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05/07/2012

PKW-Markt: Keine Krise in Österreich

Wieder ein Rekordergebnis in Österreich im ersten Quartal 2012. EU in Summe drastisch im Minus, großes Plus in den USA verzeichnet.

von Christian Vavra

Herr und Frau Österreicher wollen von irgendwelcher Krise weiterhin nichts wissen. Die Nachfrage nach neuen Autos hat im ersten Quartal dieses Jahres sogar den Rekordwert des Vorjahres übertroffen. Fast 90.000 Pkw und Kombi konnten neu zugelassen werden. Davon waren 55 Prozent mit einem Dieselmotor bestückt, der Dieselanteil steigt also wieder leicht an.

Die nunmehr zum deutschen VW-Konzern gehörende Salzburger Porsche Holding bediente mit den Konzernmarken mehr als ein Drittel des Marktes (30.145 Zulassungen, Marktanteil von 34,0 %). Verkaufsspezialisten der Holding sehen in dem seit zwei Jahren anhaltenden Neuwagen-Boom in Österreich zwei Gründe: Die ständig steigenden Treibstoffpreise würden Kunden zum Umstieg auf neuere und sparsamere Modelle animieren. Und die anhaltend niedrigen Sparzinsen sorgen weiterhin für Nachfrage nach hochwertigen Konsumgütern. Letzteres wird auch von zahlreichen anderen Importeuren als Begründung angeführt.

Golf

Wie schon seit vielen Jahren quasi üblich, ist auch im ersten Quartal 2012 der VW Golf in Österreich der Spitzenreiter gewesen (4106 Neuzulassungen), wenn auch die Stückzahl gegenüber dem Vorjahreszeitraum um gut 1000 Einheiten niedriger lag. Dahinter folgten VW Polo (2442 Stück), Skoda Fabia (2325 Stück) sowie Renault Mégane und Ford Focus. Der erste Nicht­europäer war der Nissan Qashqai auf Platz zehn.

Der VW Golf blieb indes nicht nur in Österreich an der Spitze, sondern nach Angaben des Datendienstleisters Jato Dynamics auch in Europa (EU plus EFTA, Zahlen ohne Malta und Bulgarien). Demnach ist im ersten Quartal 2012 der Golf 122.596-mal verkauft worden. Bei den Modellen in Europa folgten der Ford Fiesta (91.229 Verkäufe) sowie der Opel/Vauxhall Corsa mit 73.388 Verkäufen.

Die Verkaufszahlen in Europa zeigen zum einen, dass auch in Deutschland wirtschaftlich von Krise nichts zu spüren ist. Während von den vier größten Einzelmärkten Deutschland und Großbritannien im ersten Quartal Zuwächse zeigten, lagen Italien und Frankreich drastisch im Minus. Bei Jato spricht man deshalb auch von einer "Zweiteilung Europas in Wachstumsmärkte im Norden und schrumpfende Märkte im Süden". Berthold Spitzbart, Regional Sales Manager Central Europe, verweist allerdings auch auf Ausnahmen wie Rumänien und Ungarn. Insgesamt zeigen sich jedenfalls erhebliche Unsicherheiten in einigen Märkten in Folge der Finanzkrise und angesichts von Regierungswechseln und unklaren Ratings einzelner Staaten.

USA

Auf dem Weg zurück in einen (weiterhin) wachsenden Markt sind die USA. Hier liegen bereits Zahlen von Jänner bis April vor, die ein Plus bei den Verkäufen von gut zehn Prozent brachten. Zwar lag der Zuwachs im Monat April nur bei zwei Prozent (bei bis zu 18 Prozent Plus in den Monaten davor), dennoch sah sich etwa der GM-Konzern veranlasst, die Prognose für den Gesamtmarkt für 2012 um 500.000 Autos nach oben zu schrauben – auf jetzt 14 bis 14,5 Millionen Neuwagen.

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