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10/04/2019

Peugeot 208: So fährt sich die neue Generation

Erste Ausfahrt mit der Neuauflage des kleinen Franzosen, der im November startet.

von Horst Bauer

Der Chef hat da eine klare Strategie: „Die Kunden können sich bei uns zuerst das Modell aussuchen. Danach erst entscheiden sie sich, welchen Antrieb sie haben wollen.“ Jean-Philippe Imparato, im PSA-Konzern für die Marke Peugeot zuständig, sieht sein Konzept bei der Neuauflage des 208 erstmals in voller Bandbreite umgesetzt. Den Konkurrenten von Renault Clio &Co. kann man nämlich mit Benzin-, Diesel- oder Elektromotor haben. Die Versionen mit Verbrennungsmotor starten bei uns im November, der Peugeot e-208 folgt im März. Der Motor-KURIER ist bereits mit allen drei Varianten gefahren.

Gemeinsam haben diese die gelungene, unverwechselbare Optik und ein Interieur, das mit der Weiterentwicklung des Peugeot-typischen I-Cockpit ein Alleinstellungsmerkmal im dicht besetzten Konkurrenzumfeld zu bieten hat. Die aus den Modellen vom kompakten 308 bis zur Limousine 508 bekannte Anordnung eines kleinen, beinahe rechteckigen Lenkrads mit einem darüber liegenden Instrumentenblock, hat man im 208 einen Schritt weiter vorangetrieben. Das Display vor dem Fahrer zeigt ein dreidimensionales Bild der Armaturen, in dem die jeweils wichtigen Informationen näher zum Auge des Piloten eingeblendet werden. Das soll die Reaktionszeit verkürzen und erschließt sich nicht unbedingt auf den ersten Blick. Aber nach einiger Zeit wirkt es nicht mehr störend und mit etwas gutem Willen stuft man die 3-D-Anzeige bald als sinnvoll ein.

Die Kommunikation zwischen Pilot und Bordelektronik läuft auch hier über den bekannten Mix aus analogen Schaltern (gebündelt in zwei Reihen an der Mittelkonsole) und dem darüber aufgestellten Monitor (je nach Ausstattung 5, 7 bzw. 10 Zoll groß) und funktioniert nach kurzer Eingewöhnung weitgehend problemlos. Positiv aufgefallen sind auf den ersten Kilometern auch die zahlreichen Ablagen inklusive einer (optionalen) Smartphone-Ladestation in der Mittelkonsole.

Tolles Fahrwerk

Pluspunkte sammeln konnte auch die gelungene Abstimmung des Fahrwerks, das selbst auf rumpligen Straßen den kurzen Radstand von 2540 mm vergessen lässt. Dieser ist gleich wie beim Vorgänger, auch wenn die Fahrzeuglänge von 3,97 m auf 4,06 m zugelegt hat. Die durch das kleine Lenkrad unterstützte Agilität auf kurvigem Geläuf passt gut zum Charakter des neuen 208, der nicht nur durch eine Armada an elektronischen Helfern ein vollkommen problemloses und sicheres Fahrverhalten bietet.

Von den Motorisierungen zeigte vor allem der 1,5-Liter-Diesel mit 101 PS, dass er selbst im Kleinwagensegment nicht abzuschreiben ist. Kombiniert mit einem leicht schaltbaren 6-Gang-Getriebe und guter Geräuschdämmung, empfiehlt er sich als erste Wahl für alle, die längere Strecken zu bewältigen haben. Bonus: Dank des Normverbrauchs von 3,2 l/100 km (85g/km CO2) muss für ihn beim Neukauf keine NoVA an den Staat abgeliefert werden.

Von der Benziner-Palette (75, 101 bzw. 131 PS) erwies sich auf den ersten Testfahrten der 1,2-Liter in der 101-PS-Variante als goldene Mitte des Angebots. Auf Wunsch statt mit dem 6-Gang-Handschalter auch mit einer 8-Gang-Wandler-Automatik zu haben, wirkt er in den meisten Fahrsituationen wesentlich unangestrengter, als der schwächere Bruder und lässt anderseits die 131 PS des stärkeren im Echtbetrieb kaum je vermissen. Der empfiehlt sich hauptsächlich für Automatik-Freunde, die öfter Langstrecke fahren und dies auch mit voll besetztem Auto. Und dabei die volle Bandbreite der elektronischen Helfer, vor allem aber die Kombination aus Automatischem Abstandhalter mit Stop&Go-Funktion und Spurhalte-Assistenten voll ausnutzen wollen.

Die Benzin- und Diesel-Versionen des Peugeot 208 (die alle bereits der Abgasnorm Euro 6D entsprechen) sind bei uns ab November zu haben. Der Einstiegspreis liegt bei € 15.800,–.