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Historie
05/07/2015

Targa Florio: Es begann mit dem Sascha

Das legendäre Straßenrennen wurde lange Jahre von Porsche geprägt.

von Horst Bauer

Die ersten Klassensiege mit Porsche-Beteiligung gab es schon lange bevor die Marke überhaupt gegründet wurde.

16 Jahre nach dem vom sizilianischen Grafen Vicenzo Florio im Jahre 1906 initiierten Straßenrennen um die von ihm gespendete Trophäe (Targa Florio), wagte sich nämlich eine kleine österreichische Streitmacht in den Norden Siziliens, um sich mit den damaligen Größen des Autorennsports zu messen. Hinter dem Projekt des Austro Daimler "Sascha"-Wagens stand stilgerecht ebenfalls ein Graf: Sascha Kolowrat-Krakowsky, bekannt auch als österreichischer Film-Pionier (Sascha-Film).

Konstrukteur des 45 PS starken und nur 598 kg wiegenden kleinen Tourenwagens, mit dem man bei der Targa Florio 1922 auf Anhieb einen Doppelsieg in der eigenen Hubraumklasse einfahren konnte, war Ferdinand Porsche.

Zwei Jahre später gab sich der geniale Konstrukteur – inzwischen in Diensten von Daimler in Stuttgart – nicht mehr mit Klassensiegen zufrieden. Den von ihm konstruierten Mercedes-2-Liter-Rennwagen pilotierte Christian Werner zum Gesamtsieg der Targa Florio 1924. Grund genug für die Universität Stuttgart, Ferdinand Porsche einen Ehrendoktor zu verleihen.

Die Strecke des Straßenrennens in den Madonie-Hügeln bei Cefalu im Norden Siziliens war zunächst 148 Kilometer lang, musste drei Mal umrundet werden und durch die vielen Steigungen und Gefällstrecken mit unzähligen blinden Kurven hatte die Targa Florio schnell den Ruf, eines der anspruchsvollsten Straßenrennen für Mensch und Maschine zu sein. Im Laufe der Jahre wurde der Streckenverlauf mehrmals geändert. Bei der Wiederaufnahme nach dem Krieg kürzte man die Strecke auf 70 Kilometer, die Rundenzahl wurde jedoch auf 10 erhöht.

Erstmals als Porsche

Die Geschichte von Porsche als eigene Marke begann bei der Targa Florio am 10. Juni 1956 mit einem Überraschungssieg. Dem italienischen Piloten Umberto Maglioli gelang es beim ersten Antreten der Stuttgarter bei der Targa Florio mit dem Porsche 550 A Spyder erstmals, mit einem Auto der kleineren Zwei-Liter-Klasse den Gesamtsieg einzufahren. Maglioli brauchte für die 720 km 7 Stunden, 54 Minuten und 52 Sekunden und profitierte von der Zuverlässigkeit seines Spyder, der nur zum Tanken an die Box musste.

Damit war der Grundstein für eine lange Dominanz der Porsche-Rennwagen bei der Targa Florio gelegt, welche die Werksteams aus Stuttgart in der Folge noch 10 weitere Male gewinnen konnten. Unter den siegreichen Piloten finden sich illustre Namen wie Joakim Bonnier, Hans Hermann, Rolf Stommelen, Vic Elford, Gerhard Mitter, Jo Siffert oder Brian Redman.

Der letzte Porsche-Sieg datiert aus dem Jahr 1973 mit Gijs van Lennep und Herbert Müller. Danach verlor die Targa Florio den WM-Status.

Heute wird sie als Lauf zur italienischen Rallye-Meisterschaft ausgetragen.

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Targa Florio 1969; Nr. 270 (Gesamt-Zweiter), Fahrer_ Vic Elford und Umberto Maglioli.jpg

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