News 05.12.2011

Studien über Studien

Studien über Studien
© Boroviczeny/KURIER

Die Welt ist nicht so eindimensional, wie sie in Verkehrs-Studien oft gesehen wird.

Der Verbrennungsmotor ist am Ende. Er wird durch den Elektroantrieb ersetzt. Kein Lärm mehr, keine Abgase, somit alles bestens.

Der Autoverkehr in der Stadt verursacht nur Probleme, also wird das Individual-Verkehrsmittel Auto durch das Individual-Verkehrsmittel Fahrrad ersetzt. Folge: Keine Staus, keine Unfälle und keine verparkten Straßen.

Es geht um einfache Botschaften im Gewerbe der verschiedenen Interessensgruppen, die auf ihre Anliegen mit einer stetig anschwellenden Flut an Studien aufmerksam machen wollen. Koste es, was es wolle. Und sei es die wissenschaftliche Seriosität.
Wo die Zahlen herkommen, wie repräsentativ die jeweilige Umfrage war oder welche Quellen verwendet wurden, ist zweitrangig, wenn nur eine möglichst einfach zitierbare Aussage dabei herausschaut.

Dass die Welt in Wahrheit viel komplexere Antworten braucht, steht auf einem anderen Blatt. Denn weder Batterie-Autos noch Biotreibstoffe oder mit Wasserstoff betriebene Brennstoffzellen werden die herkömmlichen Motoren alleine ablösen können. Ein intelligenter Mix aus allen Technologien ist gefragt.

Genau so falsch ist es auch, Fahrrad- und Autofahrer als getrennte Gruppen zu sehen, wie dies in Studien geschieht, die sich sogar dazu versteigen, Autofahrern einen statistisch früher einsetzenden Pflegebedarf zuzuschreiben. Im nicht statistischen Leben nutzen viele Menschen aber nicht nur das Auto sondern auch das Fahrrad. Mit dem eindimensional herbeigerechneten Ersatz des einen durch das andere werden die Probleme also nicht gelöst werden können.

(Kurier) Erstellt am 05.12.2011