämie 2009 an, heißt es.

Auch in Österreich ging die Krise an den Autohäusern scheinbar spurlos vorbei: In den ersten elf Monaten 2011 wurden 332.787 Pkw neu zugelassen – ein Plus von acht Prozent. Damit wurde bereits Ende November das Rekordergebnis von 2010 übertroffen.

Die unterschiedliche Entwicklung der Märkte schafft auch bei den Marken eine Art Zwei-Klassen-Gesellschaft: Die schwache Nachfrage in den Schuldenländern Südeuropas hat dort stark vertretenen Herstellern wie Fiat oder PSA Peugeot Citroen rückläufige Absatzzahlen beschert. Deutsche Hersteller wie VW oder BMW hingegen konnten sich vom Trend absetzen, bei VW sprach Vertriebsvorstand Christian Klingler für 2011 gar von einem neuen Auslieferungsrekord.

Für 2012 sind die Erwartungen unterschiedlich: Klingler erwartet ein "anspruchsvolles Jahr 2012", BMW-Chef Norbert Reithofer ist hingegen weiter "optimistisch für den US-Premiummarkt".

Pkw-Anmeldungen

Österreich und Deutschland als Europameister

D ie Schuldenkrise in Europa hat auch dem europäischen Auto-markt einen Dämpfer versetzt: Die Konsumenten sparen angesichts unsicherer Zeiten, Pkw-Käufe werden verschoben. Während der Markt in den USA wieder boomt, ging in Europa die Zahl der Neuanmeldungen in den ersten elf Monaten 2011 (neuere Zahlen liegen noch nicht vor) um 1,4 Prozent auf 12,6 Millionen Fahrzeuge zurück.
Vor allem in Süd- und Osteuropa schrumpft der Markt, in Spanien etwa um 6,4 Prozent, in Italien um minus 9,2 Prozent.
Der einzige große Markt, der in Europa wächst, ist Deutschland: Laut offiziellen Zahlen stiegen die Neuzulassungen 2011 kräftig um neun Prozent auf 3,16 Millionen Pkw. Damit nähere sich der Markt wieder der Struktur vor der staatlichen Abwrackprämie 2009 an, heißt es.
Auch in Österreich ging die Krise an den Autohäusern scheinbar spurlos vorbei: In den ersten elf Monaten 2011 wurden 332.787 Pkw neu zugelassen – ein Plus von acht Prozent. Damit wurde bereits Ende November das Rekordergebnis von 2010 übertroffen.
Die unterschiedliche Entwicklung der Märkte schafft auch bei den Marken eine Art Zwei-Klassen-Gesellschaft: Die schwache Nachfrage in den Schuldenländern Südeuropas hat dort stark vertretenen Herstellern wie Fiat oder PSA Peugeot Citroen rückläufige Absatzzahlen beschert. Deutsche Hersteller wie VW oder BMW hingegen konnten sich vom Trend absetzen, bei VW sprach Vertriebsvorstand Christian
Klingler für 2011 gar von einem neuen Auslieferungsrekord.
Für 2012 sind die Erwartungen unterschiedlich: Klingler erwartet ein „anspruchsvolles Jahr 2012“, BMW-Chef Norbert Reithofer ist hingegen weiter „optimistisch für den US-Premiummarkt“.

Vienna Autoshow: 40 Marken, 400 neue Modelle

Das Elektroauto Opel Ampera kommt Mitte Jänner auf den Markt.
© Werk

Neue Modelle gibt es nicht nur im fernen Detroit, sondern auch in Wien zu bestaunen. Von 12. bis 15. Jänner öffnet am Messegelände die Vienna Autoshow ihre Pforten. 40 Marken warten mit rund 400 Neuwagen auf, darunter zahlreiche Österreich- und Europa-Premieren.

Erstmals in Europa öffentlich vorgestellt wird der neue Porsche 911 Carrera Cabriolet . VW präsentiert fünf Österreich-Premieren, darunter den VW up!, ein dreitüriges Stadtauto. Aus dem Hause Audi fahren der neue A4 und A1 Sportback vor, BMW zeigt den neuen 3er. Von der Schwesternmarke Mini ist der Mini Paceman zu sehen, der ab Ende des Jahres von Magna in Graz für den Weltmarkt gebaut wird.

Auch Elektroautos sind in Wien ein Thema: Renault gibt mit dem Fluence Z.E. und Twicy einen Blick auf seine Entwicklungen, Opel stellt den Ampera aus und Toyota den Prius Plug-In.

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(Kurier) Erstellt am 01/08/2012