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01.10.2018

Neuer Suzuki Jimny im Fahrbericht: Klein, ja – aber so richtig oho

Talentierter Offroader mit Leiterrahmen, Allradantrieb und Geländeuntersetzung.

Zwei Jahrzehnte Bauzeit sind aus heutiger Sicht eine gefühlte Ewigkeit. So lang nämlich ist der kleine Jimny bereits auf dem Markt und auch das letzte Facelift liegt mittlerweile schon sechs Jahre zurück.

In diesen zwanzig Jahren hat sich der Bonsai-Kraxler eine treue Fangemeinde aufgebaut, die hauptsächlich aus Förstern, Jägern, Land- und Hüttenwirten bestand. Mit der Neuauflage will Suzuki nun nicht mehr hauptsächlich nur gewerbliche Kundschaft ansprechen, sondern vielmehr verstärkt den Lifestyle-Charakter des Fahrzeugs betonen. Die Befürchtungen, dass Suzuki das Allrad-Konzept samt Leiterrahmen aufweichen und den Jimny als weichgespülten Soft-Offroader, womöglich wahlweise auch nur mit Frontantrieb anbieten will, haben sich indes nicht bewahrheitet.

Ganz im Gegenteil: Bei der 4x4-Performance des ultrakompakten Kultautos haben die fernöstlichen Entwicklungsingenieure noch ein Schäuferl nachgelegt, wird doch der Allradantrieb nicht mehr – wie beim Vorgängermodell – mit einer Taste in der Mittelkonsole, sondern nach guter alter Sitte per zweitem Schalthebel aktiviert. Alle vier angetrieben Räder heißen bei Suzuki Allgrip Pro, wobei das System dankenswerterweise nach wie vor auch über eine Geländeuntersetzung verfügt.

Am Steuer

Nicht nur: Neben dem Jeep Wrangler ist der Suzuki heutzutag’ der einzige Geländewagen, der vorn und hinten mit Starrachsen ausgerüstet ist, was sich im Verein mit der Untersetzung und den geringen Überhängen in beeindruckender Geländefähigkeit manifestiert. Erste Testkilometer in schwierigem Offroad-Terrain samt steilen Bergauf-Passagen und durch schlammige Furten offenbaren, dass der Jimny ebenso unaufgeregt wie stur alle an ihn gestellten Anforderungen mit geradezu arroganter Leichtigkeit zu bewältigen imstande ist. Zusätzlich unterstützt wird das hohe Geländetalent durch eine Traktionskontrolle, die als Ersatz für eine Differenzialsperre dient sowie durch Bergan- und Bergabfahrassistenten.

 

Der Jimny wird – und zwar ausschließlich – von einem 102 PS leistenden 1,5-Liter-Vierzylinder-Benziner angetrieben, einen Diesel wird’s wegen des elenden Images, das der Selbstzünder umgehängt bekommen hat, keinen geben. Der Saug-Benziner löst den alten 1300er mit 84 PS ab und ist schon jetzt nach der jetzt im September startenden Abgasnorm Euro 6d Temp homologiert. Beim Wechsel auf versiegelte Straßen wird schnell klar, dass das angestammte Jimny-Revier eher nicht auf Bundesstraßen und Autobahnen zu finden ist: Der neue Motor macht seine Sache zwar bedeutend besser als das alte Aggregat, hängt gut am Gas, wird aber obenherum ziemlich laut und verlangt nach Drehzahl – was ja auch das Datenblatt bestätigt, das 130 Newtonmeter erst bei späten 4000 Touren ausweist.

Der Bonsai-4x4 steht ab 4. Oktober ’18 bei den heimischen Suzuki-Händlern.

Start Die vierte Generation wird bei uns ab 4. Oktober angeboten.

Varianten Im Lieferprogramm finden sich drei Ausstattungslinien, allesamt mit 5-Gang-Schaltgetriebe: Pure, Clear und Flash, das Basismodell (also Pure) ist ab € 17.990,– zu haben.
Darüber hinaus offeriert Suzuki den Jimny alternativ auch mit 4-Gang-Automatik; Preis: ab € 20.990,–.

Motor 4-Zylinder-Benziner, 102 PS, 1462 , 130 Nm bei 4000 U/min, Abgasnorm: Euro 6d Temp.

Maße 3645x1645x1705 mm, Radstand 2250 mm, Gewicht 1090 kg, Gesamtgewicht 1435 kg, Anhängelast gebremst/ungebremst 1300 /350 kg.

Offroad Bodenfreiheit: 210 mm, Böschungswinkel vorn/hinten: 37 /49, Rampenwinkel: 28.