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Fahrvorstellung
07/07/2013

BMW 5er: Wenig Neues, viel Verbessertes

Auch wenn der Hersteller von „Neu“ spricht, hat sich bei der Mittelklasse außen relativ wenig getan.

von Christian Vavra

Vor Jahren hat Renault damit begonnen, jede Änderung an einem Modell als neues Auto zu verkaufen. Andere beschränkten sich zunächst auf die schmucke Bezeichnung „Modellpflege“ für das sogenannte „Facelift“, aber inzwischen sind fast alle auf den Zug „Neu“ aufgesprungen, in vorletzter Sekunde.

Der „neue BMW 5er“ also. Außen muss man schon zwei Mal hinschauen, um Neues zu entdecken. Die Scheinwerfer vorne spenden jetzt in allen Versionen Xenon-Licht, LED ist extra zu bezahlen. Die Lufteinlässe unter der Stoßstange sind neu strukturiert und tragen Chromspangen. Hinten fallen bei der Limousine und dem Kombi Chromquerstreifen am unteren Rand des Kofferraumdeckels auf. Und das war’s dann außen auch schon wieder. Dass man jetzt den Kofferraum per Fußschwenk unter dem hinteren Stoßfänger eröffnen und auch schließen) kann, kennt man inzwischen längst von anderen Automobilen, die sich halt bloß selbst nicht „Premium“ nennen.

Modern

Innen sind die Änderungen auf den ersten Blick ähnlich unauffällig. Auch hier handelt es sich um eine Aktualisierung, also um Funktionen, die anderswo bereits verfügbar sind. Größere Cup-Holder werden jetzt nicht unbedingt elektrisieren, neue Polsterfarben und Applikationen wahrscheinlich auch nicht. Der so genannte „i-Drive-Controller“ , also der Dreh-Drück-Knopf in der Mittelkonsole kann jetzt auch per Finger hingekritzelte Zeichen lesen. Das lieben angeblich die Kunden in China ganz besonders.

Neu ist, dass es jetzt auch im 5er die Ausstattungslinien „Modern“ und „Luxury Line“ zu ordern gibt. Und genauso neu ist die Einstiegsmotorisierung 518d, also der Dieselmotor mit 103 kW/140 PS Leistung. Der Verbrauch wird mit 4,5 bis 4,9 l pro 100 km angegeben. Auch das klingt zunächst reichlich unspektakulär, ist aber für Flottenkundschaft nicht unwichtig.

Nicht uninteressant für alle potenziellen Käufer ist die Tatsache, dass das Allradprogramm jetzt auch den 520d einbezieht.

Assistenzsysteme (selbstverständlich gegen Aufpreis) fahren jetzt das Automobil im Stau selbstständig und helfen auch bei Parkmanövern eilfertig. Auch die Möglichkeiten des „ConnectedDrive“ sind weiter angewachsen. Was BMW so selbstbewusst zum „Maßstab bei der Nutzung von Büroanwendungen im Fahrzeug“ erhebt, kann freilich auch als ungehörige Portion Ablenkung vom Fahren gesehen werden.

Der 5er BMW ist in der jüngsten Version ab 20. Juli in Österreich verfügbar. Die Preise beginnen bei € 41.900,– für den 518d (Limousine), der Touring in der selben Motorisierung kostet exakt 3000 Euro mehr. Die neueste Allradversion 520d xDrive (184 PS) stellt sich als Limousine auf € 49.800,–. Und für den komplett überarbeiteten Achtzylinder (4,4 l, 450 PS) wären als Limousine mindestens 86.650 Euro fällig, der Kombi kostet hier nur 2000 Euro Aufpreis. Und, apropos Aufpreis: Dafür ist genügend Spielraum, und sei es auch mit der Linie „BMW Individual“.