range rover evoque cabrio

© /werk/Nick Dimbleby (5)

Fahrbericht
03/25/2016

Range Rover Evoque Cabrio: Offen für neue Wege

Erfolg macht Mut – und führt zum ersten völlig vom Dach befreiten SUV der Welt.

von Peter Schönlaub

Die Briten haben es beim Experimentieren im Moment leichter: Der Erfolg stärkt ihnen dabei den Rücken.

In den vergangenen fünf Jahren konnte JLR (Jaguar Land Rover) den Absatz verdoppeln und den Umsatz gar verdreifachen. Größten Anteil an diesem spektakulären Zugewinn hatte der Evoque. Kein anderes Modell der Marke konnte in so kurzer Zeit dermaßen viele Exemplare absetzen: Mehr als eine halbe Million Kompakt-SUV wurden bereits auf die Straßen gebracht. "Das Auto war sogar für uns ein Überraschungserfolg", räumt Dr. Wolfgang Epple, Vorstand für Forschung und Technologie, im Gespräch mit dem Motor-KURIER ein.

Als Konsequenz werden derzeit neue Werke in China, Brasilien und ab 2018 auch bei unseren Nachbarn in der Slowakei hochgezogen.

"Die Performance des Evoque hat uns aber auch Mut gemacht, noch konsequenter in die Nischen zu gehen", erklärt Epple weiter. Die Folge dieser Strategie ist das Evoque Cabriolet – das erste völlig offene SUV. Oder wie es Range Rover bezeichnet: Das erste Cabrio für alle Jahreszeiten.

Hat man sich erst an die ungewöhnliche Form gewöhnt, dann erscheint das Konzept plötzlich nicht mehr so abwegig. Wenn Luxuslimousinen wie die S-Klasse oder Kleinwagen wie der Mini ihr Interieur freilegen dürfen, warum nicht auch ein Kompakt-SUV?

Mit den beiden Genannten hat der Evoque gemeinsam, dass das Verdeck aus Stoff gefertigt wurde – ein Hardtop wäre bei der Länge des Dachs ohnehin nicht machbar gewesen. Die mit zwei E-Motoren betriebene Kapuze lässt sich in 18 Sekunden vollautomatisch versenken und in 22 Sekunden wieder aufsetzen; beides ist auch während der Fahrt bis zu einer Geschwindigkeit von 48 km/h möglich.

Kein Raumwunder

Während der Komfort auf den beiden Fondsitzen weiterhin halbwegs gewährleistet ist, musste der Kofferraum naturgemäß Federn lassen: 251 Liter zwingen zum Verzicht; zumindest gibt es aber eine Durchreiche für längere Gegenstände wie Ski, und bei langen Reisen – die man kaum zu viert unternehmen wird – lässt sich ja auch die Rückbank beladen.

Äußerst gut gelungen ist die Geräuschdämmung: Bei geschlossenem Verdeck herrscht selbst bei Autobahntempo selige Ruhe, bei offenem Dach – und montierten Windschott über den Fondsitzen – treten weder Turbulenzen noch störende Windgeräusche auf.

Souveränes Fahrwerk

Als Punktladung muss auch die Abstimmung des Fahrwerks gelten, das von den Versteifungen der Karosserie vor allem im Bereich des Unterbodens profitiert. Ohne Zittern oder Verwindungen befürwortet das gegenüber dem Coupé rund 200 Kilo schwerere Cabrio genussvolles, harmonisches Gleiten – ohne Wanken in den Kurven und mit viel Komfort auch auf schlechten Fahrbahnqualitäten.

Dass der Evoque auch anders kann – nämliche die gröbere Gangart einschlagen –, darauf sind die Land-Rover-Ingenieure besonders stolz. Mit Allradantrieb, Terrain-Response-System und der optionalen All-Terrain Progress Control (APTC) wird dem Ruf der Marke auch bei der Geländetauglichkeit entsprochen – wie man am Foto links gut erkennen kann.

Das Evoque Cabrio wird zunächst ausschließlich mit Allradantrieb und 9-Gang-Automatik angeboten – kombinierbar mit dem neuen 2,0 TD4 (150/180 PS) oder dem Turbo-Benziner 2,0 Si4 (240 PS). Die Preise beginnen bei € 56.100,–, allerdings schon für die Ausstattung SE Dynamic, in der die Lederpolsterung, die elektrische Sitzverstellung oder das neu vorgestellte Infotainmentsystem InControl Touch Pro mit extrabreitem 10,2-Zoll-Schirm bereits enthalten sind.

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