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07/05/2022

Piaggio MP3: Ein schräger Roller mit Auto-Hightech

Die neue Generation des Dreirad-Pioniers bringt wachsame Augen in die Rollerwelt: Rückfahrkamera, Toter-Winkel-Warner, Spurwechselassistent

Vor 16 Jahren war der Piaggio MP3 schon einmal ein Trendsetter: als erster Dreirad-Roller, der beim Fahren in Schräglage abkippen und am Stand aufrecht arretiert werden konnte. Nach rund 230.000 verkauften Exemplaren wird die soeben präsentierte nächste Generation erneut zum Technologietreiber: Zum ersten Mal auf einem Roller werden ein Rückwärtsgang samt Rückfahrkamera, ein radarbasierter Tot-Winkel-Warner und ein Spurwechsel-Assistent angeboten.

Die Versionen

Zwei Motoren stehen zur Wahl, beides moderne, flüssig gekühlte Einzylinder mit Vierventiltechnik. Der 400 hpe mit 35 PS wurde seit vergangenem Jahr bereits beim Vorgängermodell eingesetzt, ist mithin bekannt. Als Weiterentwicklung des bisherigen 500 erfuhr der neue 530 hpe tiefgreifende Veränderungen, die ihn stärker, dabei dennoch sparsamer und leiser werden ließen. Mit 44 PS erreicht der MP3 530 hpe nun eine Höchstgeschwindigkeit von 145 Stundenkilometer.

Der kleinere Motor ist in zwei Ausstattungsstufen zu haben; das Basismodell (10.799 Euro) besitzt bereits einige der neuen Goodies, vom Display über Keyless bis hin zur Voll-LED-Lichtanlage samt LED-Tagfahrlicht; die dramaturgisch zugespitzte Version „Sport“ (11.299 Euro) verfügt außerdem über das hauseigene Connectivitysystem MIA, das auch Navigationsfunktionen via Smartphone ermöglicht.

Wer auf die eingangs genannten Hightech-Applikationen zugreifen will, der muss allerdings zum Topmodell, dem 530 hpe Exclusive greifen (13.599 Euro). Hier integriert Piaggio Rückwärtsgang, Rückfahrkamera, Tot-Winkel-Warner, Spurwechsel-Assistent und einen Tempomaten.

Viel Platz

Von Motor und Ausstattung unabhängig bleiben die grundlegenden Eigenschaften des MP3: Er bietet immens viel Platz für zwei Passagiere, dazu einen 48 Liter großen Stauraum, der bei guter Schlichtung zwei Integralhelme aufnimmt. Der Windschutz ist gut, könnte allerdings im Gesicht für Jethelm-Träger noch ein wenig souveräner sein. Die neuen Bremsen verrichten ihren Job ebenso souverän wie das Fahrwerk, das speziell im Rollersegment eine Referenz für Fahrkomfort gelten kann.

Und das Abtauchen in Schräglage? Geht so leichtfüßig wie eh und je. Ein paar Minuten, ein paar Kurven, schon hat man die Existenz des dritten Rades vergessen. So wirkt es beim Fahren unbemerkt als Sicherheitsreserve und sorgt durch die verdoppelte Auflagefläche für mehr Traktio, speziell bei schlechten Wetter- oder Fahrbahnbedingungen. Und das breitspurige Auftreten sorgt natürlich dafür, dass man auch die neue Generation mit Auto-Führerschein pilotieren darf. So kommt man mit Vierrad-Lizenz dank Dreirad zum Zweirad-Feeling.

Das gefällt gut
Großer Bildschirm, sinnvolle Connectivity, riesiger Stauraum, endlich Keyless, gute Performance, Sicherheitsplus dank zweier Räder vorne

Das gefällt nicht
Leichte Verwirbelungen des Fahrtwinds im Gesichtsbereich, Tot-Winkel-Warnungen springen am Display nicht so gut ins Auge wie direkt am Rückspiegel

Daten
Piaggio MP3 400 hpe/530 hpe, SOHC-4V-Einzyllinder, 26 kW (35 PS) bzw. 32,5 kW (44 PS), Eigengewicht fahrfertig 260/280 kg, Tank: 13,7 l, Sitzhöhe: 790 mm, Verbrauch nach WMTC 3,8 bzw. 4,0 l/100 km, Preise: 10.799/13.599 Euro.

 

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