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Fahrbericht
12/27/2016

Toyota C-HR: Das neue Kompakt-SUV im Fahrbericht

Neues Kompakt-SUV mit kühnem Design und moderner Motorentechnologie.

von Ad Raufer

Man muss ja, wie die jahrzehntelange Erfahrung lehrt, mit Pressetexten äußerst sorgsam umgehen.

Preist doch die meist blumig-euphorische Marketing-Prosa jedes neue Auto gewissermaßen als Stein der Weisen des jeweiligen Herstellers an.

Und siehe da: Gleich die drei ersten Zeilen der C-HR-Pressemappe bestätigen das gesunde Misstrauen: "Ein SUV-Coupé, das den Crossover neu erfindet".

Schön – und natürlich blanker Unsinn. Aber schon ein paar Textzeilen weiter findet sich eine Aussage, die durchaus ernst zu nehmen ist: "Die Entwicklung geht unmittelbar auf die Entscheidung Akio Toyodas zurück, den Designern größere stilistische Freiheiten einzuräumen und die Kreativität der Ingenieure zu fördern – also ein Fahrzeug zu entwickeln, das optisch begeistert".

Das sitzt – hat es doch offensichtlich auch der Toyota-Häuptling höchstpersönlich satt, technisch zwar brillante, optisch aber schnarchfade Autos vom Stapel zu lassen. Und so ist der neue C-HR, der im Jänner auf der Vienna Auto Show Österreich-Premiere feiert, mehr Skulptur als nur bloßes Auto, ein Designerstück, das die emotionale Seite und somit das Herz ansprechen soll.

Tatsächlich beweist das C-HR-Design erstaunlich viel Courage: Scharf geschnittene Lichtkanten, Sicken, Schweller und eine in Richtung Heck stark ansteigende Fensterlinie verleihen dem 4,36-Meter langen Coupé High Rider – so die Bezeichnung für den Crossover aus Limousine, Kombi und SUV – ebenso viel Charakter wie ein unverwechselbares Äußeres. Dass ein Toyota wegen des Designs gelobt werden muss, ist also neu. Wenn auch nicht die Philosophie dahinter, wonach Autos nicht nur wegen Technologie, Präzision und Qualität gekauft werden, sondern eben auch wegen der individuellen Gestaltung.

Verläuft das obere Kabinenprofil – das sogenannte Greenhouse – noch ganz im Stil eines Coupés, so erinnert die kraftvolle Basis an ein SUV. Das harmoniert verblüffend gut miteinander und wird Toyota wahrscheinlich sehr helfen, mit dem C-HR weg vom ultra-konservativen Image hin zu einem deutlich jüngeren Publikum zu kommen. Die Eroberung neuer Käuferschichten wird auch bitter nötig sein, dümpelt doch der weltgrößte Automobilhersteller bei uns mit kümmerlichen 1,9 Prozent Marktanteil nur im hinteren Mittelfeld der Zulassungsstatistik dahin.

Toyota staffiert den expressiv-bullig gestalteten C-HR mit zwei Antriebsversionen aus – Diesel ist interessanterweise keiner dabei. Als Basis dient ein direkteinspritzender 1,2-l-Turbo-Benziner. Der mit konventioneller Technologie auskommende Motor mobilisiert 116 PS, 185 Newtonmeter Drehmoment (ab 1500 Umdrehungen) und ist wahlweise an ein 6-Gang-Schaltgetriebe oder an eine stufenlose CVT-Automatik gekoppelt. Der kleine Vierzylinder geht laufruhig und damit kultiviert ans Werk und sorgt im Verein mit verhältnismäßig leichten 1320 Kilo für standesgemäß-angemessene Fahrleistungen.Die Turbo-Version mit CVT-Getriebe ist wahlweise auch mit Allradantrieb zu haben, dessen Antriebskraftverteilung je nach Fahrsituation und Straßenbeschaffenheit zwischen Vorder- und Hinterachse von 100:0 bis zu paritätischen 50:50 Prozent beträgt.

Weitaus wichtiger für Toyota ist die Tatsache, dass der C-HR alternativ auch mit Hybridantrieb zu haben ist: Als Pionier auf diesem Gebiet ist das auch kein Wunder. Dabei geht’s um einen 1,8-l-Vierzylinder, der von einem permanent erregten 53-kW-Synchronmotor unterstützt wird, die Systemleistung liegt bei 122 PS. Dank Abgasrückführung, effizienterer Verbrennung und verringerter innerer Reibung arbeitet der Verbrenner mit einem Wirkungsgrad von hervorragenden 40 Prozent. Die im Vergleich zum Prius nun kompaktere Nickelmetallhydridbatterie ist vollständig unter den Rücksitzen untergebracht, ohne das Gepäckraumvolumen zu beeinträchtigen. Das ist auch gut so, schließlich passen in das nicht wirklich üppige C-HR-Cargoabteil nur 1112 Liter maximales Ladevolumen hinein.

Toyota offeriert den neuen Crossover in vier Ausstattungslinien, der Basispreis liegt bei 22.200 €.