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05.12.2011

Optimismus geht um

© Bild: Boroviczeny/KURIER

Wie dramatisch sich die Autowelt seit dem letzten Pariser Salon gewandelt hat.

Das Unmöglich war zwei Wochen zuvor passiert. Als sich die Branche 2008 Anfang Oktober zur Eröffnung des alle zwei Jahre stattfindenden Autosalons in Paris zusammenfand, war die US-Bank Lehmann Brothers bereits Geschichte.

Wie stark der dadurch angestoßene Zusammenbruch der Finanzwelt die Autoindustrie umkrempeln würde, war jedoch noch nicht klar. Giganten wie General Motors wankten zwar bereits kräftig, und dass Chrysler in den Händen von Cerberus die Luft ausgehen könnte, war ein Thema. Aber Russland galt weiterhin als großer Hoffnungsmarkt, der die Europa-Bilanz schönte, und dass es sich die USA leisten könnten, GM pleitegehen zu lassen, wollte man nicht glauben. Auch dass der Versuch von Porsche, VW zu übernehmen, nach hinten losgehen würde, war noch kein Thema.

Dass es dann anders gelaufen ist und sich die Autowelt dramatisch verändert hat, kann jeder Salonbesucher ab morgen selbst feststellen. Chrysler, vor zwei Jahren noch eigenständig und mit einem für heuer angekündigten E-Auto vertreten, ist Teil des Fiat-Standes. Porsche präsentiert sich eingezwickt zwischen den neuen Konzern-Brüdern Bentley und Lamborghini. Der vor zwei Jahren noch unangefochtene Star der Branche, Toyota, gibt sich alle Mühe, das angekratzte Image wieder aufzupolieren. Und bei GM steht der vierte Konzernchef in zwei Jahren neu am Ruder.

Trotz - oder auch gerade wegen - dieser nachhaltigen Verwerfungen, herrscht überall demonstrativer Optimismus. Im Vergleich zu früher scheint er jedoch diesmal mit einer Prise Demut garniert zu sein.