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Peugeot 408: Ein neuer Gegenentwurf zur SUV-Schwemme

Die Schrägheck-Limousine setzt auf Plug-in-Hybrid und eigenwillige Optik. Und wird Verweigerer elektronischer Fahrhilfen freuen

von Horst Bauer

11/24/2022, 05:00 AM

Nun bietet also neben Citroën auch die zweite französische Marke aus dem Stellantis-Konzern eine auffällige Alternative zur akuten SUV-Schwemme. Mit dem Citroën C5X hat der Peugeot 408 zwar die technische Plattform gemeinsam (siehe den identen Radstand von 2.787 mm). Abgesehen davon setzt er sich aber in vielen Punkten deutlich ab von seinem Konzernbruder im Geiste.

Am augenfälligsten wird das, wenn man die fünftürige Limousine von schräg hinten betrachtet. Auf den von dunklem Plastik umschlossenen, aus der abfallenden Hecklinie markant heraustretenden Stoßfänger sind die Designer zwar ausnehmend stolz. Die eigenwillige Linienführung dürfte aber vor den Augen des Publikums vor allem das Zeug zur Polarisierung haben.

Das gilt auch für den Arbeitsplatz der Fahrenden. Dass die von Peugeot iCockpit genannte Anordnung eines kleinen, tief liegenden Lenkrads mit darüber positionierten Armaturen in der Praxis nur helle Begeisterung oder tiefe Ablehnung auslöst, hat sich ja bereits in den kleineren Modellen der Löwenmarke gezeigt. Das wird beim 408 nicht anders sein.

Einmal abschalten reicht

Eher einhellige Zustimmung dürfte hingegen ein Kniff auslösen, mit dem die Peugeot-Leute ihren Kunden helfen, sich im täglichen Umgang mit den heute unvermeidlichen elektronischen Fahrhilfen nicht den Nerv ziehen zu lassen. Wer sich nicht mehr vom nervösen Spurverlassenswarner oder anderen digitalen Besserwissern bevormunden lassen will, setzt diese einmal in einem eigenen Menüpunkt am Bordcomputer außer Gefecht und muss fortan beim Neustart nur mehr die Home-Taste drei Sekunden lang drücken, um sie vom verpflichtenden automatischen Wiederhochfahren abzuhalten.

Ein entscheidender Fortschritt gegenüber früheren Systemen, in denen jedes Mal nach dem Neustart alle ungeliebten Funktionen wieder einzeln deaktiviert werden mussten.

Was den Fahrbetrieb betrifft, so konnte bei einer ersten Ausfahrt ein 408 mit der Top-Motorisierung (Plug-in-Hybrid mit 165 kW / 225 PS Systemleistung und 8-Gang-Automatik) zeigen, was in ihm steckt. Zunächst einmal eine rein elektrische Reichweite von theoretisch bis zu 63 km, die sich in der Praxis bei rund 40 km bis 50 km einpendeln dürfte. Der vom E-Motor an der Vorderachse im Alleingang bedienbare Tempobereich erstreckt sich dabei bis zu 135 km/h. Und die 81 kW / 110 PS starke E-Maschine ist kräftig genug, um die zwischen 1,7 und 2,2 Tonnen (beladen) wiegende Fuhre im Verkehrsfluss durchaus agil zu bewegen.

Wird in den Hybrid-Modus gewechselt, kommt zusätzlich ein 1,6-Liter Vierzylinder mit 132 kW / 180 PS ins Spiel. Werken beide gemeinsam (ausreichender Stromvorrat in der 12,44 kWh-Batterie vorausgesetzt), dann kann es äußerst hurtig dahingehen. Mehr als der Beschleunigungswert von 0 auf 100 km/h (7,8 Sekunden) sagt für die normale Fahrpraxis die Tatsache aus, dass man im Anlassfall von Tempo 80 auf 120 km/h nur 4,5 Sekunden braucht.

Diese Längsdynamik setzt sich erfreulicherweise auch auf kurvigen Abschnitten fort. Dort zeigt der 408, dass er zwar als komfortable Limousine ausgelegt ist, sich aber dennoch sehr spurstabil und präzise gelenkt durch Biegungen aller Radien ziehen lässt, ohne den Aufbau (Höhe 1,732 mm) allzu sehr ins Wanken zu bringen.

Aber seine eigentliche Bestimmung findet der Peugeot 408 als bequemer, notfalls auch sehr flotter Grand Tourer (Spitze 233 km/h) auf der Langstrecke. Und das durchaus auch für vier Erwachsene, bietet der Fond doch üppigen Fußraum und bequeme Sitze. Im Kofferraum dahinter verfügen die Plug-in-Hybrid-Varianten über ein Ladevolumen von zumindest 471 l (Benziner 536 l).

Benziner mit und ohne E-Motor

Womit wir bei den Motorisierungsvarianten wären, die für den 408 bei uns zu haben sind. Als Plug-in Hybrid gibt es ihn neben dem Topmodell mit 225 PS auch mit einer Systemleistung von 180 PS. Für alle, die keinen Sinn darin sehen, rund 300 Kilo Mehrgewicht in Form von Batterie und E-Motor herumzuschleppen und vor allem keinen adäquaten Zugang zu Ladesäulen bzw. Steckdosen haben, kommt der 408 auch mit einem 1,2-Liter Vierzylinder-Benziner mit 96 kW / 130 PS.

Dieser markiert auch preislich mit 37.920 € den Einstieg in die Welt des neuen Peugeot-Flaggschiffs. Wer den 408 als Plug-in-Hybrid haben will, sollte zumindest 49.410 € bereithalten.

Das Topmodell Peugeot 408 PHEV 225e EAT8 gibt’s ab 52.160 €.

Dass auch eine rein elektrische Variante des 408 in Planung ist, wird mittlerweile nicht mehr verschwiegen. Lediglich, wann es so weit sein soll, wird derzeit noch nicht kommuniziert.

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