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05.08.2016

Das neue Prestigemaß unter den Luxuslimousinen

Erste Proberunden als Beifahrer mit der zweiten Generation der Luxuslimousine. Was sich ändert.

Die Wölbungen, an denen sich Porsche-Puristen stießen, sind beseitigt. Auch sonst zeigten sich die Entwickler des neuen Panamera sehr zufrieden. Auf dem Lausitzring in Deutschland durften Journalisten ihn erstmals als Beifahrer erfahren und wurden in die dahinter stehende Technik eingeweiht. Beim neuen Panamera wurde sogar die goldene Entwickler-Regel gebrochen, so Baureihenleiter Gernot Döllner: Niemals gleichzeitig das Gesamtfahrzeug und den Antrieb zu erneuern.

Größe Gegenüber dem Vorgänger wurde der neue Panamera um 34 mm länger, 6 mm breiter und um 5 mm höher (siehe "Technik"). Der Radstand legte um 30 mm zu. Obwohl die Dachlinie im Fond um 20 mm gesenkt wurde, verspricht Döllner ein "unverändert komfortables Sitzmaß für vier 95-%-Männer", also Männer mit 1,93 m. Das " Prestigemaß" zwischen Vorderachse und A-Säule wuchs um 14 mm. Der Laderaum ist dank der geteilt umlegbaren Rückenlehnen flexibel zu erweitern.

Antrieb An den Start geht der neue Panamera als Allradler. Geschaltet wird über ein neues 8-Gang-Doppelkupplungsgetriebe (von ZF). Es ist eine Version mit vier Wellen, damit könne es kürzer bauen (–142 mm) als üblich (z. B. mit zwei Wellen beim Vorgänger) und werde auch mit Hybridantrieb nicht länger. Wie sich das neue Getriebe auf Bergstraßen anfühlt, werden spätere Motor-KURIER-Tests zeigen.

Rekorde Bei den Motoren sind zum Marktstart zwei Benziner und ein Diesel (siehe "Technik") geplant. In der Topversion werkt ein Biturbo-V8-Benzindirekteinspritzer, der z. B. mit dem Sport Chrono Paket den Panamera in 3,6 sec von 0 auf 100 beschleunigt und eine Spitze von 306 km/h aufweist. Der V8-Diesel kommt von Audi, erfuhr aber bei Porsche eine gründliche Überarbeitung. Damit ist der Panamera laut Porsche die weltweit schnellste Diesel-Limousine. Nicht weniger stolz ist Porsche auf den Rundenrekord des neuen Panamera auf der Nordschleife des Nürburgrings. Mit 7,38 Minuten sei er schneller als der Porsche 997 GT3 (7,4 Minuten).

Punkto Abgasreinigung sind die Motoren so gebaut (z. B. mit zentral im Brennraum angeordneten Einspritzventilen oder im Innen-V liegenden Turboladern), dass das Erfüllen der ab 2017 geplanten neuen Normen erleichtert wird. Beim Verbrauch versprechen die Porsche-Entwickler eine Einsparung im Norm-Zyklus von ca. 1 l/100 km bei den Benzinern, z. B. dank einer Zylinderabschaltung beim V8.

Fahrwerk In der Basisversion setzt der Panamera auf Stahlfederung. Gegen Aufpreis gibt’s eine Dreikammer-Luftfederung sowie eine Hinterachslenkung für noch höhere Agilität. Der Panamera ist mit zahlreichen Fahrassistenten aufzurüsten.

Proberunde Bei den Mitfahrrunden auf dem Lausitzring fielen neben der naturgemäß beeindruckenden Sportlichkeit das enorme Raumangebot im Innern sowie die überdurchschnittlichen Qualitäten der Luftfederung auf. Wie sich das neue Cockpit mit Touchscreen auf die Bedienbarkeit auswirkt, werden spätere Tests zeigen.

Porsche Panamera

Maße LxBxH ab 5049x1937x 1423 mm, Radstand 2950 mm, Laderaum 495–1304 l, ab 1870 kg, Gesamtgewicht ab 2495 kg, Tank ab 75 l.

Antrieb Allradantrieb, v. Alu- Doppelquerlenkerachse, hi. Alu- Mehrlenkerachse mit Fahrschemel, 8-Gang-Doppelkupplungsgetriebe. Elektromech. Servolenkung, Extras: Hinterachslenkung, adaptive Luftfe- derung mit Dreikammer-Luftfeder.

Motoren ab Start: V6-Biturbo, 440 PS, 550 Nm, 0–100 in 4,4 sec, 8,2l /100 km, 186 g/km CO2. V8-Biturbo, 550 PS, 770 Nm, 0–100 in 3,8 sec, 9,3 l/ 100 km, 214 g/km CO2.

V8-Biturbo-Diesel, 422 PS, 850 Nm, 0–100 in 4,5 sec, 6,8 l/ 100 km, 178 g/km CO2.

Österreich-Start November 2016.

Preis ab € 133.584,–.