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23.02.2017

ÖAMTC-Sommerreifentest: "Das ist ein sehr gutes Ergebnis"

Von 31 Modellen ist nur einer "nicht empfehlenswert". SUV-Reifen als eigene Disziplin.

Ungewöhnlich früh präsentieren heuer der ÖAMTC und seine europäischen Partnerorganisationen den alljährlichen Sommerreifentest. Freilich: Für das aktuelle Wetter kann niemand etwas. Die "situative Winterreifenpflicht" in Österreich gilt jedenfalls noch bis 15. April.

SUV-Reifen

Für die Zeit danach hat der ÖAMTC insgesamt 31 Reifenmodelle ausgiebig getestet und geprüft. 16 davon gehörten zur Dimension 195/65 R 15 V. Weitere 15 waren quasi "Spezialitäten", nämlich Reifen, die von den Herstellern als SUV-Reifen bezeichnet und angeboten werden.

Gemeint sind vor allem kleinere SUV (Sports Utility Vehicles), worauf auch die Dimension 215/65 R 16 H hinweist. Zwar sind heute sehr viele SUV auf herkömmlichen Pkw-Reifen unterwegs, es gibt aber eben auch spezielle Angebote (zusätzlich etwa zu Geländereifen).

Weil nur gekennzeichnete SUV-Reifen getestet wurden, fehlen klingende Namen wie Dunlop oder Continental, die heuer in dieser Dimension zwar Standard-Reifen anbieten, sie aber nicht extra als SUV-Reifen ausweisen.

Weniger Ausreißer

Von den insgesamt 31 Modellen fiel nur eines durch (der SUV-Reifen von Yokohama wegen sehr schlechter Eigenschaften bei Nässe). Zusätzlich wurden (nur) zwei mit "bedingt empfehlenswert" beurteilt, alle anderen lagen in der Notenskala besser.

ÖAMTC-Reifenexperte Friedrich Eppel konnte deshalb im Unterschied zu früheren Jahren erfreut Bilanz ziehen: "Das ist in jedem Fall ein sehr gutes Ergebnis." In den vergangenen Jahren hatte es zumeist mehr Ausreißer gegeben.

In beiden Dimensionen zeigte sich ein sehr breites Feld an Reifen, die immerhin die Note "empfehlenswert" einheimsen konnten.

Das "sehr" vor dieser Benotung wurde in praktisch allen Fällen durch leichte Schwächen auf nasser Fahrbahn vergeudet – eine mittlerweile schon altbekannte Erscheinung.

Immer wieder kleine positive Überraschungen hielt auch diesmal wieder die Rubrik "Verschleiß" bereit.

Ganzjahresreifen

In der Gruppe der 15 getesteten SUV-Reifen lauert eine offenkundige Falle.

Sechs der Kandidaten trugen eine M+S-Markierung. Es kann gar nicht genug gewarnt werden, sich auf dieses Zeichen zu verlassen, denn: Rechtlich betrachtet dürften diese Reifen auch im Winter eingesetzt werden, auch wenn sie unter Umständen gar keine Winterreifen (Profil, Mischung usw.) sind. Davon sollte man aber unbedingt die Finger lassen: Ein Schnelltest dieser Modelle durch den ÖAMTC hat nämlich deutlich gezeigt, dass die Schneegriffeigenschaften "mäßig bis sehr schwach sind" (Friedrich Eppel). Deshalb sollten diese Reifen auf keinen Fall im Winter verwendet werden.

Böse Absicht ist den Herstellern nicht zu unterstellen: Sie bieten die Reifen dezidiert als Sommerreifen an. M+S (Mud and Snow) soll wahrscheinlich eher auf Offroad-Eigenschaften verweisen, hat aber nach österreichischer Rechtslage die oben beschriebene Konsequenz.

Schneeflocke

Auf der sicheren Seite, buchstäblich, ist der Fahrer nur dann, wenn auf der Reifenflanke das Schneeflockensymbol zu sehen ist.

Auch die Art des Profils sowie die fast überall üblichen Lamellen auf der Lauffläche sind Erkennungszeichen für Winterreifen, an denen sich Käufer orientieren können.