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Fahrbericht
09/30/2014

Porsche Cayenne: Einer für alles, nicht für alle

Der geliftete Porsche Cayenne hat auf dem Pariser Salon Premiere, wir sind das SUV schon gefahren.

von Marc Lang

Der Cayenne hat wesentlich zum bemerkenswerten Wachstum der schwäbischen Sportwagenschmiede beigetragen und dank selbstbewusster Preisgestaltung auch die Profite in konkurrenzlose Höhen gesteigert. Nach etwa 303.000 Exemplaren befanden es seine Schöpfer nun an der Zeit, ihm im Rahmen des Facelifts eine Frischzellenkur angedeihen zu lassen.

Ergebnis der optischen Überarbeitung ist ein prägnanteres Erscheinungsbild. Alle wesentlichen Designlinien an Kühler, Motorhaube und Heck drängen vehement nach außen, was den ohnehin bulligen Porsche breiter und mächtiger wirken lässt.

Flachere Heckleuchten und eine horizontale Lichtkante über dem Nummernschild akzentuieren den Heckbereich.

V6 statt V8

Alle fünf Modelle bieten verbesserte Performance-Werte bei gleichzeitig reduziertem Verbrauch. Gänzlich neu ist der 3,6-Liter-V6-Biturbo, der (im Cayenne S) den bisher eingesetzten V8 ersetzt. Der aus dem Macan bekannte Sechszylinder übertrifft seinen Vorgänger in allen Disziplinen, während der Normverbrauch fast einen Liter unter dem des Vorgängers liegt. Selbst am Sound gibt es aufgrund aufwendiger Maßnahmen nichts auszusetzen. An der atemberaubenden Leistungsentfaltung des Topmodells Cayenne Turbo dürfte es schon bisher so gut wie keine Kritik gegeben haben: Das aktuelle Modell erreicht die 100 km/h-Marke um drei Zehntel eher als der Vorgänger und ist im Bedarfsfall 279 km/h schnell. Untermalt von süchtig machendem Auspuffgeräusch wird selbst eine simple Fahrt zum Wochenendeinkauf zum Vergnügen.

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Mehr Political correctness versprechen die beiden Dieselmotoren. Ebenfalls leistungsgesteigert (Diesel: 262 PS, S Diesel: 385 PS) bietet vor allem der aufgeladene V8 dank nicht enden wollender Kraftreserven (maximales Drehmoment: 850 Nm) kaum weniger Fahrspaß bei gleichzeitig deutlich geringerem Verbrauch.

All jene, für die der kleinste gemeinsame Nenner aus Fahrspaß und Sparsamkeit nicht gleich Dieselmotor bedeutet, aber unbedingt einen Cayenne fahren möchten, müssen sich bis zur Pariser Motorshow Anfang Oktober gedulden. Dort feiert nämlich der S-Hybrid als erster Plug-in-Hybrid in diesem Segment Premiere. Eine Gesamtleistung von 416 PS aus V6-Benziner und permanent erregter Synchronmaschine sorgt neben markentypischer Fahrleistungen auch für bis zu 36 Kilometer vollkommen emissionsfreier Fortbewegung.

Gemein ist allen Modellen die erweiterte Serienausstattung, neu sind zum Beispiel Bi-Xenon-Licht, LED-Hauptscheinwerfer, automatische Heckklappe und neues Multifunktionslenkrad mit Schalt-Paddeln. Als Eintrittshürde rufen die Stuttgarter Kaufleute € 78.688,– für den kleinen Diesel auf, für den Turbo sind mindestens € 166.314,– anzusparen.

Der neue Cayenne in Fahrt