Suzuki SX4-S-Cross

© /Schubert Daniel

Test
12/28/2016

Suzuki SX4 S-Cross Allgrip: Abschied vom Mauerblümchen

Aufgehübscht, solide gemacht und preislich attraktiv.

Suzuki hatte mit dem im Jahr 2013 lancierten SX4 S-Cross 2013 ein nicht uninteressantes Fahrzeug in die Kompaktklasse geschickt: Geräumig, leistbar, mit Option auf Allradantrieb, hübsch aber kein Ausbund an stilistischer Raffinesse, daher irgendwie total unauffällig.

Ein praktisches Mauerblümchen eben – und kaum weiterer Erwähnung wert.

Das neue Modell hat sich im Vergleich zum Vorgänger nun ordentlich verändert: Der Kühlergrill ist stolz, fast schon protzig mit jeder Menge Chrom. Die Motorhaube konvex geformt, als befände sich ein riesiger Motor darunter – auf die Lufthutze hat man, warum auch immer, verzichtet –, die Scheinwerfer mit leicht aggressivem, böse blickendem Tagfahrlicht und eine Stoßstange, die den bulligen Charakter weiter unterstreicht. Gänzlich neue Erfahrung für einen Suzuki-Piloten: Das Bad-Boy-Image wirkt – die Menschen drehen sich um, begutachten, staunen, wispern hinter vorgehaltener Hand und schauen während des Motor-KURIER-Tests mehrfach interessiert in den Innenraum.

Zwei Antriebe zur Wahl

Seine bewährten Qualitäten hat der S-Cross aber nicht abgelegt. Es gibt ihn nach wie vor wahlweise mit Front- oder Allradantrieb. Der Testwagen war mit einem 140-PS-Turbobenziner ausgestattet, welcher sehr gut zum kompakten Suzuki passt und zu keiner Zeit zu laut in den Fahrgastraum dringt.

Das Schalten durch die sechs Gänge des manuellen Getriebes geht leicht von der Hand, das Raumangebot ist, verglichen mit der Konkurrenz, überdurchschnittlich (immerhin fasst der Kofferraum des neuen japanischen Kompakt-SUV 430 Liter Ladevolumen) und wirkt durch das – allerdings optionale – Panoramadach noch luftiger. Lob verdient auch das in der Topausstattung namens Flash serienmäßige Zentraldisplay, das die vier Bereiche Musik, Telefon, Auto und Verbindungen übersichtlich und benutzerfreundlich darstellt. Die Bluetooth-Verbindung, welche im Suzuki Vitara noch mit mehreren Aussetzern während des Motor-KURIER-Tests nervte, arbeitete im SX4 S-Cross während des gesamten Testzeitraumes stabil und stets zuverlässig.

Das einzige wirklich störende Manko war der völlig übermotivierte Abstandswarner, der auf rollende als auch parkende Autos häufig mit panischem Blinken und Piepsen reagierte. Zum Glück lässt sich dieser nervige Zeitgenosse abschalten.

Für € 25.990,– erhält man ein feines Fahrzeug, das Spaß macht, gut ausgestattet ist und noch dazu auch optisch was hermacht.

Suzuki SX4 S-Cross Allgrip

Antrieb: 4-Zylinder, Benzin, Direkteinspritzer, 2 oben liegende Nockenwellen, 4 Ventile/Zylinder, Alu-Zylinderkopf, Turbolader, Ladeluftkühler;

Hubraum/Leistung: 1373 /140 PS/103 kW

maximales Drehmoment: 220 Nm bei 1500U/min

Allradantrieb, 6-Gang-Schaltgetriebe;

Spitze 200 km/h, 0–100 in 10,2 sec; Euro 6.

Fahrwerk: Selbst tragende Karosserie, vorderer Hilfsrahmen, vorn McPherson-Federbeine, Dreieckquerlenker, Stabilisator, hinten Mehrlenkerachse, vorn/hinten Schraubenfedern, Teleskopstoßdämpfer, Scheibenbremsen (vorn innen belüftet), Zahnstangenlenkung mit elektrischer Servounterstützung, ABS, elektronisches Stabilitätsprogramm (ESP).

Maße (L x B x H): 4300 x 1785 x 1580 mm

Wendekreis: 10,8 m

Radstand: 2600 mm

Böschungswinkel: vorn/hinten 17Grad/24 Grad

Rampenwinkel: 15 Grad Wattiefe: 300 mm

Bodenfreiheit: 180 mm

Gewicht: 1216 kg/Gesamtgewicht: 1730 kg

Kofferraum:430–1269 l Anhängelast:gebremst/ungebremst 1200 kg/400 kg

Tankinhalt:47 l

Bereifung: 215/60-16

Normverbr.: 5,6 l/100 km127g/km CO²

Testverbr.: 6,9 l/100 km

Preis: 22.990 €/Preis Testwagen: 25.990 €

Motorbezogene Versicherungssteuer:594 €