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Fahrbericht
02/15/2014

Neuer Mini – erstmals gefahren

Die dritte Generation der Neuauflage ist länger und breiter, verbraucht und emittiert aber weniger.

von Ad Raufer

Wenn von Mini die Rede ist – nicht von dem, der 1959 auf den Markt kam, sondern von der im Jahr 2001 lancierten Neuauflage –, dann sind meistens auch Attribute wie Kult, Ikone und Lifestyle nicht weit. Ein Ergebnis beherzt-genialer Werbestrategien, die das Auto bewusst-aggressiv in Richtung jung, cool und hip positioniert haben – alles Begriffe, von denen andere Kleinwagen nicht einmal träumen können.

Ab 15. März ist die neue – mittlerweile – dritte Generation bereit für den Marktstart. Äußerlich nur evolutionär weiterentwickelt (Scheinwerfer und Heckleuchten mit breiter Chromeinfassung), behält der um knapp 10 Zentimeter auf nunmehr üppige 3,82 Meter gewachsene Kleinwagen, der bei Weitem nicht mehr mini, sondern im Vergleich zum Original ein ziemlich großes und bulliges Auto ist, die markentypische Formensprache, Proportionierung und Karosseriestruktur. Die vorn um 42 und hinten um 34 Millimeter auf einheitlich 1,5 Meter verbreiterte Spur unterstreicht – intensiver denn je – die athletische Statur des Autos, die jetzt zusätzlich durch eine umlaufende schwarze Karosserieumrahmung betont wird.

Drei- und Vierzylinder

Der Start des neuen Mini ist auch mit einem Generationswechsel im Antriebsbereich verbunden, wird doch der Mini erstmals in der Geschichte (auch) mit Dreizylindermotoren angeboten.

Der Mini ist somit das erste Fahrzeug im BMW-Konzern (zu dem Mini ja gehört), das Aggregate der 2012 vorgestellten neuen Motorenfamilie in die Großserie umsetzt. Eine zentrale Rolle kommt dabei dem 1,5-Liter-Dreizylinder zu, den es sowohl als Benziner als auch mit Dieseltechnik gibt. Der Ottomotor leistet im Cooper 136 PS und im Cooper Diesel 116 PS. Der Cooper S schließlich wird als einziger Mini von einem Vierzylinder angetrieben, der aus zwei Liter Hubraum 192 PS schöpft.

Alle drei Aggregate arbeiten nach dem Prinzip der Direkteinspritzung, setzen neue Maßstäbe in Bezug auf minimierte Verbrauchs- und Emissionswerte – BMW/Mini redet von einer Reduktion von immerhin bis zu 27 % – und entsprechen der ab September geltenden neuen Euro-6-Abgasnorm.

Fortschritte werden auch im Cockpit offenkundig. Ganz im Sinn optimierter Funktionalität wandern Tacho, Drehzahlmesser und Tankanzeige ins zentrale Blickfeld des Fahrers, womit auch der alte Vorwurf der unpraktischen Bedienung Geschichte ist. Ebenfalls überfällig war die Übersiedelung der Fensterheber-Tasten, die nun endlich dort sind, wo sie hingehören, nämlich in den Türverkleidungen. Das Zentralinstrument in der Mitte des Armaturenbretts beherbergt nur noch Zusatzinfos wie etwa Naviangaben oder Radiosender, die mittels Controller auf der Mittelkonsole im Stil des BMW-i-Drive-Dreh-/Drückschalters angesteuert werden.

Am Steuer

Für Intensivierung des Mini-typischen Gokart-Feelings sorgen ein komplett überarbeitetes Fahrwerk, eine weiterentwickelte elektromechanische Servolenkung und die geänderte Feder- und Dämpferabstimmung. Ergebnis: Das Auto glänzt durch ebenso agiles wie spritziges Fahrverhalten, lenkt unmittelbar und präzise ein und stellt wegen vollkommener Absenz von heiklen Lastwechselreaktionen den Mini-Piloten auch im Grenzbereich vor keine unlösbaren Aufgaben.

Preise gibt’s auch schon: Der Cooper (136 PS) ist ab € 20.190,– zu haben, der Cooper D (116 PS) ab € 21.540,–, das Topmodell Cooper S (192 PS) steht ab € 25.740,– in der Liste.

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