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12/05/2011

Saabs Zukunft hängt am seidenen Faden

Weil GM sich gegen den Verkauf an Chinesen querlegt, ist wieder alles offen. Zahlungsplan am 22. November.

von Christian Vavra

Es war ein herber Schlag ins Kontor. Am 7. November erklärte der frühere Saab-Auto-Eigentümer General Motors (GM), der Konzern würde jegliche Zulieferungen an Saab einstellen, sollten wie geplant chinesische Firmen den insolventen Autobauer zu 100 Prozent übernehmen. Man wolle keinen Technologietransfer an die erstarkenden Chinesen unterstützen. GM baut u. a. in einem Werk in Mexiko seit drei Jahren den aktuellen Cadillac SRV, der jetzt auch als Saab 9-4X auf den Markt kommen soll.

Zuvor hatten sich der Saab-Eigentümer Swedish Automobile (Swan, früher Spyker Cars) mit dem Konzern China Youngman Automobile Group und dem Fahrzeuggroßhändler Pang Da geeinigt: Die beiden chinesischen Firmen wollten Saab für 100 Millionen Euro übernehmen und mehr als 700 Millionen US-Dollar (500 Millionen Euro) in den Neustart stecken. Weitere 32 Millionen US-Dollar sollen aus dem Verkauf der Marke Spyker an den US-Investor North Street kommen.

Ein "Memorandum of Understanding" zu diesem Verkauf ist am Mittwoch (15. November) ausgelaufen, es war aber schon davor klar, dass der Zeitplan dafür zu kurz war. Laut einer Saab-Sprecherin wurden die Gespräche um eine Übernahme auch danach fortgesetzt.

Swan-Chef Victor Muller hatte in einer ersten Reaktion auf die Abfuhr durch GM erklärt, man müsse nun zurück ans Reißbrett. Der Nachrichtenagentur Reuters sagte er, es gebe immer Alternativen, aber die Zeit sei begrenzt. Saab befindet sich im gerichtlichen Gläubigerschutz und muss am 22. November einen Zahlungsplan vorlegen. GM ist selbst Gläubiger und soll Reuters zufolge angeboten haben, gegen Geldzahlungen Saab weiter zu beliefern.

Autos

Die Marke Saab hat seit Ende April keine Autos produziert, weil Zulieferer nicht mehr bezahlt werden konnten. Die Versorgung mit Ersatzteilen für bestehende Saab-Kunden ist nach Auskunft von Stefan Mladek, Manager von Saab Austria, indes gesichert. Saab Automobile hat nämlich eine Schwesterfirma (Saab Parts AB), die ein normales operatives Geschäft betreibe. Diese Schwesterfirma dient gleichzeitig der schwedischen Regierung als Sicherheit für die Bürgschaft für einen 400-Millioinen-Euro-Kredit der Europäischen Investitionsbank.

Sollte es für den Verkauf der Marke Saab doch noch zu einer Einigung kommen, könnte Saab voraussichtlich ab dem zweiten Quartal 2012 wieder Autos produzieren.

In Österreich gibt es derzeit 6650 Saab-Exemplare zwischen null und zehn Jahren, weitere knapp 4000 sind älter, aber noch im Bestand. Das Markennetz in Österreich umfasst aktuell 16 Stützpunkte mit Service und Werkstättenbetrieb, 12 davon sind auch im Verkauf tätig.

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