über Friedrich Frey
03/25/2016

Neue Ära, alte Werte

Auch die Digitalisierung ersetzt nicht Mut und Unternehmergeist.

von Maria Brandl

Der Umbruch im Autohandel ist enorm. Die Digitalisierungswelle im Dienstleistungs- und Werkstättenbereich, neue Vertriebswege und Autonutzungsmodelle, um nur einige Brennpunkte zu nennen, fordern die Branche gewaltig heraus.

Derart markante Umbrüche finden nicht alle Jahre statt, aber sie sind nicht neu. Einer der Letzten, der auch frühere aktiv miterlebt hat, ist Friedrich Frey, 45 Jahre lang Toyota-Importeur. Als Frey 1970 durch einen Tipp eines Amerikaners auf Toyota als Ersatz für NSU stieß, trafen zwei völlig fremde Welten aufeinander. Die erste Kontaktreise – aus Kostengründen mit Studententickets einer arabischen Fluglinie mit sechs Mal übernachten – fiel reichlich exotisch aus.

Aber offenbar fanden die Japaner an dem seltsamen Gast Gefallen und gingen auf seine Forderungen ein. Immerhin hatte die Firma Frey damals schon 40 Händler. Schwieriger waren die technischen Rahmenbedingungen. So glaubten die Japaner lange nicht, dass Frey mit japanischen Handbüchern nichts anfangen konnte und hier andere Zulassungsbedingungen galten als in Japan. Die heimischen Autokäufer klagten wiederum über die minimalen Kofferräume und kleinen Sitze der Toyotas.

Aber der Mut und Unternehmergeist auf beiden Seiten zahlte sich aus. In den goldenen 80er-Jahren erzielte Toyota Frey einen Marktanteil von 11,5 %. Das war 1970 ebenso wenig absehbar wie die Tatsache, dass Toyota einmal der größte Autohersteller der Welt sein werde.

Die Zeiten ändern sich. Aber gewisse Tugenden bleiben unerlässlich.

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