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Fahrbericht
01/15/2015

Skoda Fabia Combi: Deutlich an Statur gewonnen

Schon gefahren – erste Erfahrungen und Testkilometer am Steuer des neuen Kompakt-Frachters.

von Ad Raufer

Der Fabia zählt seit dem Erscheinen der ersten Generation im Jahr 1999 zu den erfolgreichsten Fahrzeugen seines Segments. Nur wenige Wochen nach der Einführung der Schrägheckversion rollt ab morgen, 16. Jänner ’15, nun die Kombivariante in die heimischen Skoda-Schauräume.

Analog zum Schrägheck steht jetzt auch die Frachtversion um Etliches emotionaler und weit ausdrucksstärker als der Vorgänger auf der Straße: Kurze Überhänge vorn und hinten, bündig in die Radhäuser eingepasste Räder, präzis akzentuierte Linien, Sicken und Kanten, schmale Fahrzeugsäulen, messerscharf gezeichnete Tornado-Linie – Skodas-Chefdesigner Josef Kaban ist mit dem Combi ein ungemein attraktives, wie aus einem Guss wirkendes Auto mit dynamischen Proportionen gelungen.

Dem Aussehen dienlich sind außerdem die zum Teil recht stark veränderten Maße: So legt der Cargo-Fabia im Vergleich zur zweiten Generation in der Länge um einen, in der Breite aber um gleich üppige neun Zentimeter zu. Drei Zentimeter weniger Höhe und eine um drei Zentimeter verbreiterte Spur münden in einer ausgesprochen bullig-satten Statur. Passen gut, die neuen Maße.

Das Mehr an Außenlänge – 4,26 Meter, um 26 Zentimeter mehr als das Schrägheck – kommt naturgemäß 1:1 dem Kofferraum zugute: Der fasst im Normalfall 530 und bei umgelegter Rückbank stattliche 1395 Liter Ladegut. Zum Vergleich: In den kürzlich lancierten Fabia-Fünftürer passen 330 bis maximal 1150 Liter hinein, in den von den Abmessungen vergleichbaren Rapid Spaceback zwischen 415 und 1380 Liter.

Die Ladekante liegt mit 61 Zentimeter – rund sechs Zentimeter niedriger als beim Fünftürer – beladungsfreundlich angenehm tief, die Rückenlehnen sind im Verhältnis ein Drittel zu zwei Drittel geteilt klappbar und ergeben einen – allerdings nicht völlig – ebenen Laderaum.

Die Motoren

Insgesamt stehen für den Combi sechs Motorvarianten zur Wahl, drei Benziner (1,0-MPI-3-Zylinder/75 PS, 1,2-TSI-4-Zylinder/90 und 110 PS) sowie drei 1,4-Liter-Dreizylinder-TDI-Diesel mit 75, 90 und 105 PS. Bis auf den kleinen Basis-Benziner holen alle Aggregate ihre Leistung aus Turboladern und arbeiten nach dem Prinzip der Direkteinspritzung. Alle Motoren tragen das Euro-6-Etikett, emittieren deutlich weniger CO2 als bisher, sie sind – je nach Leistungsstärke – um bis zu 17 Prozent sparsamer geworden. Abhängig von der jeweiligen Motor- und Ausstattungsgkonfiguration sank außerdem das Gewicht um bis zu 61 Kilo. Und so bringt der Fabia-Combi – zumindest mit dem 1,0-Basis-Benziner – jetzt tatsächlich nur mehr knapp über 1000 Kilo auf die Wage.

Start-Stopp und Bremsenergie-Rückgewinnung zählen zum serienmäßigen Lieferumfang.

Am Steuer

Erste Kilometer am Steuer des Fabia Combi offenbaren: Mit den Basis-Ottos und -Selbstzündern ist der kompakte Tschechen-Kombi durchaus ausreichend, mit den Spitzentriebwerken hingegen engagiert-opulent motorisiert. Einen nachhaltig positiven Eindruck hinterlässt der von 1,6- auf 1,4-Liter verkleinerte, aber mit Einspritzdruck von jetzt 2000 bar arbeitende TDI: Der Selbstzünder zeichnet sich durch geringe Geräuschentwicklung und – wegen des Einsatzes einer Ausgleichswelle – durch kaum vorhandene Vibrationen aus.

Einen ausgesprochen positiven Eindruck hinterlassen die Fahreigenschaften: Die neue elektro-mechanische Servolenkung sorgt einerseits für präzis umgesetzte Richtungsänderungen, die elektronische Differenzialsperre XDS+ anderseits für gute Traktion beim Herausbeschleunigen aus engen Kurven. Anders gesagt: Der neue Fabia Combi ist ein überaus handliches und fahraktives Auto geworden.

Die Preise beginnen bei € 13.970,– (Benzin/1,0/75 PS), der günstigste Diesel kostet € 17.120,–.

Der Verkauf startet an diesem Wochenende.

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