News 11/10/2017

Porsche 911 GT2 RS: So fährt sich der schnellste 911er

Porsche 911 GT2 RS: So fährt sich der schnellste 911er
© Porsche

Schlicht und ergreifend der stärkste und schnellste Elfer aller Zeiten

Eigentlich wollte man nur das Potenzial der aktuellen 911er-Baureihe ausloten und jenen besonderen Kunden der Marke einen Rundkurs-tauglichen Sportwagen auf die Räder stellen, schmunzeln die Vertreter der Porsche Motorsportabteilung bei der Präsentation des GT2 RS an der portugiesischen Algarve verschmitzt.

Atemberaubend

Porsche 911 GT2RS
© WERK/Porsche

Herausgekommen ist der mit 700 PS stärkste, straßenzugelassene Elfer aller Zeiten, der noch dazu mit einem Rundenrekord auf der Nürburgring-Nordschleife die internationale Konkurrenz der Supersportwagen um unglaubliche fünf Sekunden deklassiert (so geschehen am 20. September dieses Jahres). Ihn auf seine schiere Kraft zu reduzieren, würde dem GT2 RS aber nicht einmal im Ansatz gerecht. Natürlich raubt es einem den Atem, wenn der Zweisitzer bei durchgetretenem Gaspedal wie vom Katapult geschleudert gen Horizont stürmt, der Biturbo-Boxermotor unter süchtig machendem Trompeten mühelos in Richtung Begrenzer dreht, wo erst bei 7200 U/min das Doppelkupplungsgetriebe den nächsthöheren Gang nachlädt und der Schub auch weit jenseits der 200 km/h nicht enden mag. Nur 2,8 Sekunden reichen für den Sprint aus dem Stand auf 100 km/h, 5,5 Sekunden später fliegt die Landschaft bereits mit 200 km/h vorbei und erst bei 340 km/h gebietet die Motorelektronik dem Vortrieb ein Ende. Viel mehr aber ist es die Präzision in der Handhabe, die den traditionellerweise nur heckgetriebenen Porsche so erstaunlich schnell macht. Stählerne Kugelgelenke an Stelle konventioneller Fahrwerksgelenke aus Elastomer sorgen für eine besonders straffe Anbindung des Fahrwerks an die extrem steife Karosserie. Nochmals härtere Federraten opfern zwar das letzte Quäntchen Komfort, ermöglichen aber unglaublich hohe Querkräfte, was gleichzeitig höhere Kurvengeschwindigkeiten bedeutet.

Präzise Lenkung

Porsche 911 GT2RS
© WERK/Porsche

Trotz extrem breiter Reifen (Format 325/30 ZR 21 an der Hinterachse) lenkt der GT2 RS willig ein, folgt kleinsten Lenkeinschlägen unverzüglich und lässt sich dank der famosen Vierradlenkung zentimetergenau an der Ideallinie entlangzirkeln. Vorsicht ist bei kalten Reifen oder schlechtem Fahrbahnbelag angebracht, denn ein unbedachter Tupfer aufs Gaspedal lässt die Haftung blitzschnell abreißen und das Heck setzt unverzüglich zum Überholen an (um von der großzügig eingestellten Überwachungselektronik wieder eingefangen zu werden). Serienmäßig verfügt der GT2 RS über eine Keramikbremsanlage mit beeindruckend großen Scheibendurchmessern, die selbst häufige Vollbremsungen aus hohem Tempo ebenso fadingfrei wie stets gut dosierbar absolviert.

Porsche 911 GT2RS
© WERK/Porsche

Leichtbau

Porsche 911 GT2RS
© WERK/Porsche

Weil Kraft eben gleich Masse mal Beschleunigung ist, bedeutet Leichtbau einen wesentlichen Vorteil in Bezug auf die mögliche Beschleunigung. Wer eben diesen zur Spitze treiben will, dem bietet Porsche auch im GT2 das „Weissach-Paket“ an. Fast 30 Kilogramm spart man an Dach, Stabilisatoren, Felgen, und Überrollkäfig (aus Titan) zusätzlich ein. Darüber hinaus ziert ein schickes Logo die integrierten Kopfstützen der Carbon-Schalensitze, die naturgemäß hervorragenden Seitenhalt und obendrein auch für Großgewachsene hinreichenden Verstellbereich in Länge und Höhe bieten. Hardcore-Fans lassen auch noch Klimaautomatik und Infotainment-Anlage ausbauen, um weitere 5 Kilogramm zu holen. Gewichtsneutral ist die auf Wunsch knallrote Alcantara-Tapezierung, die dem ansonsten schwarzen Innenraumeine besondere Note verleiht. Die schlechte Nachricht kommt zum Schluss: Trotz eines Produktionsvolumens von über 1000 Fahrzeugen und des exorbitant hohen Preises (in Österreich stünden inklusive No VA mindestens € 370.000,– als zu überweisende Summe am Kaufvertrag) ist die Modellreihe bereits ausverkauft. Bleibt zu hoffen, dass viele dieser beeindruckenden Supersportwagen den Weg auf die Straße und Rennstrecke finden und nicht als Spekulationsobjekte in Garagen verschwinden.

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(Kurier) Erstellt am 11/10/2017