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05.12.2011

Tropfen im Ozean

© Bild: Boroviczeny/KURIER

Nach CO2-Werten und Elektro-Studien geht es heuer in Genf erneut um PS.

So um die 700 müssen es schon sein, wenn man dabei sein will. Die PS, alte Leitwährung der Autofans, sind wieder zurück im Scheinwerferlicht des traditionellen Frühjahrs-Salons in Genf.

Nach all den Krisenjahren, in denen sich die Hersteller mit bereits fertig entwickelten Supersportwagen kaum vor den Vorhang getraut haben und Studien zu diesem Thema verschämt mit E-Motoren oder nicht näher definierten Hybrid-Antrieben garniert wurden, wird heuer wieder einmal richtig Gas gegeben. Dass von Lamborghini über Ferrari und Aston Martin bis zu etablierten Exoten wie Pagani alle ihre Wundertiere gleichzeitig aus dem Stall lassen, kann als starkes Zeichen dafür gewertet werden, dass der Optimismus in die Branche zurückgekehrt ist.

Angesichts der Preise und der im Vergleich zur leistbaren Massenware dadurch bedingten minimalen Stückzahlen dieser PS-Monster, kann jedoch auch gleich Entwarnung für das Weltklima gegeben werden.

Dieses wird wesentlich stärker davon betroffen sein, wie gut es den Herstellern gelingt, die konventionellen Antriebe weiter zu verbessern und die Leichtbau-Lehren aus den teuren Sportwagen-Projekten in die leistbare Großserie zu übertragen.

Darüber kann auch der heuer verstärkte Auftritt verschiedenster kleiner Elektroauto-Anbieter in einer eigenen grünen Halle in Genf nicht hinwegtäuschen. Der Großteil der dort ausgestellten Vehikel hat nämlich mit den benzinabhängigen Supersportlern eines gemeinsam: Er wird maximal ein Tropfen im Ozean des weltweiten Autoabsatzes sein.