News 11/22/2012

Toyota GT86: Ganz real in die virtuelle Welt

Toyota GT86: Ganz real in die virtuelle Welt
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Was die Entwickler für den Sportwagen weiter planen und was man demnächst schon kaufen kann.

Der Mann hat nicht nur Visionen, er arbeitet auch ganz konkret daran, sie Realität werden zu lassen.
Tetsuya Tada, Chefingenieur der Sportwagen-Division von Toyota und Vater des gemeinsam mit Subaru entwickelten GT86, sieht sein Meisterwerk nicht nur als leistbaren Sportwagen mit klassischem Baukonzept (Motor vorne, Antrieb hinten).

Toyota Chefingenieur Tetsuya Tada
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Im Motor-KURIER-Gespräch gibt er Einblicke in seine Gedankenwelt, in der ein GT86 nicht weit entfernt von Smartphones und elektronischen Spielkonsolen firmiert: “Man kann das Auto wie ein Smartphone sehen, das erst durch die verschiedenen Apps so richtig interessant wird.“ Dabei belässt er es aber nicht bei philosophischen Ausführungen, sondern bringt seine Gedanken auch gleich auf den realen, technischen Boden: „Der GT86 hat ein CAN-Gateway um Antriebs- und Fahrwerksdaten auslesen zu können. Wenn wir diese Daten für App-Entwickler öffnen, können da sehr viele interessante Anwendungen herauskommen.“
Erstes konkretes Ergebnis dieser Strategie wird schon demnächst die Möglichkeit sein, die eigenen Fahrdaten etwa nach einigen Runden auf der Rennstrecke via USB-Stick im Cockpit auslesen zu können, um diese dann auf der Playstation-Spielkonsole einzugeben. Ergebnis: Die eigene Fahrt kann zu Hause auf dem Bildschirm verfolgt werden. Ausbaumöglichkeit laut Tada: Ein Profi-Rennfahrer legt auf bestimmten Strecken Zeiten vor und gibt die Daten zum Vergleich weiter.

Hardware statt Software

Aber auch die nicht so sehr an der Vernetzung der realen mit der virtuellen Welt interessierte Kundschaft wollen Tetsuya Tada und seine Entwicklungsingenieure nicht unbetreut lassen. So führt man das bisher nur in Japan angebotene Programm der hauseigenen Tuning-Schmiede TRD (steht für „ Toyota Racing Development“) jetzt auch in Europa ein.

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Zwei Ausbaustufen für verschiedene Aerodynamikpakete
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Zwei Ausbaustufen für verschiedene Aerodynamikpakete
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Zwei Ausbaustufen für verschiedene Aerodynamikpakete
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Neben allerlei Spoilerwerk und Teilen für das optische Tuning eines GT86, werden auch Fahrwerks-Komponenten, Auspuff-Anlagen und schärfere Bremsen zur nachträglichen Individualisierung angeboten.
Wie Testrunden mit unterschiedlich aufgerüsteten GT86-Varianten im Vergleich zu einem Serienmodell auf der Rundstrecke gezeigt haben, gibt man sich nicht mit rein optischen Effekten zufrieden. Obwohl keine Eingriffe am Motor vorgenommen werden, verändert sich durch die Änderungen an Fahrwerk, Rädern, Bremsen und Aerodynamik das Fahrverhalten in deutlich wahrnehmbaren Stufen hin in Richtung noch mehr Sportlichkeit. Der Großteil des tollen Handlings sei laut Tetsuya Tada der ausgetüftelten Aerodynamik des GT86 gutzuschreiben. „Er ist der erste Toyota, der das im Formel-1-Engagement gewonnene Wissen nutzt.“
Damit hat sich der in der WM unbelohnte Aufwand doch noch irgendwie ausgezahlt.
 

Beim 24-Stunden-Rennen auf dem Nürburgring hat er seine Feuertaufe erlebt. Der für die deutsche Langstrecken-Meisterschaft in der V3-Klasse (seriennahe Autos) aufgebaute GT86 von Toyota Deutschland (TMG) legte einen Klassensieg hin.
Dabei war der Einsatz so etwas wie eine sehr flotte Werbefahrt, ist diese Kundensport-Version des GT86 doch für jeden zu haben, der es ernst meint mit privatem Motorsport.
Dem Reglement entsprechend ausgerüstet mit ausschließlich von der FIA zertifizierten Teilen vom Überrollkäfig über das elektronische Feuerlöschsystem bis zu verstellbaren Hochleistungs-Dämpfern von Öhlins und zusätzlich gekühlten Hochleistungs-Bremsen, kann der Bolide rennfertig bei Toyota Motorsport geordert werden.
Der Einstiegspreis für Hobby-Rennfahrer liegt bei vergleichsweise wohlfeilen 38.500 Euro.

Weitere Informationen gibt es unter:
[email protected]

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(Kurier) Erstellt am 11/22/2012