Porsche 911

© Werk

Rückblick
04/09/2013

Porsche 911: Genau 1390 Liter Luft pro Sekunde

Vor 49 Jahren jubelte ein KURIER-Autor – und wünschte sich Servobremsen „für Damen“.

von Christian Vavra

„Der Porsche 911 begann seitlich mit dem Heck etwas wegzuschmieren, aber so kontrolliert, daß ich nicht einmal richtig Arbeit hatte, ihn auf der Straße zu halten – er machte alles selbst“. Wenige Sekunden davor hatte KURIER-Autor Hans „Christmann“ kurz nach der viel zu schnellen Anfahrt einer nassen Kurve noch gedacht: „Das hast du notwendig gehabt, jetzt wirst du leider im Feld landen“.

Der Autor, bis September 1972 für den KURIER tätig, hatte sich dem Vernehmen nach „Christmann“ als Pseudonym zugelegt, und zwar, als „Mann von der Christl“. So hieß seine Frau, die ihren recht bodenständigen Gatten Hans Patleich beim Verfassen und Verzieren seiner Texte stets nach Kräften unterstützte.

Weihnachten

Der Bericht über den Porsche 911 (der zuvor ein Jahr lang als 901 geführt worden war) erschien im KURIER just am Heiligen Abend 1964. Der Autor zeigte sich geradezu hellauf begeistert von der Kraft und Sportlichkeit des Wagens, mit dem man gleichwohl „auch in dichten Kolonnen schrittweise dahinnuckeln kann, ohne daß die Kerzen naß werden ...“

Die Technik des Sechszylinder-Boxermotors: „Hubraum 1991 ccm, Verdichtung 9:1, Motorleistung 130 DIN-PS bei 6100 U/min, maximales Drehmoment 17,8 mkg (DIN) bei 4200 U/min. Bei der Nenndrehzahl von 6100 U/min“, wusste der Autor zu berichten, „fördert das Kühlluftgebläse in der Sekunde 1390 Liter Luft“. Lob setzte es für die „überreiche Instrumentierung mit einem großen Transistor-Drehzahlmesser in der Mitte“, echtes Entzücken für „eine Motorheizung – die tatsächlich heizt (man höre und staune!) – und eine zusätzliche vollautomatisch-elektrische Benzinheizung, die als Umluftheizung arbeitet . . .“.

„Sehr angenehm ist, dass man auf einem Instrument nicht nur die Benzinmenge, sondern auch die vorhandene Ölmenge ablesen kann – und zwar auch während der Fahrt“. Und die ging in der Regel zügig vor sich. „Der Motor in Verbindung mit dem Fünfganggetriebe hat’s in sich“, man würde ihm zudem „mehr als 130 PS zubilligen. Man kann ihn in den unteren Gängen ab 1000 U/min und im fünften Gang ab 1400 U/min ruckfrei fahren. Das ist unglaublich und zeigt, wie kultiviert dieser Motor ist“. Und er hielt offenbar auch einiges aus: „Trotz der Drehzahlbeschränkungen wurde der Motor bis 7500 U/min ausgedreht, obwohl vom Werk nicht mehr als 6800 U/min zugelassen sind“.

Servogerät

Der Autor zeigte sich von den Fahrleistungen allgemein angetan. „Es ist immer wieder imponierend, mit welcher Leichtigkeit der Wagen über 200 km/h kommt“. Die Spitze wurde mit 210 km/h gestoppt. 0 auf Tempo 100 war in gestoppten 8,0 Sekunden erledigt, der stehende Kilometer („ebenso eindrucksvoll“) in 28,0 Sekunden.

Zwischendurch ein guter Tipp für den Hersteller: „Fährt man den Porsche 911 auf trockener Fahrbahn hart in Kurven, dann zeigen sich mit Dunlop-SP-Reifen ausgesprochen gutmütige Fahreigenschaften. Auch die Bremsen sind den Anforderungen angepasst. Es sind ATE-Scheibenbremsen ringsherum. Sie haben keinen Bremsverstärker, doch auch ,ohne’ ist der Pedaldruck nicht allzu hoch. Man könnte sich aber vorstellen, dass Porsche für Damen ein Servogerät anbieten sollte“∙

Bei aller Schwärmerei („Alles an diesem Wagen fasziniert den anspruchsvollen Automobilisten. Seine Form, sein Geruch im Inneren und natürlich auch die Fahrleistungen, die tatsächlich überragend sind“) gab es auch Kritikpunkte. „An meinem Versuchswagen mußte man die Türen mit Nachdruck zuschlagen, das wird sich sicherlich noch ändern. Auch war ohne Zweifel die neue Zahnstangenlenkung noch nicht auf dem allerletzten Stand, denn im Bereich der Mittelstellung kamen Stöße durch“. Aber immerhin: „Beim zweiten Versuchswagen war diese Erscheinung bereits weitgehend beseitigt. Kritik erfordert auch ein vorhandenes Windgeräusch bei hohen Geschwindigkeiten“.

Der Wagen kostete bei seinem Marktstart in Österreich 178.000 Schilling. Durchaus nachvollziehbar: Für den Autor Hans Christmann hatte er „in meinen Augen nur einen wirklichen Nachteil: Er gehörte nicht mir. Und das wird sich nicht ändern, leider!“

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Die verborgenen Schätze von Porsche

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