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05.12.2011

Ohne Spaß kein Erfolg

Warum hinter dem Wunsch nach Elektro-Mobilität weit mehr steht.

"Die Bäume verdecken den Wald" lautet ein französisches Sprichwort.
Ähnlich wirkt die aktuelle Debatte ums E-Auto: Kommt sein Durchbruch vor oder nach 2020, weltweit, in Asien oder gar nicht? Die Debatte verdeckt den sich abzeichnenden grundsätzlichen Umbruch am Automarkt. Das E-Auto ist dabei nicht automatisch die Lösung. Vielmehr wirkt es wie ein mächtiger Katalysator.

Denn immer größere Käufergruppen fühlen sich ausgesperrt. Die einen, weil sie kein Geld mehr haben, aber trotzdem ein Auto brauchen. Die anderen, weil sie mehr Wert auf hippe Infotainment- und coole Design- Gags als auf ständig neue PS-Rekordwerte legen.

Das E-Auto scheint diese Trends perfekt zu befriedigen: Es steht quasi exemplarisch für den Verzicht auf Leistungsboom und Überfluss, für umweltfreundliche Mobilität und kinderleichtes Bedienen. Aber es wird vorerst trotzdem einigen wenigen vorbehalten bleiben. Es ist viel zu teuer. Und der Nutzwert ist gering.

Findige Autohersteller versuchen den neuen Trend auch bei "normalen" Pkw zu nützen. Und verdienen dabei nicht schlecht. Dabei wird nicht nur auf teure Piezo-Ventile ( BMW) verzichtet. Sogar scheinbare Selbstverständlichkeiten wie die Funkfernbedienung verschwinden, wie der Spar-Polo von VW zeigt.

Doch das ist zu wenig. Um ein Erfolg im Massengeschäft zu werden, muss ein Produkt nicht nur nützlich sein, sondern auch für Spaß und Begeisterung sorgen. Die Autoindustrie braucht einen neuen Impuls, wie er im Uhrengeschäft mit Swatch gelungen ist.
Die beste Technik zu bieten, wird nicht reichen.