Porsche Panamera Plug-in-Hybrid 2013

© Werk/Porsche

Vorstellung
05/24/2013

Porsche Panamera S E-Hybrid: Im Flüster-Betrieb durch die Stadt

Was der laut Porsche weltweit 1. Plug-in-Hybrid in der Luxusklasse verspricht.

von Maria Brandl

Zwei Jahre nach seinem Start wird der Voll-Hybrid-Antrieb des Panamera durch einen Plug-in-Hybrid abgelöst, dessen Batterien auch extern an der Steckdose geladen werden können.

Während die Daten des Verbrennungsmotors, des V6-Benziners mit Kompressoraufladung, im Vergleich zum bisherigen Hybrid gleich geblieben sind, haben die Porsche-Entwickler zusammen mit Bosch den E-Antrieb deutlich ausgebaut. Von Bosch kommen E-Motor, Leistungselektronik und die Lithium-Batterie (Zellen von Samsung). Der E-Motor leistet mit 70 kW Spitzen- und 40 kW Dauerleistung nun mehr als doppelt so viel wie der Vorgänger. Der Energieinhalt der Batterie konnte dank des Umstiegs von bisherigen Nickelmetallhydrid- auf Lithium-Ionen-Akkus mehr als verfünffacht werden und beträgt 9,4 kWh (siehe Zusatzartikel).

Damit kann der Plug-in-Hybrid-Panamera nun bis zu 135 km/h rein elektrisch fahren (bisher: bis zu 75 km/h). Die elektrische Reichweite wird mit 18 bis 36 km angegeben (bisher: 2 km). Der Verbrauch sinkt im Norm-Zyklus um mehr als 55 % von 7,1 l auf 3,1 l/100 km, während gleichzeitig die Beschleunigung von 0 auf 100 in 5,5 sec und damit um 0,5 sec schneller erfolgt. Geblieben ist der Heckantrieb und das um 110 l gegenüber dem Basis-Panamera verringerte Ladevolumen. Das Zusatzgewicht durch den aufwendigeren E-Antrieb beträgt 105 kg gegenüber dem Vorgänger und rund 330 kg gegenüber dem V6-Panamera mit PDK-Getriebe.

Schnupperrunde

Bei einer ersten Proberunde an Bord des Plug-in-Hybrid-Panamera mit einem Porsche-Entwickler am Steuer konnte der Panamera beweisen, dass er auch rein elektrisch trotz des hohen Eigengewichts und vier Personen am Bord problemlos mit dem normalen Verkehr mitschwimmen kann. Über 50 km/h wird die rein elektrische Beschleunigung zwar etwas zäher, aber hohes Tempo macht im Batteriebetrieb ohnehin wenig Sinn, da ist der Verbrennungsmotor im Hybrid-Modus deutlich effizienter. Nach der Testrunde mit Stadt-, Überland- und Autobahnbetrieb ergab der Bordrechner eine elektrische Reichweite von 27,6 km.

Neben dem rein elektrischen Fahren bietet der Panamera mit dem Plug-in-Hybridantrieb auch die Möglichkeit, die elektrische Zusatzkraft zum Boosten im Sportbetrieb zu verwenden. Oder der Lenker drückt neben dem Schalthebel auf den Knopf „E-Charge“ und lädt während der Fahrt auf der Autobahn mit dem Verbrennungsmotor die Batterien auf. Porsche betont, dabei vergleichsweise geringe Umwandlungsverluste zu haben, da dieser Modus nur während der Fahrt, nicht aber im Leerlauf möglich ist, wo die Verluste am größten wären. Der Mehrverbrauch liege bei 1–2 l.

Nicht zufrieden sind die Porsche-Entwicklung mit den weltweiten Lademöglichkeiten. Ausgerechnet in China, das sich bei der E-Mobilität weltweit als Vorreiter sieht, sei öffentliches Laden oft verboten, da man um die Netzstabilität fürchte. Aber auch in Europa sei es in den meisten Ländern wegen der vielen verschiedenen Benutzerzugänge sehr kompliziert, so Otmar Bitsche, gebürtiger Vorarlberger und bei Porsche für die E-Mobilität zuständig. Porsche hat sich für zwei Steckervarianten entschieden: Den Schuko- und den neuen Norm-Stecker. Eine eigene App, für Hybridfahrer gratis, will wichtige Infos und Zusatzdienste rund ums Laden bieten.

Ausblick

Der Markteintritt des Plug-in-Hybrids im Juli, der den bisherigen Vollhybrid ablösen und den Hybridanteil beim Panamera von bisher 5 auf 10 % verdoppeln soll, ist nur ein Zwischenschritt. Der nächste steht Ende ’13 mit dem 918 Spyder an, dessen E-Motor noch deutlich stärker sein wird mit mehr als 95 kW.

Porsche Panamera Plug-in-Hybrid

Plug-in-Hybrid Benzinantrieb mit V6-Direkteinspritzer, Kompressor- Aufladung, 2995 , 245 kW /333 PS bei 5500–6500 U/min, 440 Nm bei 3000–5250 U/min. Euro6. E-Antrieb: Permanent erregte Synchronmaschine, 70 kW/95 PS (Spitzenleistung) bei 2200–2600 U/min, 310 Nm bis 1700 U/min. Betriebsspannung 150 bis 430 V, Lithium-Ionen- Batterien 9,4 kWh (nutzbar 7,5 kWh), 384 V. Systemleistung 306 kW/ 416 PS bei 5500 U/min, 590 Nm bei 1250– 4000 U/min. 8-Gang- Automatik (Aisin), Start-Stopp. E-Reichweite 18 –36 km. Ladedauer 2,3 h (230 V/ 16 A), 3,8 h mit Haushaltsstrom. Garantie Lithium-Akku: 6 Jahre.

Maße wie Basisversion, Ladevolumen 335–1153 l, Tank 80 l, Gewicht 2095 kg, Gesamtgewicht 2580 kg.

Messwerte Spitze 270 km/h, 0–100 in 5,5 sec. Verbrauch (Norm) 3,1 l Super/100 km, E-Betrieb 162 Wh/km, CO2 in g/km 71.

Österreich-Start Juli 2013.

Preis € 112.900,–.

Der Porsche und seine Macher