News 10/05/2017

Nissan Leaf: Der Pionier darf jetzt zu einem normalen Auto werden

Nissan Leaf: Der Pionier darf jetzt zu einem normalen Auto werden
© Nissan

Die zweite Generation des ersten als E-Auto entwickelten Großserien-Stromers kommt im Jänner zu uns.

Als Vorreiter hat man es schwerer als der trägere Rest. Diese Erfahrung musste auch Nissan mit dem Leaf machen.

Das erste nicht auf Batteriebetrieb umgestrickte, sondern konsequent als E-Auto entwickelte Großserien-Modell darf für sich zwar beanspruchen, das weltweit meistverkaufte E-Auto zu sein und den Türöffner für die leistbare Elektromobilität gespielt zu haben. Insgesamt blieben die Verkaufszahlen aber hinter den bei der Premiere gesteckten Erwartungen zurück. Was weniger am Auto lag, als an den schwierigen Rahmenbedingungen (träge Entwicklung der Lade-Infrastruktur, sinkender Ölpreis etc).

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Dennoch hat sich das Thema E-Auto inzwischen so weit etabliert, dass die zweite Generation des Leaf ihren Pionierstatus optisch nicht mehr vor sich hertragen muss. Es reicht, ein gefälliges Auto der Golf-Klasse zu sein, das eben einen Elektromotor nutzt. Von den Abmessungen her weitgehend ident mit dem Vorgänger (Länge 4,490 m), wirkt der Neue größer. Mit einem Kofferraumvolumen von 435 l (Vorgänger: 370 l) hat er auch mehr Nutzwert zu bieten.

Das Cockpit dominiert ein Monitor in der beliebten Tablet-Optik, dennoch blieben einige Schalter übrig, die vor allem auf den Lenkrad-Speichen wuchern. Selbstredend ist alles zum Thema Konnektivität und Fahrer-Assistenz an Bord, was technischer Stand der Dinge ist.

Vollautomatisch parken

Überdies wird dem Leaf die Ehre zu Teil, als erstes Modell der Marke den vollautomatischen Park-Assistenten bieten zu können. Dabei wird der Fahrer zum Passagier, hat das System einen passenden Parkplatz erkannt und per Knopfdruck den Befehl erhalten, diesen anzusteuern.

Weitere Neuigkeit: Das Fahrpedal ist im neuen Leaf so angelegt, dass man die Bremse nur mehr in Ausnahmefällen bedienen muss. Sobald der Fahrer nämlich vom Pedal geht, setzt die volle Verzögerung ein, die der zum Generator mutierende E-Motor entwickelt. Freilauf ist damit – ähnlich wie beim BMW i3 und im Gegensatz etwa zum VW E-Golf – abgesagt.

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E-Motor (150 PS/320 Nm) und Batterie (40 kWh) liegen leistungsmäßig etwas über der aktuellen, vor Kurzem nachgebesserten Variante des Vorgängermodells. Nissan gibt derzeit eine Norm-Reichweite von 378 km an, allerdings gemessen nach dem alten NEFZ-Modus. Die Werte nach dem praxisnäheren WLTP-Modus werden nachgereicht. Mehr Reichweite soll erst in zwei Jahren bei der nächsten Ausbaustufe möglich werden.

Wen das nicht kümmert, der kann sich ein Exemplar der zum Marktstart aufgelegten Sonderserie "Leaf2.Zero" bereits jetzt zu einem Preis von € 34.990,– ordern. Die normalen Preise werden spätestens bei der Vienna Autoshow im Jänner vorliegen, die auch den Österreichstart des neuen Leaf markiert. Die ersten Kunden sollten ihren Stromer Anfang Februar erstmals an die Steckdose anhängen können.

(Kurier) Erstellt am 10/05/2017