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06/01/2022

Neuer Lexus RX: Endlich auch als Plug-in-Hybrid

Der neue RX kommt in drei Motorvarianten - eine hat einen Stecker

von Michael Andrusio

In Kürze

-Drei Motorvarianten

-Eine Plug-in-Hybrid-Version mit rund 65 km Reichweite

-Verbesserte Fahrdynamik

-Neu strukturiertes Infotainment-System

-Marktstart Anfang 2023

Es ist die mittlerweile fünfte Generation des RX, die Lexus nun präsentiert. 1998 eingeführt entwickelte sich das Nobel-SUV rasch zu einem Bestseller im kleinen, aber feinen Sortiment der Japaner. Und schon 2005 kam der RX erstmals als Hybridversion.

Dabei blieb es aber. Während die Konkurrenz rasch die Hybride mit externer Lademöglichkeit nachreichte, beließ es Lexus lange beim einfachen selbstladenden Hybrid.

Warum die Elektrifizierung - auch was den Start eines reinen Elektroautos wie dem RZ - bei Lexus eher mit Bedacht ablief, erklärt der Chef von Lexus in Europa, Spiros Fotinos, im Gespräch mit motor.at so. Während andere Hersteller wegen der drohenden CO2-Strafzahlungen schon mit dem Rücken zur Wand standen, konnte man bei Lexus noch die Technologien anbieten, die für die Kunden relevant waren.

Trotzdem hat man wohl in den vergangen Jahren wegen der fehlenden PHEV-Option Kunden an die Konkurrenz verloren, die man nun wieder zurückgewinnen will.

Antriebe

RX-Kunden können künftig gleich aus drei unterschiedlich ausgerichteten Motorisierungen wählen. Die Basis bildet dabei der 350h, ein einfacher Hybrid, bei dem ein 2,5-l-Benziner und ein E-Motor zusammengespannt werden. "Der 350h ist das Angebot für Kunden, die weg vom Diesel und einen ersten Schritt in Richtung Elektromobilität machen wollen, aber noch keinen Plug-in-Hybrid kaufen möchten", erklärt Spiros Fotinos die Rolle des Basis-RX.

Der 350h kommt auf eine Systemleistung von 245 PS. Darüber gibt es nun den Plug-in-Hybrid, den RX 450h+. "Das wird die wichtigste Variante in der RX-Familie, weil dieses Segment wächst und es hier auch Förderungen oder steuerliche Vorteile gibt", erklärt Fotinos. 306 PS Systemleistung hat man im RX 450h+. Die elektrische Reichweite soll dabei mindestens 65 Kilometer ausmachen. Außerdem erklären die Lexus-Leute, dass er bei leerem Stromspeicher zum Hybrid wird und dann weniger Kraftstoff braucht als vergleichbare Systeme (wie das in der Praxis aussieht, werden dann Testfahrten zeigen).

Darüber gibt es aber noch eine Variante, auf die die Lexus-Entwickler besonders stolz sind, den RX als 500h, und den man als ersten "Turbo-Hybrid" der Marke tituliert. Heißt, auch hier hat man wieder einen Hybrid ohne Plug-in, wobei aber der E-Motor mit einem besonders kräftigen Turbo-Benziner mit 2,4 Litern Hubraum kombiniert wird. Die Systemleistung beträgt hier stramme 371 PS. Auch sonst bekommt der 500h einige Goodies, die die anderen beiden so nicht haben. Statt eines CVT-Getriebes bekommt der 500h eine echte Sechsgang-Automatik und der Allradantrieb ist derselbe wie im elektrischen Lexus (dem RZ), genannt Direct4. Das System reagiert schneller und kann die Kraft in Millisekunden zwischen den beiden Achsen verteilen. Alles, um die Dynamik zu verbessern und dazu tragen auch die Hinterachslenkung und die F-Sport-Ausstattung (serienmäßig beim 500h) bei.

Was ist sonst neu beim RX? Optisch nimmt das Design Stilelemente auf, die Lexus beim ebenfalls neuen NX eingeführt hat. Jedenfalls wirkt das Design des RX rundum stimmig und fesch. Bei der Länge bleibt alles beim alten, verlängert wurde der Radstand, außerdem ist er breiter und etwas niedriger geworden.

Innenraum

Viel getan hat sich auch im Inneren und bei der ersten Sitzprobe wirkt der neue RX nicht nur edel eingerichtet, auch die Bedienung des Infotainments schaut jetzt logischer aus. "Hände ans Lenkrad, Augen auf die Straße" lautet das hehre Ziel des Entwickler. Klar gibt es einen großen (14 Zoll) Touchscreen. Dinge wie Temperaturregelung oder Lautstärke sind aber einfach über klassische Drehregler zu steuern. Und viele Funktionen sind als Tasten im Lenkrad hinterlegt. Auch eine Sprachsteuerung ist an Bord und sie wird, wie könnte es anders sein, mit "Hey Lexus" herbeigerufen. Positiv aufgefallen ist uns auch die elektromechanische Öffnung der Türen. Der Knopf auf der Innenseite sitzt ergonomisch gesehen exakt dort, wo man die Tür beim Öffnen angreift - eine Kleinigkeit, die aber die Detailverliebtheit der Lexus-Macher widerspiegelt.

Natürlich hat auch der neue RX eine ganze Armada an Fahrassistenzsystemen an Bord. So zum Beispiel einen proaktiven Fahrassistenten, der dann arbeitet, wenn der Geschwindigkeitsregler nicht aktiv ist (um Fußgängern oder Hindernissen auszuweichen) oder einen Fahrer-Monitor, der den Fahrer überwacht und bei einer möglichen Übermüdung Alarm schlägt und das Auto im Extremfall sogar komplett zum Halt bringen kann.

Der neue Lexus RX wird Anfang nächsten Jahres auf den Markt kommen. Preise gibt es noch keine.

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