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05.12.2011

Schneesicher dank BMW Wintertraining

Was moderne Allradtechnik alles kann. Warum dennoch kein Weg an echten Winterreifen vorbeiführt.

Die Trittsicherheit im Winter verlangte BMW einiges ab. Aber wie die auf dem Rettenbacher Ferner im Ötztal durchgeführten Trainingsfahrten zeigen, lassen sich auch Hecktriebler sicher und komfortabel auf Eis und Schnee beherrschen, wenn sie entsprechend ausgerüstet sind.

Dafür setzt BMW auf einen elektronisch geregelten permanenten Allradantrieb (xDrive, siehe Allrad-Technik) .

Dessen Steuerung erfolgt "in Absprache" mit der Fahrwerksregelung DSC. Im Zusammenspiel kann xDrive bei Bedarf in nur 0,1 Sekunden bis zu 100 Prozent der Antriebskraft auf die Vorderachse übertragen. Im Normalfall wird die Kraft 40 : 60 zwischen Vorder- und Hinterachse verteilt.

Gegen Aufpreis lässt sich das Allradpaket durch eine "Performance Control" ausbauen. Dieses Torque Vectoring via Bremseingriff erhöht die Wendigkeit des Autos. Es baut relativ kompakt, bringt aber nur 30 Prozent der Leistung des "mechanischen" Torque Vectoring. Dieses bietet die Dynamic Performance Control und kann den BMW auch stabilisieren.

Aber aller Assistenz zum Trotz: Die Erfahrung hat, so BMW, auch gezeigt, dass an "echten" Winterreifen kein Weg vorbeiführt, will man wirklich gute Traktion auf Schnee und Eis. Die Ganzjahresreifen konnten die Erwartungen nicht erfüllen. Die Instruktoren haben zudem die Erfahrung gemacht, dass die Qualität der Winterreifen nach drei Jahren deutlich nachlässt.

In Fahrt Im Wintertraining zeigten sich die großen Unterschiede der eingeschalteten Assistenz-Systeme:

- Bei xDrive und eingeschalteter Stabilitätskontrolle DSC (Normalbetrieb) wird zwar die Motorleistung bei Bedarf spürbar gedrosselt, aber das Auto bahnt sich ruhig seinen Weg .

- Bei deaktivierter Stabilitätskontrolle, aber mit Traktionskontrolle (Stellung "Sport+" mit "Fahrerlebnisschalter"), wird das Auto zwar unruhiger, nimmt aber mehr Gas an, was für Bergfahrten auf Schnee hilfreich sein kann.

- Bei vollkommen ausgeschalteter Stabilitätskontrolle verfügt das Auto noch immer über die ABS-Funktion (und Allradantrieb sowieso), ist sehr dynamisch, gut bergauf im Schnee, erfordert aber eine gewisse Fahrpraxis.

- Wer Unterstützung für steile Abfahrten will, nützt die Bergabfahrhilfe (in allen drei DSC-Stufen aktivierbar), die selbst den schwersten BMW-SUV ausreichend "einbremst". Für Mutigere ist die Bergabfahrhilfe im Tempo regelbar (bis über 30 km/h). Das System funktioniert auch in der N-Stellung . Überraschung Das größte Aha-Erlebnis lieferte aber der neue Einser, der ohne xDrive, aber mit guten Winterreifen, eine 13 Prozent steile Bergstrecke auf Schnee und Eis problemlos meisterte - in allen drei DSC-Stufen.

Infos übers Wintertraining im Ötztal, aber auch in Schweden, gibt's unter http://www.bmw.at/fahrertraining.

BMW Allrad-Technik

- System: Der permanente Allradantrieb arbeitet mit Verteilergetriebe und elektronisch geregelter Lamellenkupplung. "Kooperationspartner" ist die Steuerung der Dynamischen Stabilitäts Control DSC (Fahrwerksregelung) . Als Extra gibt's die Performance Control sowie in der Topversion die Dynamic Performance Control.

- Kraftverteilung: Im Normalfall wird die Kraft 40 : 60 zwischen Vorder- und Hinterachse verteilt. Dies lässt sich stufenlos und blitzschnell (in 0,1 sec) zwischen 100 : 0 und 0 : 100 variieren - abhängig von Fahrzustand, Raddrehzahlen, Tempo, Lenkradeinschlag und Fahrtrichtung. Bei Bedarf wird ins Motormanagement eingegriffen (Leistung gedrosselt) und werden via DSC einzelne Räder abgebremst.

- Extra: Mit der Performance Control können auch noch die Räder an der Hinterachse einzeln gezielt gebremst und Lenkimpulse aufgebaut werden, was vor allem die Wendigkeit in Kurven erhöht. Aber erst mit der Dynamic Performance Control (Torque Vectoring) kann u.a. dank zweier zusätzlicher Planetengetriebe auch die Antriebskraft individuell auf eines der beiden Hinterräder verteilt und so zudem die Stabilität erhöht werden.