News 20.12.2011

Teil 2: Die Euphorie kostet Nerven

Teil 2: Die Euphorie kostet Nerven
© KURIER.at / Pascal Sperger

KURIER.at macht den A-Schein: Ohne Fahrschule kein Führerschein. Doch die Suche nach der richtigen ist eine Sisyphusarbeit.

In Wien haben Eltern Schwierigkeiten, einen Kindergartenplatz für ihren Nachwuchs zu finden. Die Suche nach der geeigneten Fahrschule kann auch ziemlich anstrengend werden. Der Unterschied: Das Angebot ist riesig, fast zu groß. Rund 1.390.000 Ergebnisse liefert Google wenn man nach den Begriffen "Fahrschule Wien" sucht. Beim Sondieren dämpfen chaotisch gestaltete Webseiten und Preise, die schwieriger zu finden sind als Steinpilze im Jänner, die Vorfreude auf das 2-Rad-Abenteuer. Undurchsichtige Preisaktionen und Verbilligungen kühlen die Euphorie zusätzlich ab. Das Fazit: Nach zwei Stunden im Internet war ich nicht gescheiter, sondern verwirrter.

Zugegeben: Als gebürtiger Vorarlberger ist man eine kleinere Auswahl gewöhnt. Aber auch höhere Preise. Was die Kosten für Führerscheine betrifft, hat Österreich ein West-Ost-Gefälle. Vielleicht wird deshalb im Ländle neidisch behauptet: Hinter dem Arlberg fängt der Ostblock an.

Nach zwei Stunden im Internet war ich nicht gescheiter, sondern verwirrter.
© KURIER.at / Pascal Sperger

Mir sind Qualität in der Ausbildung und kompetent-geduldige Fahrlehrer wichtiger als der Preis. Ich beschloss, nicht länger online zu suchen und mich im Bekanntenkreis umzuhören. Richtige Erfahrungen zählen eben mehr als virtuelle Eindrücke. Ein Freund hatte bei der Fahrschule Lattermann im 17. Bezirk den Motorradführerschein gemacht. Und was er erzählte, klang vielversprechend. Der Theorieunterricht sei fast gar nicht trocken, die Fahrlehrer lockere Typen und der Preis fair. Fair heißt in diesem Fall: 797 Euro fürs Einschreiben, Versicherung, Kurs, Vorprüfung, theoretische und praktische Prüfung sowie zwölf Fahrstunden. Dazu kommen Gebühren für die CD beziehungsweise das Kursbuch, die Arztuntersuchung, das Fahrsicherheitstraining und eventuelle Zusatzfahrstunden. Summa summarum macht das etwas mehr als 1000 Euro.

Es mag Fahrschulen in Wien geben die günstiger sind, aber die wollen gefunden werden. Ich wollte nicht mehr suchen und hab mich angemeldet. Außerdem empfinde ich es bereits als günstig, denn in Vorarlberg würde der A-Schein rund 200 Euro mehr kosten. Westösterreicher, die im Osten leben, können also sparen. Da sieht man als Gsiberger auch locker darüber hinweg, dass Wiener gerne behaupten: Was Gott durch einen Berg getrennt hat, sollte der Mensch nicht durch einen Tunnel verbinden …


Eine Auflistung aller Fahrschulen in Wien finden Sie unter dem angeführten Link.

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(KURIER.at) Erstellt am 20.12.2011