Tests 10/10/2017

Porsche 911 Carrera 4 GTS Cabrio: Brise oder Sturm

Porsche 911 Carrera 4 GTS Cabrio: Brise oder Sturm
© KURIER/Michael Andrusio

Leistungsplus und breitere Brust für alle, die immer gerne etwas mehr wollen.

Nüchtern betrachtet stellt sich die Frage, warum GTS statt Carrera 4S Cabrio, ja so:

30 PS mehr scheinen nicht so wichtig zu sein angesichts dessen, dass sich die Rechnerei jenseits der 400-PS-Marke abspielt. Aber der GTS-Käufer bekommt eben auch die breitere Karosserie des Turbo, einen weiter ausfahrbaren Heck-Spoiler und die Bremsanlage des Turbo – von den Felgen mit Zentralverschluss gar nicht zu reden. Und aus nüchternen Erwägungen kommt ohnehin niemand in die Situation, sich diese Frage zu stellen.

Porsche 911 GTS…
© KURIER/Michael Andrusio

Womit man hingegen leben muss, ist der Umstand, dass sich das Sportfahrwerk im Cabrio baulich nicht ausgeht. Man muss also mit dem normalen Fahrwerk vorlieb nehmen. Was dem Fahrspaß in der Praxis aber keinen Abbruch tut – und auf die Rennstrecke geht der Cabrio-Fahrer wohl eher nicht.

Was im GTS noch mehr beeindruckt als beim normalen Carrera, ist die enorme Spreizung zwischen unproblematischem, entspannt zu fahrendem Alltagsauto samt Segelfunktion und rasierklingenscharfem Sportwagen mit atemberaubenden Leistungswerten.

Segeln und sprinten

Dem Cabrio-Betrieb sehr gut entsprechend ist dabei das Normal-Fahrprogramm, in dem man die Fuhre entspannt über weite Strecken spritsparend im Segelmodus dahinrollen lassen kann. Dank des gescheiten Knopfes auf dem Wählschalter am Lenkrad rappelt sich das Tier im Cruiser aber in Sekundenbruchteilen zusammen und steht sofort im schärfsten Modus für – extrem schnell abzuhakende – Überholvorgänge bereit. Kein Gefummel an Drehschaltern oder Vorbereiten des richtigen Ganges – einfach Knopf drücken und Gas geben.

Porsche 911 GTS…
© KURIER/Michael Andrusio

Als Problembereich in der Praxis zeigte sich, dass es zwar piepsende Parksensoren und eine Rückfahr-Kamera gibt, die Bilder mit guten Kontrasten liefert, aber wenn der Dachmechanismus in Betrieb geht, wird nicht davor gewarnt, wenn der Deckel über den Stoßfänger hinaus nach hinten fährt. Auch nicht, wenn er dort die Wand touchiert, weil er über die Silhouette des Hecks hinausfährt.

Aber dieses Problem handelt man sich mit einem normalen Carrera Cabrio auch ein.

Technische Daten

Antrieb: Sechszylinder-Boxermotor im Heck, Benziner, zwei Turbolader, Ladeluftkühlung, adaptive Ventilsteuerung.

Hubraum: 2981 cm³

PS/kW: 450 PS / 331 kW maximales Drehmoment: 550 Nm /1250 bis 5000 U/min

Allradantrieb, 7-Gang Doppelkupplungsgetriebe, Spitze 306 km/h, 0–100 km/h in 3,7 sec.

Fahrwerk: Selbst tragende Karosserie, Hilfsrahmen, Einzelradaufhängung, vorn McPherson-Federbeine, Dreieckquerlenker, hinten Mehrlenkerachse, vorn/hinten Schraubenfedern, Teleskopstoßdämpfer, Stabilisatoren, Scheibenbremsen (vorn/hinten innen belüftet), Zahnstangenlenkung mit elektrischer Servounterstützung, ABS, Porsche Stability Management/PSM ( ESP).

Maße (L x B x H):4528/1852/1293 mm Wendekreis: 11,1 m Radstand: 2450 mm Kofferraum: 125l/v, 160 l/h Zuladung: 385 kg Gesamtgewicht: 1945 kg Tankinhalt: 67 Liter

Normverbrauch: 8,7 l/100 km 196 g/km CO² Testverbrauch: 9,9 l/100 km

Preis:177.739 €/Preis Testwagen: 199.675 € Motorbezogene Versicherungssteuer: 2638,44 €

Porsche 911 GTS…
© KURIER/Michael Andrusio
(Kurier) Erstellt am 10/10/2017