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06/01/2012

Volvo V40: Weit mehr als nur sicher

Mit dem Nachfolger des V50 setzt Volvo ab September bei den Premium-Kompakten ein starkes Zeichen. Neben dem traditionellen Schwerpunkt beim Thema Sicherheit, versucht man jetzt auch bei Verbrauch und Fahrdynamik Glanzlichter zu setzen.

von Horst Bauer

Von der spektakulärsten Neuigkeit haben die eigenen Kunden nur begrenzt etwas.

Der erstmals im Volvo V40 eingesetzte Fußgänger-Airbag (siehe hier) richtet sich, wie der Name schon sagt, vor allem an Menschen, die gerade nicht mit dem kompakten Premium-Schweden unterwegs sind. Aber auch denen hat man neben dem Gefühl, besonders gut abgesichert unterwegs zu sein, einiges aus Bereichen zu bieten, die bisher nicht unbedingt ganz oben auf der Agenda der Volvo-Entwickler gestanden sind.

So wurde mit dem Einsteiger-Diesel D2 (115 PS) ein Treibstoff-Sparefroh auf die (Leichtlauf-)Räder gestellt, der es auf lediglich 3,6 Liter Normverbrauch bringt. Das ergibt den netten -Wert von 94 g/km, der sich in der Werbung gut machen wird und mit dem man sich unter all den heuer neu auf den Markt kommenden Premium-Kompakten (von Audi A3 bis zur Mercedes A-Klasse) mehr als nur sehen lassen kann.

Damit wollten sich die seit dem Verkauf durch Ford unter chinesischer Flagge segelnden Schweden aber nicht zufriedengeben. Vor allem den neuen Boss Stefan Jacoby (zuletzt bei VW für die USA verantwortlich) ließ das Thema Fahrdynamik so lange keine Ruhe, bis man dem noch gemeinsam mit Ford (Focus) entwickelten Fahrwerk des V40 eine eigenständige Charakteristik verpasst hatte.

So weit der theoretische Überbau der neuen Volvo-Philosophie, die hier erstmals zum Tragen kommt und auch die künftigen Modelle betreffen wird.

In der Fahrpraxis konnten sowohl der schwächste als auch der stärkste Diesel (D4 /177 PS) zeigen, dass sie in einem Auto eingesetzt sind, das mit einer tollen Fahrwerksabstimmung gesegnet ist. Ohne auf übertriebene Härte zu setzen und ohne die Verantwortung via Wahlschalter für die Dämpferkennung an den Fahrer zu delegieren, bietet der V40 ein sportlich-dynamisches Fahrwerk, das in flotten Kurven genauso viel Freude macht wie auf unebener Fahrbahn.

Zur Wahl steht neben dem exakt schaltbaren manuellen Sechsgang-Getriebe auch eine AutomatikVersion mit Doppelkupplung. Für Letztere würde man sich bei sportlicherer Gangart Schaltwippen am Lenkrad wünschen.

Knopferlflut

So untadelig die Platzverhältnisse im Cockpit sind – abgesehen vom etwas engen Einstieg in den Fond – so leicht fühlt man sich zunächst von der Knopferlflut auf Lenkrad und Mittelkonsole überfordert. Mit der Mischung aus Knöpfen zur direkten Befehlsausgabe und Drehschaltern zur Anwahl diverser Menü-Punkte des Bordcomputers hat man Raum für künftige Verbesserung geschaffen. So sind etwa die Unterschiede zwischen den drei Härte-Stufen für die exakte Lenkung nicht nur kaum wahrnehmbar, sondern deren Anwahl ist auch in einem Submenü des Bordcomputers versteckt.

Dass bei der Entwicklung des V40 dennoch handfeste Praktiker am Werk waren, zeigt aber ein in der Fahrertür verstecktes schmales Fach: Hier kann der Eiskratzer klapperfrei verstaut werden – und die Eisreste rinnen durch ein Loch an der tiefsten Stelle ab.

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