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11.09.2018

Neuer Jeep Cherokee: Alte Rothaut, neu camoufliert

Selten war die Bezeichnung „Facelift“ für die Auffrischung eines Modells so stimmig.

Jeep-Traditionalisten blieb beim Erstkontakt mit dem vor vier Jahren vollkommen erneuerten Cherokee glatt die Spucke weg. Hatte sich der mittelgroße Jeep doch optisch radikal von seinem Vorgänger entfernt und so gar nichts mehr von dem an sich, was sich Fans der US-Marke unter authentischem Jeep-Design vorstellten.

Ursache für die Schnappatmung – und, wie sich ja rasch zeigen sollte – die bei uns zurückhaltende Kaufakzeptanz: Die nachhaltig missglückte Frontpartie mit hoch positionierten, schlitzäugigen Hauptscheinwerfern in schrulligem Alien-Look.

Dass der althergebrachte Kühlergrill mit den charakteristischen sieben Öffnungen ebenfalls nicht unangetastet geblieben war, hat zum relativen Misserfolg der Cherokee-Vorgängergeneration sicher auch einiges beigetragen.

Jetzt ist wieder alles gut, weil die umstrittene Front entschärft und wieder durch massenkompatiblere Optik ersetzt worden ist. Zum geänderten Äußeren zählen außerdem LED-Scheinwerfer, LED-Heckleuchten und eine Smart-Fuel-Tankklappe mit integriertem Verschluss des Einfüllstutzens.

Innen fallen Blenden in Pianolack, satiniertes Chrom um die Lüftungsdüsen, Mittelkonsole mit USB-Anschluss und – je nach Ausstattung – ein 7-Zoll-Vollfarb-Display auf.

Zum Marktstart (bei uns übrigens am kommenden 4. Oktober, Preise ab € 54.990,–) ist ein nach Euro 6d Temp homologierter 2,2-Liter-Turbo-Diesel-Direkteinspritzer in zwei Leistungsstufen lieferbar: Eine 195-PS-Variante in Verbindung mit einer 9-Gang-Automatik und wahlweise mit Allrad- oder (erstmals hier im Cherokee) Frontantrieb.

Im ersten Quartal ’19 folgt zusätzlich eine gedrosselte 2,2-Liter-Version mit 150 PS und 6-Gang-Schaltgetriebe, analog zum stärkeren Diesel mit 4WD- oder Vorderradantrieb.

Anfang ’19 kommt außerdem auch ein 2,0-Direkteinspritzer-Benziner mit 270 PS, ausschließlich mit 9-Gang-Automatik und Allradantrieb.

Am Steuer

Wer – wie der Motor-KURIER auf ersten Testkilometern – auch in schwerem Terrain legendäre Jeep-4x4-Kompetenz erwartet, wird nicht enttäuscht sein. Das jetzt um acht Kilo leichtere Allradsystem verfügt über eine Geländereduktion, die sich in hoher Kletterfähigkeit und außergewöhnlichen Kriecheigenschaften in extremen Geländesituationen manifestiert. Dazu kommt eine Bergabfahr-Kontrolle, die den Cherokee steile Abhänge hinunterkraxeln lässt, ohne dass der Jeep-Pilot Brems- und Gaspedal betätigen muss.

In der ersten Jahreshälfte ’19 vervollständigen wird die Cherokee-Palette dann auch noch eine äußerst geländefähige Trailhawk-Variante, die ausschließlich in Kombination mit dem 2,0-Benziner zu haben sein wird.