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Fahrbericht
04/29/2022

Subaru Solterra: Elektro-Sonnenkind fürs Gelände

Subaru ist gerne in der Nische unterwegs, will keine Massenautos produzieren. Mit dem neuen Solterra liefert man nun sein erstes ernst zu nehmendes Elektroauto mit Offroad-Qualitäten

von Andrea Hlinka

Wenn ein italienischer Ex-Motorsportler das Lenkrad eines neuen Autos in seine Pranken nimmt und dieses über eine Teststrecke in der Nähe von Mailand jagt, kann man als Beifahrerin nur jubeln. Dass der Mann fahren kann, war klar. Dass es ihm auch mit einem elektrisch betriebenen Auto Spaß macht, hingegen nicht so ganz. Der Solterra sei wirklich gut gelungen, erklärt Gian Luca dann in der Abkühlrunde mit zufriedener Miene.

Einstieg in die BEV-Welt

Mit dem Solterra steigt der Nischen-Produzent Subaru in das BEV-Geschäft ein. Obwohl, so ganz stimmt das nicht. Denn man hatte bereits 2003 eines, doch kann sich daran wohl kaum einer erinnern. Man sei seiner Zeit damals voraus gewesen, erklärt man bei der Präsentation des neuen Solterra auf einer Teststrecke inklusive Offroad Parkour in der Nähe von Mailand.

Mit dem neuen Modell ist Subaru nun im Hier und Jetzt angekommen. Definitiv nicht zu früh. Der Solterra fühlt sich auf den ersten selbst gefahrenen Metern auf der Teststrecke und im Gelände stimmig an: Innen mit 12,3 Zoll großem Mitteldisplay modern und geräumig, groß genug, doch mit 4,69 m Länge und 1,65 m Höhe kein Riese und geländetauglich wie ein etwas pummeliger Steinbock. 21 cm Bodenfreiheit hat der Solterra, wird bei der Vorstellung betont.

Doch das hat auch ein VW ID.4, der Mustang Mach-E kommt hingegen auf nur 14,5 cm. Herausragend sind die Geländequalitäten des Solterra. Dafür ist Subaru ja nun bekannt. Und so hat auch der Allradler Solterra den sogenannten X-Mode Offroad-Assistenten bekommen, der sich um die Kraftverteilung kümmert. Man muss bergab eigentlich nur noch lenken. Der große Vorteil von elektrisch betriebenen SUVs im Gelände ist: Das Drehmoment ist sofort da, da gibt es keine Anfahrverzögerung.

Bergauf, bergab, in Seitenlage, viel Grip oder wenig, man muss schon viel Talent haben, um im Gelände hängen zu bleiben. Solange man nur langsam fährt, kann wenig schief gehen: „Slow, Slow!“, mahnt einer der Instruktoren und ehemaliger Motorsportler Andrea, als wir etwas zu schnell über Stock und Stein poltern. Gefühl ist beim Autofahren immer wichtig.

Stolze Eltern

Bei Subaru ist man auf das Ergebnis, das aus einer Zusammenarbeit mit Toyota entstanden ist, stolz. Es sei, das wird betont, eine gleichberechtigte Entwicklung gewesen. Man habe aus beiden Welten die Expertise im Solterra vereint. Nur hat das Geschwisterlein von Toyota keinen ganz so klingenden Namen erhalten: bz4x heißt das Elektro-SUV dort.

Worin sich der bz4x und der Solterra weiters unterscheiden? Der Solterra soll in der Fahrwerksabstimmung ein typischer Subaru sein.

Antrieb Ein Motor mit 80 kW sitzt an jeder Achse; maximales Drehmoment jeweils: 168,5 Nm  

Batterie Im  Solterra  wurde  ein 71,4-kWh-Akku eingebaut;  Reichweite:  zwischen  414 und  465 km 

Maße 4,69 m Länge; 2,85 m Radstand;  421 Liter passen in den Kofferraum, wie viel es mit umgelegten Sitzen ist, ist unbekannt; der  Preis ebenso wenig

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