Felgen nach Belastungstest: Original (links) und Fälschung (rechts)

© Daimler

News
08/02/2021

Produktfälschungen: Daimler ließ 2020 1,7 Millionen Teile beschlagnahmen

Während der Pandemie nahm der Handel mit gefälschten Teilen stark zu

Namhafte Marken wie Mercedes-Benz oder Mercedes-AMG haben zunehmend mit dem Handel von gefälschten Teilen - vor allem via Onlinehandel - zu kämpfen. Dabei sind Produktfälschungen im Bereich Fahrzeug nicht nur illegal, sondern auch gefährlich, auch für andere Verkehrsteilnehmer, zumal auch sicherheitsrelevante Teile wie Bremsscheiben oder Felgen.

Bei Daimler hat man nicht erst im Jahr 2020 diesen Fälschungen den Kampf angesagt, intensiviert aber den Kampf. Florian Adt, Leiter Legal Product Intellectual Property: „2020 wurden über 1,7 Mio. gefälschte Daimler-Produkte beschlagnahmt. Wir haben über 550 Razzien initiiert und begleitet. Das ist eine leichte Steigerung im Vergleich zum Vorjahr – trotz der Herausforderungen durch die Pandemie.“ Aufgrund der weltweiten Lockdowns mussten zahlreiche Razzien aufgeschoben werden, viele zuständige Gerichte stellten kurzzeitig ihre Arbeit ein.

Laut einer Studie des Wirtschaftsverbands Unifab werden mit Produktpiraterie oft höhere Margen als im Drogenhandel erzielt. In vielen Fällen lassen organisierte Fälscher ihre Ware unter menschenunwürdigen Bedingungen ohne Rücksicht auf Umweltstandards, Arbeitsschutz oder Menschenrechte produzieren. Produktfälschungen sind für Laien optisch oft kaum von Originalteilen zu unterscheiden, qualitativ aber meist minderwertig und verfehlen gesetzliche Mindestvorgaben. Sie stellen deshalb ein erhebliches Risiko für die Gesundheit und Sicherheit der Kunden dar.

Wegen Corona nahm 2020 der Online-Handel deutlich zu. Das machte diesen Vertriebsweg auch für Fälscher noch interessanter. Florian Adt: „Wir haben unsere Markenschutz-Strategie angepasst und die Maßnahmen gegen Fälschungen im Online-Handel ausgebaut. Insgesamt konnten wir 138.000 gefälschte Produkte von Online-Plattformen entfernen lassen. Das ist etwa dreimal so viel wie im Vergleichszeitraum vor der Pandemie.“

Wie bekämpft Daimler die Produktpiraten? Die Markenschützer prüfen weltweit verdächtige Angebote auf Online-Plattformen oder Messen und können so Fälscher identifizieren. Typische Alarmsignale sind ein auffällig niedriger Preis, Auffälligkeiten in der Produktqualität oder der Verkauf über dubiose Online-Quellen. Ziel der weltweiten Razzien mit lokalen Behörden sind die großen Fälscher-Netzwerke und die Zerschlagung ihrer Produktions- und Vertriebsstrukturen. Weitere Maßnahmen sind strafrechtliche Verfahren oder Klagen auf Unterlassung, Auskunft und Schadensersatz. Auch bei der Prävention arbeiten die Markenschützer eng mit Zoll und Polizei zusammen. In Trainings und mit Informationsmaterial sensibilisieren sie für die Sicherheitsrisiken und unterstützen bei der Unterscheidung von Originalen und Fälschungen.

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