Tests 04/28/2017

Skoda Kodiaq: Tschechischer Charmeur

Skoda Kodiaq: Tschechischer Charmeur
© /Benedikter Christoph (5)

Der Praxistest sollte zeigen, ob die Vorschusslorbeeren berechtigt sind.

Wo immer er auftauchte, wurde er von Passanten umkreist. Das erste große SUV, Sport Utility Vehicle, von Skoda kommt gut an. In unserem Praxistest sollte er zeigen, wo abseits des Aussehens seine Meriten sind.Unser Testmodell Version "Style" kombinierte den 150-PS-TDI mit 6-Gang-Schaltgetriebe und Allradantrieb. Für eine effiziente Abgasnachbehandlung sorgte neben Oxikat und Rußfilter das katalytische Entstickungssystem SCR mit Harnstoff.

Der 150-PS-TDI beschleunigt das SUV in weniger als 10 Sekunden von 0 auf 100 km/h und überzeugt auch bei Beschleunigungen auf der Autobahn oder bergauf mit zufriedenstellender Elastizität. Dass damit ein wenig Schaltarbeit für den Lenker verbunden ist, sollte kein Problem sein – der Schaltkomfort ist sehr gut. Außerdem sind Schaltgetriebe in der Praxis nach wie vor die sparsamsten Getriebevarianten. Der Kodiaq kam im Test im Schnitt mit 6,5 l/100 km aus.

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Beim Allradantrieb handelt es sich um die blitzschnell zuschaltende Lösung mit Lamellenkupplung von Haldex aus dem VW-Konzernregal. Wo keine Traktionshilfe benötigt wird, fährt der Kodiaq im spritsparenden Frontantrieb. Für Fahrten ins schlechte Gelände gibt es einen Offroad-Modus-Schalter, mit dem diverse Kennlinien geändert werden. Ein Höherstellen der Karosserie damit ist aber nicht möglich.

Die Federung ist etwas weicher als etwas im Audi Q5, das Schaukeln hält sich aber in Grenzen. Auch bei der Geräuschdämmung wurde nicht gespart. Dass der Kodiaq als Transportmittel bei den Passagieren, vor allem im Fond, sehr gefragt war, liegt zu einem wichtigen Teil am üppigen Raumangebot für die hinteren Mitreisenden. Auch wenn die zweite Sitzreihe um 180 mm nach vorne geschoben wird, etwa, um größeres Gepäck zu verstauen, müssen selbst Großgewachsene ihre Knie nicht bei den Ohren anlegen.

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Das überdurchschnittliche Raumangebot wird zum Teil durch längere Überhänge "erkauft", was grundsätzlich kein Problem ist, aber beim Durchfahren von Wasserrinnen kein Vorteil ist, weil die Böschungswinkel relativ gering sind (siehe Steckbrief). Je nach Sitzposition kann die wuchtige B-Säule die Sicht nach hinten behindern.

Die Sitzqualität ist guter Durchschnitt, die Kopfstützen sind NCAP-Crashtest-optimiert und so für Wirbelsäulengeschädigte nicht sehr komfortabel.

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Apropos Gepäck: Der Laderaum ist trotz des Platzangebots für die Fondgäste üppig (siehe Steckbrief). Bei umgelegten Sitzen finden bis zu 2,8 m lange Gegenstände Platz.

Wie bei Skoda üblich, hat auch der Kodiaq etliche "Simply Clever"-Details, neben den Regenschirmen vorne, dem Wende-Ladeboden oder der Taschenlampe im Laderaum und dem Eiskratzer in der Tankklappe auch – neu – Kantenschutzgummi an den Türen, um in engen Parklücken Parkschäden zu vermeiden.

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An Extras hatte unser Testmodell unter anderem eine dynamische Fahrwerksregelung, Leichtmetallfelgen, einen elektrischen Memory-Fahrersitz, ein Trailer- sowie ein Travel-Paket sowie Unterboden-Steinschlagschutz. Nicht an Bord waren die neuen "Schlaf-Kopfstützen", die für Fondpassagiere auf langen Urlaubsreisen ein großer Komfortgewinn sein können. Der automatische Abstandsregler erledigte brav seine Aufgabe, nur hin und wieder ließ er sich vom Verkehr auf der Gegen- oder Seitenfahrbahn ablenken. Der Kodiaq lässt sich gegen Aufpreis auch IT-mäßig voll aufrüsten (LTE etc.). Unser Testmodell hatte als Extra eine Telefonbox mit WLAN und SIM-Schacht. Head-up-Display dagegen gibt es für ihn nicht.

Die Verarbeitungsqualität machte einen hochwertigen Eindruck. Bei den Materialien musste sich Skoda wohl aus VW-Konzern-internen Gründen etwas bescheiden.

Den Kodiaq gibt es als Fünf- oder Siebensitzer.

Antrieb: 4-Zylinder-TDI mit VTG-Lader, 1968 , 6-Gang-Handschaltgetriebe, Allradantrieb, Start-Stopp, katalytische Entstickung (SCR) mit Harnstoff (Adblue),

Leistung: 150 PS/110 kW bei 3500–4000 U/min

maximales Drehmoment: 340 Nm bei 1750–3000 U/min

0–100 in 9,5 sec, Spitze 197 km/h, Abgasnorm Euro6.

Fahrwerk:Einzelradaufhängung, vorne an McPherson-Federbeinen, hinten Mehrlenkerachse, Allradantrieb mit elektronisch geregelter Drehmomentverteilung mit Mehrlamellen-Viscokupplung, vier Scheibenbremsen (vorne innen belüftet), elektromechanische Servolenkung, elektromechanische Parkbremse, Stabilitätssystem, Höhe der Ladekante 750 mm.

Maße (L x B x H): 4697 x 1882 x 1655 mm

Wendekreis: 11,6 m

Radstand: 2791 mm

Böschungswinkel: v/h 22/23,1 Grad

Steigfähigkeit: 40 Grad Watttiefe: 188 mm

Bodenfreiheit: 188 mm Laderaum: 650–2065 l

Gewicht leer/gesamt:1783/2305 kg Anhängelast:gebremst/ungebremst 2000/750 kg

Tankinhalt: 60 l

Adblue-Tank: 12 l

Bremsweg warm: 34,6 m/Bremsweg kalt: 35 m

Normverbrauch: 5,4 l/100km 141 g/km CO²

Testverbrauch: 6,5 l/100 km

Preis: 39.510 €/Preis Testwagen: 49.198 €

Motorbezogene Versicherungssteuer: 649,44 €

(Kurier) Erstellt am 04/28/2017