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10.06.2017

VW Amarok: Multifunktions-Werkzeug auf Rädern

Der Wolfsburger Pick-up mit dem stattlichen V6-TDI macht nicht nur in der Schottergrube gute Figur.

Der Amarok kam relativ spät auf den Markt der Pick-Ups. Von Beginn an mischte die coole Pritsche ganz vorne bei den Verkaufszahlen mit. Typisch für Volkswagen, konnte (und kann) der VW Amarok in der Summe seiner Eigenschaften nicht alles besser als die Konkurrenz, aber doch alles auf hohem Niveau ziemlich gut. Man leistet sich keine echte Schwäche.

Und das ist auch beim aktuellen Modell mit V6-Diesel nicht anders. Mit dem Unterschied, dass es praktisch keine Konkurrenz dafür gibt. Der einzige Mitbewerber mit mehr als vier Zylindern ist der Ford Ranger mit fünf Häferln – abgesehen von unhandlichen Ungetümen wie dem Ford F-150 oder dem Ford Superduty, welche auf europäischen Straßen wegen der schieren Größe seltener anzutreffen sind als Waschbären oder Elche.

Voller Schub

Der 3,0-V6-Diesel, der den alten 2,0-TDI ablöst, reißt mit 224 PS und 550 Newtonmeter Drehmoment am permanenten Allradantrieb und schiebt Erde, Sand, Schotter, Gatsch oder Asphalt mit beeindruckender Geschwindigkeit und Kraft hinter den Amarok, dass es eine wahre Freude ist. Es gibt ihn übrigens auch mit 204 PS und 500 Nm, aber wenn schon, denn schon. Überholmanöver haben während des Tests nicht selten zu offenen Mündern und ungläubigen Gesichtern bei den Überholten geführt.

Die vorhandene Leistung macht den Amarok zu einem hervorragenden Zugfahrzeug, kann doch der schicke Pickup bis zu 3500 Kilo an den Haken nehmen. Bei der Beladung steht er in dieser Konfiguration aufgrund des höheren Eigengewichtes der Konkurrenz etwas nach. Dieser kleine Makel wird allerdings bald mit anderen Konfigurationen beseitigt werden: Dann wird auch der aktuelle VW Amarok über eine Tonne Zuladung erreichen, wie es beim Vorgängermodell bereits der Fall war.

Der permanente, mit einem selbstsperrenden Torsen-Zentraldifferenzial arbeitende Allradantrieb – bei Volkswagen traditionell 4Motion genannt – sorgt für zuverlässiges Vorankommen in jeder Lebenslage und zeigte auch im KURIER-Geländetest in einer Schottergrube keinerlei Schwächen.

Der Innenraum ist Volkswagen-typisch aufgeräumt, hochwertig und ein bisschen wie das eigene Wohnzimmer. Es ist einfach alles da, wo es sein muss und jedem anderen VW wie aus dem Gesicht geschnitten. Das kriegt kaum ein Hersteller so gut hin wie die Wolfsburger. Ob man das gut findet oder nicht, darf jeder selbst entscheiden.

Der Testwagen in der Ausstattung Aventura war mit edlem Leder, einigen elektronischen Helferlein und diversen Annehmlichkeiten wie 2-Zonen-Klimaautomatik, Navigation, AppleCarPlay, Rückfahrkamera und Tempomat ausstaffiert – ein Rundum-Sorglos-Paket gewissermaßen. Hübsch, aber weitgehend funktionslos: Der Überrollbügel in edler Chromoptik, der aber zumindest den Auftritt ordentlich aufmöbelt.

Dafür löhnt man dann mindestens € 41.673,–, oder wie im Falle des Testwagens, € 55.164,–. Nicht gerade ein Schnäppchen, aber in Anbetracht der gebotenen Leistung und Ausstattung auch nicht wirklich maßlos.

VW Amarok V6 TDI Aventura

Antrieb: V6-Diesel, Direkteinspritzer, 2 x 2 oben liegende Nockenwellen, 4 Ventile/Zylinder, Turbolader, Ladeluftkühler; Allrad permanent, 8-Gang-Automatik;

Hubraum/Leistung: 2967 /224 PS/165 kW

maximales Drehmoment: 550 Nm bei 1400 U/min

Spitze 191 km/h, 0–100 in 8,0 Sekunden; Euro 6.

Fahrwerk: Vorn Einzelradaufhängung, McPherson-Federbeine, Doppelquerlenker, hinten Starrachse, Blattfedern, Scheibenbremsen (vorn innen belüftet), ABS, elektronisches Stabilitätsprogramm (ESP), Zahnstangenlenkung mit elektrischer Servounterstützung; Torsen-Zentraldifferenzial, Traktionshilfen (vorn/hinten Bremseingriff, hinten Sperre), Kraftverteilung vorn/hinten 40:60.

Maße (L x B x H): 5254 x 1954 x 1834 mm

Wendekreis: 12,9 m

Radstand: 3097 mm

Böschungswinkel: vorn/hinten 30 Grad/18 Grad

Rampenwinkel: 16 Grad/Wattiefe: 500 mm

Bodenfreiheit: 220 mm

Gewicht: 2293 kg/Gesamtgewicht: 3097 kg

Anhängelast:gebremst/ungebremst 3300 kg/750 kg

Tankinhalt: 80 l

Steigfähigkeit: 43 Grad

Bremsweg kalt: 44,3 m/Bremsweg warm: 43,7 m

Normverbr.: 7,8 l/100 km 204 g/km CO²

Testverbr.: 11,0 l/100 km

Preis: 53.928 €/Preis Testwagen: 55.164 €

Motorbezogene Versicherungssteuer:1144,44 €