News 05.12.2011

Silvretta Classic Rallye im Montafon gestartet

Silvretta Classic Rallye im Montafon gestartet
© apa

Wo die Vergangenheit die Moderne grüßt: Neben den 152 Klassikern nehmen zum zweiten Mal auch Elektro-Autos an der "Silvretta Classic Rallye Montafon" teil.

Im äußersten Süden Vorarlbergs trifft die Vergangenheit auf die Moderne. Zum zweiten Mal dürfen heuer Elektro-Autos an der "Silvretta Classic Rallye Montafon" teilnehmen. Dass 152 "Klassiker" am Start stehen und diese vor den 30 E-Autos den Parcours in Angriff nehmen, sagt viel über die Vergangenheit. Die E-Autos erzählen hingegen von der Zukunft - in der nicht alles, aber vieles anders sein wird. Dreht man den Schlüssel im Zündschloss eines E-Autos, so hört man - nichts. "Du kannst jetzt losfahren", sagt Beifahrer Pascal Horn, der den fragenden Blick des Neulings hinterm Steuer freundlich weglächelt. In Pascals Leben sind E-Autos so verankert wie in anderer Leute Leben der Frühstückskaffee. Er war bei Volkswagen von allem Anfang an dabei, als das Projekt E-Auto vor einigen Jahren gestartet wurde und ist nun Beifahrer in einem VW Golf Blue E-Motion mit 85 kW starkem Motor, rund 115 PS und der Startnummer 220.

Das E-Auto fährt sich anders als ein herkömmliches. Gibt man Gas, marschiert der VW, ganz ohne Verzögerung. Man ist von 0 auf 100 km/h in weniger als zwölf Sekunden. Nimmt man den Fuß hingegen vom Pedal, gilt der umgekehrte Effekt: Die Kraft ist sofort weg. Während der Fahrt tritt der Lerneffekt darüber ein, dass man in einem E-Auto die Bremse nur sehr selten braucht. Überhaupt ist Effizienz alles: Der Scheibenwischer wischt nur, wenn die Scheibe nass ist. Und auch das Licht wird durch die Helligkeit in der Umgebung reguliert. Das oberste Motto lautet stets, Strom zu sparen. Am ersten Tag der dreitägigen Rallye gilt es die Silvretta-Hochalpenstraße zu bewältigen. Die kurvenreiche und bei Ausflüglern sehr beliebte Bergstrecke verbindet Partenen im Montafon mit dem Tiroler Paznauntal. Höchster Punkt der 22,3 Kilometer langen Strecke mit 32 Kehren ist die Bieler Höhe (2.032 Meter). Für das E-Auto alles kein Problem, auch der Stromverbrauch bleibt im Rahmen. Beim Abwärtsfahren gewinnt das Auto durch Rekuperation sogar wieder Energie zurück.

Weil die "Silvretta Classic Rallye" kein Rennen ist, bleibt Zeit für Gespräche. 2013 soll der VW Golf Blue E-Motion auf den Markt kommen. Noch wird seine Reichweite mit 150 Kilometern angegeben, doch arbeiten die Forscher intensiv an der Batterie-Technologie. Irgendwann soll der Strom vielleicht einmal für 300 Kilometer reichen. Nach knapp 100 Kilometern Fahrt mit dem Wendepunkt Ischgl wartet in Schruns im Montafon das Ziel. Die Batterie ist noch zu 61 Prozent voll. Pascal ist sehr zufrieden. Die Weiterfahrt mit dem Diesel-Pkw nach Hause nimmt sich plötzlich schwerfällig und laut aus. Auf die Frage, ob das E-Auto die Zukunft ist, antwortet Pascal mit einem kurzen, überzeugten "Ja". Auch wenn sich das Röhren eines alten Ferrari noch so gut anhört.

(APA) Erstellt am 05.12.2011