Tests 02.09.2017

Nissan Micra: Auch Mäuse werden erwachsen

Nissan Micra: Auch Mäuse werden erwachsen
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Die fünfte Generation des kompakten Nissan ist deutlich gewachsen.

Seit man in der Marketingabteilung von Nissan auf die Idee kam, ein Sondermodell "Mouse" zu nennen, reden viele Micra-Fahrer und Fahrerinnen gerne von ihrer Maus. Mittlerweile ist es die fünfte Generation des kleinen Micra, die bei den Händlern steht – wenn auch nicht als Mouse (noch nicht).

Der verniedlichende Spitzname hat den Kleinen aber nicht davor bewahrt, "erwachsen" zu werden und vor allem bei den Abmessungen zuzulegen. Gleich um 17 Zentimeter überragt der Neue seinen Vorgänger, die Breite hat um acht Zentimeter zugelegt. Mit 3,99 Meter bleibt der Micra aber noch einigermaßen kompakt – für die Begegnung mit knapper bemessenen Parklücken gibts Rückfahrkamera bzw. Einparkhilfe zur Unterstützung.

Dank der neuen Abmessungen ist das Platzangebot für die Fahrgäste ohne Fehl und Tadel, auch hinten sitzt man durchaus gut, als gewöhnungsbedürftig erweist sich nur der aus Designgründen gut getarnte Türöffner. Auch im Kofferraum hat man ausreichend Laderaum zur Verfügung. Wenn etwas stört, dann ist es nur die kleine Stufe, die stehen bleibt, wenn man die Rücksitze umklappt.

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Dreizylinder

Wir sind den Micra mit der 0,9 IG-T-Motorisierung gefahren. Hinter der etwas sperrigen Bezeichnung verbirgt sich ein kleiner Benziner mit drei Zylindern und 0,9 Litern Hubraum, dem mittels Turbolader 90 PS herausgekitzelt werden. An den Fahrleistungen gibt es nichts auszusetzen (auf 100 km/h beschleunigt man in 12,1 Sekunden), gewöhnungbedürftig ist eher der akustische Auftritt des Dreizylinders. Vor allem im Leerlauf klingt der kleine Motor nach weniger Zylindern, bei zunehmender Drehzahl wird der Klang kerniger und angenehmer – die höheren Drehzahlen sind auch schon deswegen angebracht, da im unteren Drehzahlbereich wenig Schmalz zur Verfügung steht. Ein sechster Gang wäre mitunter bei Autobahntempo erstrebenswert, aber grundsätzlich passt das 5-Gang-Schaltgetriebe gut zum kleinen Benziner.

Die Lenkung arbeitet ausreichend präzise und auch das Fahrverhalten ist absolut untadelig, auch dank des längeren Radstands.

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Cool gibt sich der Nissan Micra auch im Interieur. Das unten abgeflachte Lenkrad soll Sportlichkeit vermitteln und wichtig für die Bedienung ist der 7-Zoll-Touchscreen (ab Version Acenta) in der Konsole. Man findet sich hier recht schnell zurecht und kann – unter anderem – mittels 360-Grad Surround View betrachten, was sich vor und hinter dem Auto tut. Auch an eine Smartphoneanbindung ist gedacht, allerdings wird derzeit nur Apple Carplay unterstützt.

In der von uns getesteten Version N-Connecta sind Annehmlichkeiten wie automatische Klimaanlage und Navigationssystem serienmäßig an Bord. Zudem gibts hier Nebelscheinwerfer und Regensensor.

Der Nissan Micra kostet als N-Connecta mit 3-Zylinder-Turbo-Benziner ab € 18.359,–. Die Preise für die "kleine" Maus starten bei € 11.990,– (siehe unten).

Antrieb: Dreizylinder-Benziner, Multipoint-Saugrohreinspritzung, Turbolader, manuelles 5-Gang-Getriebe, Vorderradantrieb; 0 – 100 km/h in 12,1 Sekunden, Spitze 175 km/h, Euro 6.

Hubraum: 898 cm³

PS/kW: 90/66maximales Drehmoment: 140 Nm bei 2250/min

Fahrwerk: Selbsttragende Karosserie, vorne Querlenker und MacPherson-Federbeine, hinten Verbundlenkerachse, vorne Scheibenbremsen, hinten Trommelbremsen, hydraulischer Bremsassistent mit elektr. Bremskraftverteilung, Zahnstangenlenkung mit elektrischer Servolenkung, ABS, elektronisches Stabilitätsprogramm ESP, Notbremsassistent, Berganfahr-Assistent.

Maße (LxBxH): 3999 x 1734 x 1455 mm

Wendekreis: 10 m Radstand: 2525 mm

Kofferraum: 300 – 1004 Liter

Gewicht: 1053 kg/Gesamtgewicht: 1140 kg Tankinhalt: 41 Liter

Normverbrauch: 4,8l/100 km 107 g/km CO²

Testverbrauch: 6,8l/100km

Preis: 18.359 €/Preis Testwagen:19.589 €

Motorbezogene Versicherungssteuer: 312,48 €

(Kurier) Erstellt am 02.09.2017