© dpa-Zentralbild/Carolin Lemuth

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10/16/2012

Unfall-Risiko Jugend: "Straße ist auch Bühne"

Ursachenforschung: Junge Lenker verunfallen im Vergleich zur Restbevölkerung weit häufiger.

Unfälle durch erhöhte Geschwindigkeit und beim Überholen kommen bei jungen Lenkern öfter vor als im Gesamtunfallgeschehen. Das berichtete der ÖAMTC in einer Aussendung unter Hinweis auf rund 8.400 verunglückte Personen im Alter von 18 bis 24-Jahren auf Österreichs Straßen im Vorjahr, davon 4.674 als Pkw-Lenker.

Erst am vergangenen Wochen sorgte ein Mix aus einiger dieser Fakten in Oberösterreich für einen Unfall mit drei toten Jugendlichen. "Die Straße ist auch Bühne", erklärte ÖAMTC-Verkehrspsychologin Marion Seidenberger. Ihrer Ansicht nach besteht unter anderem in der Selbstdarstellung junger Autofahrer ein Risikofaktor.

Dunkelheits-Risiko

Ein weitere Auffälligkeit bei jungen Lenkern: "Rund 25 Prozent der 18- bis 24-Jährigen, die einen Unfall haben, verunglücken in den Nacht- bzw. frühen Morgenstunden" , so der ÖAMTC-Experte Markus Schneider.

"Vor allem in den Nachtstunden am Wochenende ist der Anteil junger Lenker am Gesamtunfallgeschehen sehr hoch", so Schneider, der angab, das die Gesamtzahl aller Unfälle, die sich in diesem Zeitraum ereignen weniger als 20 Prozent ausmacht.

"Das lässt darauf schließen, dass beispielsweise Heimfahrten nach abendlichen Freizeitveranstaltungen wie Disco- oder Zeltfestbesuchen, oft in ausgelassener, aufgeheiterter Stimmung, besonders risikoreich für junge Lenker sind", resümierte der Verkehrsexperte.

Egopolitur

Das Risiko suchen manche Fahrer auch bewusst. Würde man die Fahrer nach dem "Ampelprinzip" in drei Gruppen einteilen, fänden sich in der "roten" jugendliche Fahrer, die entweder eine stark emotionale Bindung an das Fahrzeug haben, sowie solche, die eine besondere Bereitschaft hätten, Regelbrüche zu begehen, erklärte Seidenberger.

Ebenso dient das Auto hier dazu, Macht und Stärke zu demonstrieren. Allesamt eher männlich besetzte Eigenschaften, die sich aber nicht auf Männer allein beschränken müssen, so Seidenberger.

Beratungsresistent

Potenzielle Mitfahrer können sich selbst und den risikobereiten Lenker hier vor allem dadurch schützen, einfach nicht erst einzusteigen: "Am meisten Wirkung zeigt bei diesen Personen die eigene Peer-Group. Sicherheitskampagnen prallen von diesen Lenkern meist ab", so Seidenberger.

Neben diesen durch die Persönlichkeit der Verkehrsteilnehmer bedingten Risiken spielt laut Analyse der ÖAMTC-Unfallforschung auch die fehlende Fahrpraxis eine große Rolle. Systeme wie ESP, Gurtstraffer, Gurtkraftbegrenzer, Front-, Seiten-und Kopfairbags können laut dem Verkehrsklub die Unfallfolgen entscheidend mindern.

Gemeinsam mit dem ADAC untersuchte man Unfallforschungsdatenbanken beider Clubs sowie die Unfalldaten der Statistik Austria. Die verunglückten Personen in der genannten Altersgruppen machten dabei 18,5 Prozent aller im österreichischen Straßenverkehr Verunglückten aus. "Eine alarmierende Zahl, insbesondere wenn man bedenkt, dass diese Altersgruppe nur knapp neun Prozent der österreichischen Gesamtbevölkerung ausmacht", erklärte der Verkehrsexperte.

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