News
05.12.2011

Spekulanten

© Bild: KURIER/Boroviczeny

Warum wir nicht auf eine Trendumkehr bei der Sprit-Preispolitik spekulieren sollten.

In Spanien senkt die Regierung das offizielle Tempolimit auf Autobahnen, in Deutschland kommt mehr Alkohol in den Tank, in aufstrebenden Staaten wie China wird die Treibstoffabgabe rationiert. Alle Maßnahmen haben eines gemeinsam: Sie sollen Bürger zum sparsameren Umgang mit Erdöl bewegen.

Tatsächlich hat nach den vergangenen Krisenjahren der Durst nach Kraftstoff wieder zugenommen, bei uns um 2,4 Prozent. Noch viel stärker sind jedoch die Spritpreise gestiegen. Erklärt wird dies von offizieller Stelle gerne mit "Die Börsen sind nervös." Gleichzeitig wird beteuert, dass weltweit trotz der Aufstände in arabischen Staaten die Öllager sehr gut gefüllt sind. Bleibt also die Spekulation als Erklärung.
Früher griffen die Regierungen in solchen Fällen zu Preisregulierungen. So blieben nicht nur die Brotpreise in einem vernünftigen Rahmen, sondern auch Benzinpreise. Das damals noch zarte Pflänzchen der Mobilität auf der Straße sollte geschützt werden.

Heute ist die Lage anders. Entgegen aller Ankündigungen ehrgeiziger Maßnahmen gegen zügellose Spekulanten sind es nun doch wieder die Bürger, die die Zeche bezahlen.

Ein Blick auf den Steueranteil beim Spritpreis von rund 50 Prozent lässt den Grund erahnen. Warum bei hohen Spritpreisen nicht nur Ölkonzerne, sondern auch Regierungen Profiteure der Spekulanten sind. Das Beunruhigende für uns Bürger: Das gilt nicht nur fürs Erdöl, sondern auch alle anderen alternativen Kraftstoffe. Auf eine Trendumkehr sollten wir lieber nicht spekulieren.