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05.12.2011

ÖAMTC-Reifentest: Deutliche Verbesserung

© Bild: werk

Von 32 getesteten Sommerreifen ist der Großteil "empfehlenswert" oder besser. Ein chinesisches Produkt mit M+S-Markierung erwies sich als Totalausfall.

Das Ergebnis fiel spürbar besser aus als noch beim Sommerreifentest des Vorjahres. Waren damals von 36 Reifen gleich zehn inakzeptabel schlecht (vor allem bei Nässe), müssen heuer von 32 nur sechs Kandidaten mit dem Prädikat "bedingt" oder gar "nicht" empfehlenswert leben.

Alle Jahre wieder führt der Autofahrerklub ÖAMTC mit mehreren europäischen Partnern umfangreiche Reifentests durch, bei denen verschiedenste Parameter und Messwerte in das Gesamturteil einfließen. Für den aktuellen Test wurden 17 Reifen der Dimension 175/65 R14 T sowie weitere 15 Reifen der Dimension 195/65 R15 V herangezogen. Letztere ist eine der drei meistgekauften Größen in Österreich.
In der kleineren Dimension schnitten fünf mit "sehr empfehlenswert" ab. Es waren der Continental ContiPremiumContact2, Uniroyal RainExpert, Michelin Energy Saver, Hankook Optimo K715 und der Semperit Comfort-Life 2. ÖAMTC-Experte Friedrich Eppel lobte, dass alle fünf ein "ausgewogenes Fahrverhalten bei Trockenheit wie auch bei Nässe sowie einen geringen Verschleiß" zeigten.

Testergebnisse siehe untenstehenden Download-Link.

Nasse Fahrbahn

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Acht Mal gab es wegen leichter Schwächen auf Nässe das Prädikat "empfehlenswert", drei Mal nur noch "bedingt empfehlenswert" (Sava perfecta, Kleber Dynaxer HP3 und Debica Passio 2), ebenfalls wegen schlechter Messwerte bei Nässe. Als nicht empfehlenswert fiel der Dayton D110 aus Italien durch, der auf Nässe viel zu lange Bremswege ergab.

Bei der größeren Dimension erhielten gleich sieben Reifen die Note "Sehr empfehlenswert", neben den bekannten Marken fanden sich hier auch weniger bekannte Namen unter den Siegern - wie zum Beispiel ein Nokian V, Vredestein Sportrac 3 oder Maloya Lugano. Weitere sechs Kandidaten schnitten mit "empfehlenswert" ab, der Sava intensa HP ging nur noch als "bedingt empfehlenswert" durch.

Vernichtend

Eine Katastrophe war das chinesische Modell Chengshan CSR66. Friedrich Eppel: "Wo man mit dem besten Nassbremser bereits steht, hatte man mit diesem Reifen noch knapp 47 km/h Restgeschwindigkeit". Der Reifen schaffte den DIN-Schnelllauftest nicht (für V-Reifen u.a. 20 Minuten lang Tempo 240 auf einer Prüftrommel). Es bildeten sich Blasen, die eine Zerstörung des Unterbaus anzeigen.
Erneut tauchte auf dem chinesischen Sommerreifen das "M+S" auf. Weil es nach wie vor keine kontrollierten Zulassungsbestimmungen auf EU-Ebene gibt, gilt dieser Reifen rechtlich - auch in Österreich - als Winterreifen.

Für den Reifenkauf empfiehlt der ÖAMTC, Sommerreifen rechtzeitig zu bestellen. Wegen steigender Rohstoffkosten könnte es bei manchen Modellen Lieferengpässe oder Preissteigerungen geben. Die Winterreifenpflicht gilt bis 15. April. Experten raten zu einem Umstieg auf Sommerreifen nach Ostern.
Einen eigenen Reifentest hat auch der Autofahrerklub ARBÖ gemeinsam mit dem ACE Auto Club Europa und der deutschen Gesellschaft für Technische Überwachung (GTÜ) durchgeführt. Geprüft wurden sieben Pneus (205/55 R16 91V), Kriterien und Gewichtung unterschieden sich aber von denen des ÖAMTC.