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05.12.2011

Vorbild Schweiz

© Bild: Boroviczeny/KURIER

Was wir zum Thema Umweltschutz und Verkehr von den Nachbarn lernen können.

Sie gelten als Bahnfahr-Weltmeister, halten sich wegen humorloser Kontrollen und existenzgefährdender Strafen penibel an die niedrigen Tempolimits, kassierten schon eine starre Autobahngebühr, als bei uns das vergleichsweise flexible Pickerl noch kein Thema war und haben den Lkw-Transit durch ihr Land effizient von den Straßen verbannt. Dass sie ihn damit eher zu uns als auf die Bahn umgeleitet haben, trübte das Bild der Schweizer als Musterschüler in der Bewältigung des Themas Verkehr und Umweltschutz bisher kaum.

Wann immer in Österreich darüber diskutiert wurde, neue, diesen Bereich betreffende Regelungen einzuführen, wurde von der grünen Seite des öffentlichen Meinungsspektrums die Schweiz als leuchtendes Vorbild ins Treffen geführt.

Nur bei dem hierzulande gerade wieder groß aufkochenden Thema Umweltzonen funktioniert dieser Reflex offenbar nicht. Die Umwelt-Musterknaben haben nämlich mit der ihnen eigenen Nüchternheit die Effizienz solcher lokalen Fahrverbote für ältere Autos überprüft und orten "ein Missverhältnis zwischen dem Aufwand und der beschränkten Wirksamkeit von Umweltzonen", wie das schweizerische Bundesamt für Straßen dem ARBÖ auf Anfrage bestätigte. Es werde daher in der Schweiz keine Umweltzonen geben.

Bei uns wurden hingegen gerade die rechtlichen Grundlagen dafür geschaffen. Sollten sie tatsächlich zur Anwendung kommen, wird man jedenfalls nicht auf das beliebte Vorbild Schweiz verweisen können.