News 01/26/2012

Range Rover Evoque: Chic sein reicht nicht

Range Rover Evoque: Chic sein reicht nicht
© Werk

Zwischenbilanz nach den ersten 7000 km mit dem Fünftürer, der das Zeug zum Kult-SUV hat.

Diesen Mut hatte man den jetzt unter indischer Flagge segelnden Briten nicht zugetraut.

Dass die revolutionär gestylte Studie eines kompakten Range Rover ohne die sonst üblichen Konzept-Verwässerungen praktisch unverändert in Serie gegangen ist, war eine der großen Überraschungen des vergangenen Jahres.

Range Rover Evoque
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Und der Mut hat sich ausgezahlt. Die radikale Optik des Evoque kommt sehr gut an, die Auftragsbücher sind vorerst übervoll.

Aber chic zu sein alleine reicht heute nicht mehr für nachhaltige Erfolge. Zu dicht ist das Feld der Konkurrenten, zu anspruchsvoll die Premium-Preise zahlende Kundschaft.

Dass es auch um die anderen Qualitäten des Evoque nicht ganz so schlecht bestellt sein kann, zeigt der Einzug unter die 7 Finalisten im Rennen um das europäische "Auto des Jahres" ebenso wie der Titel als "Truck of the Year" in der SUV-Hochburg USA.

Wie der kleine Range Rover mit den Mühen des Alltags fertig wird und wie praxistauglich sich das radikale Karosserie-Konzept erweist, hat jetzt ein fünftüriger Evoque mit dem 2,2-Liter-Diesel und Automatik im Dauertest zu beweisen.

Praxis

Quadratisch, praktisch: Kofferraum mit Staufach im Boden.
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Nach den ersten 7000 km sieht man, dass sich die Land-Rover-Entwickler nicht nur auf die schicke Schale verlassen, sondern auch technisch tief Luft geholt haben. So glänzt das Fahrwerk trotz des stattlichen Fahrzeuggewichts auf verhältnismäßig kurzer Fläche durch souveränen Umgang mit Straßen aller Art. Selbst forciertere Gangart auf kurvigen Bergstraßen bringt den Evoque nicht aus der Ruhe, die Seitenneigung der Karosse hält sich in magenfreundlichen Grenzen. Ermöglicht werden sportliche Etappen durch den stets sprintbereiten 2,2-l-Diesel und dessen perfekte Harmonie mit der 6-Gang-Automatik (zumal im "Sport"-Modus), sowie durch die präzise elektromechanische Lenkung.

Auf Schneefahrbahn bewährt sich der Griff zum Schalter für das "Terrain Response System" und die Wahl der entsprechenden Abstimmung des Allradantriebs (jene für Schlamm oder Sand werden später noch drankommen).

Cockpit mit großem, berührungssensitivem Bord-Monitor.
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Ebenfalls Pluspunkte sammelt der Evoque mit den üppigen Platzverhältnissen im Passagierraum, die nicht zuletzt der überdurchschnittlichen Breite der Karosse zu verdanken ist. Diese merkt der Pilot allerdings auch bei Engstellen und in Parkgaragen, wo das vermeintlich kompakte SUV genau so exakt bewegt werden will wie dessen große Brüder. Und die wuchtigen Außenspiegel machen zwar das Manko des Schießscharten-artigen Heckscheiben-Schlitzes zum Teil wett, verbreitern die zu manövrierende Fuhre jedoch noch weiter. Ganz abgesehen davon, dass sie die Sicht nach schräg vorne behindern.

Weitere Erkenntnisse aus dem Alltagsbetrieb: Das Bord-Betriebssystem agiert sehr träge, bis das Bild der Heck-Kamera auf dem Monitor auftaucht, vergehen gefühlt Minuten.

Dadurch halten sich auch die Meriten des aufwendigen Rundum-Kamerasystems in engen Grenzen.

Schwache Geräuschdämmung auf der Höhe der Scheiben und Türen.

Die Reichweite ist für einen Diesel relativ gering.

Die weiteren Kilometer werden zeigen, wie der Inhalt der schicken Schale den Mühen der Ebene (und Berge) standhält.

(Kurier) Erstellt am 01/26/2012