Nisan Leaf

© KURIER/Horst Bauer

Test
05/11/2016

Nissan Leaf: Für ein paar Kilometer mehr

Die verbesserte Version des Elektroauto-Pioniers mit größerer Reichweite im Praxiseinsatz.

von Horst Bauer

Ein paar Meilensteine hat er schon gesetzt. So war der Nissan Leaf das erste Großserien-Elektroauto, das von Grund auf als solches entwickelt wurde. Und das erste E-Auto, das (2011) den Titel "Auto des Jahres" erobern konnte.

Dass man ihn bei uns in der Folge dennoch kaum auf der Straße gesehen hat, lag weniger am Auto selbst, als an den schwierigen Rahmenbedingungen wie vergleichsweise hoher Preis, geringe Reichweite und sehr wenige Ladestationen.

Fünf Jahre später hat Nissan mit der zweiten Generation des Leaf nicht nur selbst einen Beitrag zur Verbesserung der Situation geliefert, auch bei den Rahmenbedingungen tut sich bekanntlich langsam etwas. Auch wenn bei uns nicht von direkten Förderungen – wie gerade in Deutschland beschlossen – die Rede ist, aber die Ausnahme von Elektroautos aus der Dienstwagenregelung wurde zumindest als (kleiner) Schritt in diese Richtung verkauft. Und hat die Hoffnung bei den Anbietern einschlägiger Modelle genährt, vielleicht doch ein paar Käufer mehr zu finden.

Praxisnutzen

Nach einer intensiven Woche mit einem Leaf in der Topausstattung Tekna lässt sich sagen, dass die Verbesserungen tatsächlich im Alltag angekommen sind. Die verstärkte Batterie führt dazu, dass die bei der Übernahme am Tacho versprochenen 200 km Reichweite (Normwert 250 km) der Fahrpraxis im normalen Stadt- und Speckgürtel-Verkehr weitgehend standhalten. Auch wenn man sich natürlich dabei ertappt, die Klimaanlage erst dann einzuschalten, wenn es wirklich ungemütlich wird im Cockpit bzw. die meisten Strecken im Eco-Modus zu absolvieren. Damit verzichtet man zwar auf den Spaß bei dem sonst möglichen katapultartigen Beschleunigen, wird aber unmittelbar mit mehr versprochener Reichweite belohnt.

Fahrwerksseitig war auch am ersten Leaf schon nichts auszusetzen. Er fordert in diesem Bereich keine Kompromisse ein und geht auch mit dem hohen Gewicht der Fuhre routiniert um. Der tiefe Schwerpunkt wegen der im Wagenboden verpackten Batterien unterstützt dabei das beruhigend unkomplizierte Kurvenverhalten.

Mit der immer noch eher eigentümlichen Optik des Leaf muss ohnehin jeder selbst klarkommen. Irgendwie scheint aber die Zeit doch schon vorbei zu sein, da man die Botschaft "Ich bin eine Elektroauto" via Design unübersehbar vor sich hertragen musste.

Vom Platzangebot her gibt’s dagegen nichts zu mäkeln. Vier Erwachsene (der Mittelplatz auf der Rückbank ist eher optional) finden bequem Platz und wer sich nicht für die etwas übertriebene Schlicht-Box im Kofferraum entscheidet, verfügt über gut nutzbaren Stauraum.

Womit wir beim Kabelsalat, dem Schwachpunkt aller E-Autos wären. Im Leaf findet sich ein adretter Rucksack mit einem Ladekabel, mit dem sich Strom aus normalen Steckdosen zapfen lässt. Das dauert gefühlte Ewigkeiten (der Bordcomputer fordert etwa 9 Stunden um von Ladestand 72% auf 100 % zu kommen) und ist etwas für lange Nächte an der Heimsteckdose.

Daneben liegt ein dickes Kabel für Schnellladungen mit Gleichstrom (Mode 3 Ladekabel Typ 1 / Typ 2 mit 32 A /7,4 kW), das 30 Minuten Ladezeit für 0 bis 80 % verspricht. Wenn man eine (freie) Station findet, die mit dem Stecker umgehen kann.

Aber etwas Pioniergeist gehört schließlich immer noch zum Leaf dazu.

Nissan Leaf

Antrieb: Drehstrom-Synchron-E-Motor, Lithium-Ionen-Batterie, 360 Volt; Ladezeit: 9 Stunden von 72 % auf 100 %; Getriebe: Stufenlose Automatik, Vorderradantrieb; Spitze 144v km/h, 0–100 in 11,5 Sekunden.

Benziner: ------------------------

Batteriekapazität: 30 kW/h

Leistung: 109 PS/80 kw

maximales Drehmoment: 254 Nm /0–3008 U/min

Fahrwerk: Selbst tragende Karosserie, vorn McPherson-Federbeine, Querlenker, Stabilisator, hinten Torsionslenkerachse, vorn/hinten Schraubenfedern, Teleskopstoßdämpfer, Scheibenbremsen (vorn/hinten innen belüftet), Zahnstangenlenkung mit elektrischer Servounterstützung, ABS, Bremsassistent, elektronisches Stabilitätsprogramm (ESP).

Maße (L x B x H): 4445 x 1770 x 1550 mm

Wendekreis: 10,4 m Radstand: 2700 mm Bremsweg kalt: 39,2 m Bremsweg warm: 39,5 m

Kofferraum: 270–720 l Gewicht: 1505 kg Gesamtgewicht: 1945 kg Tankinhalt: ---------------------

Normverbrauch/CO2-Emission: 15 kWh/100 km 0 g/km CO²

Testverbrauch/Maximale Reichweite: 14,6 kWh/100 km 250 km

Preis:36.321 €

Preis Testwagen: 36.321€

Motorbezogene Versicherungssteuer:0 €

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