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05.12.2011

Polizist statt Kamera

© Bild: Boroviczeny/KURIER

Wie das Problem der Strafen-Eintreibung im Ausland auch gelöst werden könnte.

Das Thema sorgt bei heimischen Autofahrern verlässlich für Aufregung. Was für Praktiker kein Wunder ist, die täglich erleben, wie sie etwa in den Tempolimit-Zonen heimischer Autobahnen von Kolonnen überholt werden, die sich zum überwiegenden Teil aus Autos mit nicht österreichischer Nummerntafel zusammensetzen. Dass deren Lenkern keine Strafe droht, selbst wenn sie von Rardarboxen geblitzt werden, lässt bei den limitiert dahinbummelnden Einheimischen verständlicherweise ein paar Fragen aufkommen.

Das Dauer-Ärgernis, dem man seit Jahren nicht beikommt und bei dem sich das offizielle Österreich als EU-Musterschüler gefällt (wir liefern sofort alle Daten auch für die kleinste Parkstrafe im Ausland), verstellt aber den Blick auf ein größeres Thema.

Die Wirkung von Strafen für Verkehrsdelikte (nicht die fürs Budget, sondern die präventive) ist ungleich größer, wenn sie unmittelbar nach dem begangenen Delikt erfolgen. Und nicht Monate später mit angehängtem Erlagschein ins Haus geflattert kommen. So sie denn - siehe oben - überhaupt kommen.

Das gilt etwa für Temposünder, für die ein Teil der Bestrafung schon der erlittene Zeitverlust ist, der mit der "Anhaltung" durch ein heimisches "Organ" samt direktem Inkasso verbunden ist. Mehr direkte Kontrolle kann aber auch einem ortsunkundigen Lenker eine Bestrafung ersparen, wenn die unverständlich beschilderte Fahrverbotszone einer italienischen Innenstadt von erklärenden Polizisten, statt von Überwachungskameras kontrolliert wird.